KURIER: Stadt Wien bleibt auf Media Quarter sitzen

Verkaufsprozess abgebrochen, Verhandlungen scheiterten am Preis, Aliyev-Diskussion verschreckte Interessenten

Wien (OTS) - Die Wirtschaftsagentur der Stadt Wien und die privaten Mehrheitseigentümer haben jetzt den Mitte 2014 gestarteten Verkaufsprozess für das Media Quarter Marx 3 (MQM3), des zentralen Bestandteils des Medienclusters im Stadtentwicklungsgebiet in St. Marx, abgebrochen. Das berichtet der KURIER online. "Wir haben kein Angebot bekommen, das alle unsere Kriterien erfüllt hätte", erklärt Gerhard Hirczi, Chef der Wiener Wirtschaftsagentur, gegenüber dem KURIER.

Der Verkauf des Großprojekts scheiterte am Preis. Zuletzt wurde mit einem deutschen Immobilienfonds verhandelt. Dieser wollte allerdings eine Garantie für eine hundertprozentige Auslastung, andernfalls wäre eine hohe Pönale fällig geworden. Insgesamt wurden 64 Millionen Euro in das MQM3 investiert, die Stadt und die privaten Eigentümer wollten einen deutlich höheren Kaufpreis erzielen. Am Schluss sei man um einige Millionen auseinander gelegen.
Der Immobilienentwickler EHL, der das Verkaufsverfahren begleitete, empfahl, mit einem neuerlichen Verkaufsversuch einige Zeit abzuwarten.
Hirczi vermutet, dass die jahrelange öffentliche Diskussion um den kasachischen Ex-Botschafter Rakhat Aliyev, der im Februar tot in seiner Zelle in U-Haft gefunden wurde, potenzielle Käufer verschreckt haben könnte: "Die öffentliche Diskussion hat den Verkaufsprozess sicher belastet. Andernfalls hätten wir mehr Interessenten gehabt und einen höheren Preis bekomme". Aliyev hielt über einen Treuhänder und ein Firmengeflecht 60 Prozent am MQM. Zuletzt schien seine Frau als Eigentümerin auf. Die Stadt Wien ist mit 40 Prozent Minderheitsgesellschafter.

Der Abbruch der Verkaufsverhandlungen sei keine "besonders schwere Entscheidung gewesen. Wir haben eine gute Alternative", tröstet sich Hirczi. Das Areal soll im Rahmen des Gesamtkonzepts für St. Marx ("Neu Marx Reloaded") als Standort für Startups weiter entwickelt werden. Die INiTS, der Startup-Inkubator der Stadt Wien, soll demnächst ins MQM übersiedeln. Wichtig sei, argumentiert Hirczi, dass das Angebot über den Immobilien-Aspekt hinaus gehe.

Das MQM3 war als PPP-Projekt (Private Public Partnership) aufgesetzt worden. Aliyev investierte über die Firma VBM, die direkt die 60-prozentige Beteiligung hält, 6,78 Millionen Euro Eigenkapital, die Stadt Wien 4,52 Millionen. Die Investitionen sind fremdfinanziert.

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