- 14.07.2015, 14:17:09
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Falter veröffentlicht geheime Verträge Herbert Kickls
Kicklfiles: FPÖ-Politiker war Gesellschafter einer Werbeagentur, die Parteikassa mit Erlösen aus Regierungsinseraten füllen sollte
Utl.: Kicklfiles: FPÖ-Politiker war Gesellschafter einer
Werbeagentur, die Parteikassa mit Erlösen aus
Regierungsinseraten füllen sollte =
Wien (OTS) - Bei einer Razzia in der FPÖ-nahen Werbeagentur
Ideenschmiede entdeckte die Korruptionsstaatsanwaltschaft
spektakuläre Dokumente, die auf eine Korruptionsaffäre in der FPÖ
hindeuten. Das berichtet die Wiener Wochenzeitung Falter in ihrer
morgen Mittwoch erscheinenden Ausgabe.
Die beschlagnahmten Aktenordner belegen: Kickl war - über einen
Treuhänder - ab Ende März 2005 heimlicher Hälfteeigentümer einer
Werbeagentur namens Ideenschmiede, die einst Jörg Haider und später
FPö-Chef Heinz Christian Strache betreute.
Am fünften April, als Kickl die Hälfte der Firma besaß, vereinbarte
diese mit der Kärntner FPÖ, dass sie zwanzig Prozent des
Auftragsvolumens aus Kärntner Regierungsinseraten, an die Partei
weiterreichen müsse. Dieser "Kick-Back"-Passus wurde später aus dem
Vertrag entfernt. Damit Kickl nicht in Firmen- und Grundbüchern
aufscheint, hielt sein Strohmann, der Agentur-Geschäftsführer Thomas
Sila dessen Firmenanteile und Grundstücke als Treuhänder.
Sila soll laut seinem Mitarbeiter Andreas K. auch FPÖ-Chef Strache
70.000 Euro im Koffer nach Wien "aussibracht" haben. Strache und Sila
dementieren dies vehement.
Sila hat sich in einem Treuhandvertrag aus dem Jahr 2010, der dem
Falter vorliegt, verpflichtet, Kickl jene Liegenschaft in Klagenfurt
zu schenken, auf der die Werbeagentur residiert.
Justizminister Wolfgang Brandstätter ordnete per Weisung an, dass
Kickl nicht als Beschuldigter zu befragen sei. Der Verdacht auf
Untreue von Steuergeldern und Bestechung von Beamten sei zwar
"denkbar", aber die Beweislage zu dünn. Es möge weiter ermittelt
werden. Gegen Strache wird nicht ermittelt. Kickl weist alle Vorwürfe
zurück, er habe seine Agenturanteile schon 2005 zurückgelegt -
allerdings nur mittels mündlicher Erklärung. Ab 17 Uhr ist der
gesamte Falter-Bericht via App oder E-Paper zu lesen.
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