Landtagspräsident Kopietz zieht positive Bilanz nach erstem Jahr Reanimationsunterricht an Wiens Volksschulen

Rund 16.000 SchülerInnen wurden in lebensrettenden Sofortmaßnahmen des Schulprojekts „Ich kann Leben retten“ unterwiesen

Wien (OTS) - Von 829 möglichen Vorträgen wurden im abgelaufenen Schuljahr 674 Vorträge von den Schulen gebucht. Insgesamt wurden damit im ersten Jahr ca. 16.000 VolksschülerInnen der dritten Schulstufe erreicht. "Mehr als 80 Prozent der dritten Volksschulklassen haben an dem Projekt teilgenommen - alleine im ersten Jahr! Die restlichen knapp 20 Prozent der Schulklassen werden wir auch noch erreichen", ist Landtagspräsident Prof Harry Kopietz, Präsident von PULS-Verein zur Bekämpfung des plötzlichen Herztodes überzeugt. Die KlassenlehrerInnen aller dritten Volksschulklassen in Wien werden mit Beginn des nächsten Schuljahres über das Projekt und die Buchungsmodalitäten informiert.

Die Vorträge mit einer Länge von zwei Unterrichtsstunden wurden über eine eigens entwickelte Internet-Buchungsplattform organisiert und von den PädagogInnen als auch von den SchülerInnen sehr gut angenommen. Ermöglicht hat dieses Projekt die Stadt Wien, welche die Finanzierung der Vorträge für die nächsten drei Jahre übernommen hat. Danach wird das Projekt vom Verein PULS in Zusammenarbeit mit den Helfern Wiens evaluiert und über die weitere Vorgangsweise entschieden.

Wien ist erstes Bundesland mit flächendeckendem Schulungs-Angebot für VolksschülerInnen

Die Landtagspräsidentenkonferenz forderte im Oktober 2014 die flächendeckende Einführung dieses Unterrichts in allen österreichischen Volksschulen nach Wiener Vorbild. Bezugnehmend auf diesen Beschluss ersucht der Österreichische Rat für Wiederbelebung alle Landeshauptleute in einem aktuellen Schreiben, dieses Projekt umzusetzen.

Im Jahr 2014 startete das Projekt "Ich kann Leben retten". Erstmalig wird die obligatorische Ausbildung in Wiederbelebungsmaßnahmen in Pflichtschulen in Österreich durchgeführt. Das Angebot richtet sich an alle Kinder der dritten Schulstufe in Wien. Im Mittelpunkt steht die Bewusstseinsbildung: die Notwendigkeit von lebensrettenden Sofortmaßnahmen wird vermittelt und die Wiederbelebung durch Laien soll als selbstverständlich wahrgenommen werden. Theoretische und praktische Unterrichtsinhalte sollen Interesse wecken, selbstbewusstes Verhalten im Notfall fördern und mögliche Ängste vor der Wiederbelebung und dem automatisch-externen Defibrillator (AED) erst gar nicht aufkommen lassen.

"Auch wenn die Kinder körperlich noch nicht in der Lage sind, eine Wiederbelebung durchzuführen, so können sie zumindest Hilfe holen und Erwachsene anweisen, was im Notfall zu tun ist", sagt Kopietz.

Für den Unterrichtsinhalt zeichnet der Verein PULS und die Medizinische Universität Wien, vertreten durch Dr. David Weidenauer, Univ. Prof. Dr. Wolfgang Schreiber und Melanie Neuwirth verantwortlich. Das Curriculum basiert auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und den aktuell gültigen Guidelines des European Resuscitation Council (ERC) aus dem Jahr 2010.

Das Projekt "Ich kann Leben retten" entstand aus einer Initiative von PULS - Verein zu Bekämpfung des plötzlichen Herztodes, den Helfern Wiens und der Stadt Wien.
Vortragende kommen vom Arbeiter Samariterbund, Johanniter Unfall Hilfe, Jugend Rot Kreuz, Malteser Hospitaldienst und sind StudentInnen der Medizinischen Universität Wien.

Obligatorischer Reanimationsunterricht in Schulen

Es sprechen zahlreiche Gründe dafür, dass der Reanimationsunterricht bereits in Volksschulen durchgeführt werden soll:
• Kinder sind im Gegensatz zu jungen Erwachsenen deutlich besser motiviert.
• Es schafft das Bewusstsein für die Wichtigkeit, sowie das Interesse der Laienreanimation bereits in der Kindheit.
• Schulkinder sind teilweise physisch dazu in der Lage eine Wiederbelebung durchzuführen.
• Schulkinder sind dazu in der Lage eine Notfallsituation zu erkennen, den Notruf abzusetzen und einen Defibrillator zu bedienen. • Das Trainieren einer großen Gruppe der Bevölkerung wird nach einiger Zeit den Anteil an geschulten Erwachsenen erhöhen.
• Die Wiederbelebungsmaßnahmen werden zu einem Zeitpunkt gelernt, wenn das Lernen die Hauptbeschäftigung ist.
• Das adäquate Verhalten bei Beobachtung eines Kreislaufstillstands wird automatisiert.
• Die Ausbildung und das Training erfolgt quer über alle kulturellen und sozialen Gruppen.
• Durch Schaffung von Selbstbewusstsein und Verantwortungsgefühl wird das Helfen in Notfallsituationen als normal angesehen.
• Informationsmaterial und das Bewusstsein werden indirekt auch den restlichen Familienmitgliedern vermittelt.

Bilder:
http://bit.ly/1gpNxlP
http://bit.ly/1Tnv33q

weitere Informationen
www.diehelferwiens.at
www.puls.at
www.arc.or.at

(Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

Büro des Ersten Präsidenten des Wiener Landtages
Thomas Kluger
Mediensprecher
+43 1 4000 81134
thomas.kluger@wien.gv.at
www.wien.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK0002