- 09.07.2015, 12:12:34
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Meinl-Reisinger: Mariahilfer Straße wird durch Bau der U5 zum Millionengrab
Neugestaltete Fußgängerzone ab 2018 wieder Baustellenzone

Utl.: Neugestaltete Fußgängerzone ab 2018 wieder Baustellenzone =
Wien (OTS) - Ein effizienter Umgang mit Steuergeld sieht anders aus:
Die heute von Finanzstadträtin Renate Brauner und den Wiener Linien
vorgestellte U5 wird nicht nur in die Finanzen von Bund und Stadt
Wien ein gehöriges Loch reißen. Auch die neu gestaltete Mariahilfer
Straße wird zu einem Millionengrab: "Pünktlich vor der Wiener Wahl
wird mit viel Pomp und Trara eine Fußgängerzone gefeiert, obwohl
bereits klar ist, dass sie in Kürze wieder Baustellenzone wird",
ärgert sich Beate Meinl-Reisinger, "Die Neubaugasse wird durch den
Neubau der U5 und die Teilung der U2 ab 2018 wieder zu einer riesigen
Baustelle." Das wird aus den Plänen für die Streckenführung
ersichtlich, die NEOS vorliegen. Es ist bis zu einem Jahr lang mit
umfangreichen Behinderungen und Umleitungen auf der Mariahilfer
Straße zu rechnen.
Ganze 25 Millionen Euro hat die Neugestaltung der Mariahilfer Straße
gekostet, nach fast einem Jahr Bauzeit wird sie im Sommer offiziell
eröffnet. "Ich nehme an, dass Frau Brauner bei ihrer heutigen
Präsentation der farblichen Gestaltung der U5 nicht darauf eingehen
wird, dass das Vorzeige-Projekt der Grünen für Wahlkampfzwecke
missbraucht wird. Es stellt eine üble Verschwendung von Steuergeldern
dar, da völlig klar ist, dass sich die Flaniermeile in Kürze wieder
in eine staubige Ganzjahres-Baustelle verwandeln wird", bringt es
Meinl-Reisinger auf den Punkt. Das zeige auch der Umgang mit den
Bürgerinnen und Bürgern: "Sie werden in Planungen nicht mit
einbezogen und nicht ausreichend informiert. Bürgerbeteiligung, wie
sie die SPÖ meint, beinhaltet lediglich die Abstimmung der Farbe der
neuen Ubahn. Die wichtigen Fragen dieser Stadt werden in alter
Tradition hinter geschlossenen Türen diskutiert."
Weiters zeige der Bau der U5 das völlige Fehlen einer langfristigen
Perspektive in der Mobilitäts- und Stadtplanung auf. Die Stummellinie
zwischen Karlsplatz und Frankhplatz wird eine sehr schwache
Auslastung haben, nennenswerte Vorteile werden sich erst mit der
Verlängerung bis zum Elterleinplatz ergeben, die aber auf Grund des
angespannten öffentlichen Budgets noch in den Sternen steht. "Die U5,
so wie sie jetzt realisiert wird, hat für die Fahrgäste keinen
zusätzlichen Nutzen. Wichtige Investitionen fließen außerdem in den
innerstädtischen Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel, obwohl die
Herausforderungen in den Außenbezirken und im Stadt-Umlandverkehr
liegen", so Meinl-Reisinger. Die Wiener Außenbezirke sollten erst
vollständig erschlossen werden: "Die tatsächlichen Probleme werden
hier völlig ignoriert. Dem starken Pendlerzustrom aus dem nahen
Umland wird nicht entgegengewirkt, es bräuchte weiters dringend
Investitionen in die S-Bahnen in das Umland und
Intervallverdichtungen. Wien leistet sich eine sündhaft teure
Mobilitätsagentur, die hier aufschreien müsste."
Eine nachhaltige Mobilitätsstrategie benötigt eine Zusammenarbeit
zwischen Wien, Niederösterreich und dem Burgenland: "Von einer
überregionalen Verkehrsplanung sind wir leider weit entfernt, da
immer noch mit der alten Logik der Landeskaiser geplant wird. Hier
braucht es neue strategische Ansätze, die von den derzeit Handlenden
aber nicht zu erwarten sind", so Meinl-Reisinger.
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