Kasachische Generalstaatsanwaltschaft befremdet über Entscheidung in Mordverfahren gegen Alnur Mussayev/Vadim Koshlyak

Kritik an befangener Verhandlungsleitung und gravierenden Verfahrensfehlern

Wien (OTS) - Die Generalstaatsanwaltschaft der Republik Kasachstan ist über die am Freitag verkündete Entscheidung des Geschworenengerichts in Wien in den Mordfällen Zholdas Timraliyev und Aybar Khasenov befremdet. Dieses Urteil ist das Ergebnis von richterlicher Befangenheit und im Verhandlungssaal zugelassener, diskriminierender Pauschalkritik an der Republik Kasachstan und ihrer Rechtspflege.

Die kasachische Justiz hat einen reibungslosen Ablauf der Hauptverhandlung in Wien mit extremen organisatorischen Anforderungen durch umfangreiche Rechtshilfeleistungen erst ermöglicht. Das eigenständige Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Wien hat die umfangreichen kasachischen Beweisergebnisse bestätigt und schwere Verdachtsmomente gegen Alnur Mussayev und Vadim Koshlyak im Zusammenhang mit der Entführung und Ermordung von zwei tot aufgefundenen Bankmanagern ergeben. Die heute erfolgten Freisprüche vom Vorwurf des Mordes sind angesichts der in der Hauptverhandlung unmittelbar aufgenommenen, zahlreichen glaubwürden Zeugenaussagen und eindeutigen Sachverständigenbeweise nicht nachvollziehbar. Auf eine Täterschaft von in der Anklage nicht erfassten Personen gibt es keinerlei Hinweise, sondern lediglich auf Verschwörungstheorien beruhende Schutzbehauptungen der Angeklagten, die im gesamten Verfahren durch nichts belegt werden konnten.

Richard Soyer, Rechtsvertreter der Generalstaatsanwaltschaft Kasachstan in Österreich, übt zudem dezidiert Kritik an der Verhandlungsleitung: "Die Hauptverhandlung war geprägt von groben Verfahrensfehlern. Sogar die Aufnahme zentraler Belastungsbeweise zum Mordvorwurf wurde trotz entsprechender Antragstellungen mehrmals verweigert. Dieses Defizit wurde durch eine auch von der Staatsanwaltschaft beanstandete Voreingenommenheit des Vorsitzenden Richters verschärft. Damit werden die Grenzen des Rechtsstaates über die Maßen strapaziert. Ich gehe daher davon aus, dass der Oberste Gerichtshof als Rechtsmittelgericht Gelegenheit erhält, dieses Fehlurteil zu überprüfen und zu korrigieren."

Rückfragen & Kontakt:

Rechtsanwalt Dr. Richard Soyer
Tel +43 1 5032404
Dr. Alfred Autischer
Tel +43 1 5227804

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF0008