- 17.07.2015, 11:40:09
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KURIER: Stadt Wien bleibt auf Media Quarter sitzen
Verkaufsprozess abgebrochen, Verhandlungen scheiterten am Preis, Aliyev-Diskussion verschreckte Interessenten
Utl.: Verkaufsprozess abgebrochen, Verhandlungen scheiterten am
Preis, Aliyev-Diskussion verschreckte Interessenten =
Wien (OTS) - Die Wirtschaftsagentur der Stadt Wien und die privaten
Mehrheitseigentümer haben jetzt den Mitte 2014 gestarteten
Verkaufsprozess für das Media Quarter Marx 3 (MQM3), des zentralen
Bestandteils des Medienclusters im Stadtentwicklungsgebiet in St.
Marx, abgebrochen. Das berichtet der KURIER online. "Wir haben kein
Angebot bekommen, das alle unsere Kriterien erfüllt hätte", erklärt
Gerhard Hirczi, Chef der Wiener Wirtschaftsagentur, gegenüber dem
KURIER.
Der Verkauf des Großprojekts scheiterte am Preis. Zuletzt wurde mit
einem deutschen Immobilienfonds verhandelt. Dieser wollte allerdings
eine Garantie für eine hundertprozentige Auslastung, andernfalls wäre
eine hohe Pönale fällig geworden. Insgesamt wurden 64 Millionen Euro
in das MQM3 investiert, die Stadt und die privaten Eigentümer wollten
einen deutlich höheren Kaufpreis erzielen. Am Schluss sei man um
einige Millionen auseinander gelegen.
Der Immobilienentwickler EHL, der das Verkaufsverfahren begleitete,
empfahl, mit einem neuerlichen Verkaufsversuch einige Zeit
abzuwarten.
Hirczi vermutet, dass die jahrelange öffentliche Diskussion um den
kasachischen Ex-Botschafter Rakhat Aliyev, der im Februar tot in
seiner Zelle in U-Haft gefunden wurde, potenzielle Käufer verschreckt
haben könnte: "Die öffentliche Diskussion hat den Verkaufsprozess
sicher belastet. Andernfalls hätten wir mehr Interessenten gehabt und
einen höheren Preis bekomme". Aliyev hielt über einen Treuhänder und
ein Firmengeflecht 60 Prozent am MQM. Zuletzt schien seine Frau als
Eigentümerin auf. Die Stadt Wien ist mit 40 Prozent
Minderheitsgesellschafter.
Der Abbruch der Verkaufsverhandlungen sei keine "besonders schwere
Entscheidung gewesen. Wir haben eine gute Alternative", tröstet sich
Hirczi. Das Areal soll im Rahmen des Gesamtkonzepts für St. Marx
("Neu Marx Reloaded") als Standort für Startups weiter entwickelt
werden. Die INiTS, der Startup-Inkubator der Stadt Wien, soll
demnächst ins MQM übersiedeln. Wichtig sei, argumentiert Hirczi, dass
das Angebot über den Immobilien-Aspekt hinaus gehe.
Das MQM3 war als PPP-Projekt (Private Public Partnership) aufgesetzt
worden. Aliyev investierte über die Firma VBM, die direkt die
60-prozentige Beteiligung hält, 6,78 Millionen Euro Eigenkapital, die
Stadt Wien 4,52 Millionen. Die Investitionen sind fremdfinanziert.
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