- 08.07.2015, 11:58:08
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Gastronomen für den Umweltschutz!
GLOBAL 2000 Projekt "Schenk mir dein Problem" zieht erfolgreiche Bilanz
Utl.: GLOBAL 2000 Projekt "Schenk mir dein Problem" zieht
erfolgreiche Bilanz =
Wien (OTS) - am 8.7.2015: Fünf Wiener Gastronomie-Betriebe - Das
Augustin, Deli Bluem, Dellago, Kolariks Luftburg und Patara - haben
sich gemeinsam mit der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 und 15
Studierenden unter dem Motto "Schenk mir dein Problem" in den letzten
Monaten intensiv mit der Frage beschäftigt, wie sie
Lebensmittelabfälle vermeiden und ihre Ökobilanz verbessern können.
Und natürlich damit, was ihre Gäste davon halten! Die StudentInnen
von sieben verschiedenen Hochschulen aus den Bereichen Ökologie,
Ökonomie sowie Tourismus konnten in 1.500 Stunden Arbeit bei Analysen
zu Umfeld, Einkauf, Lebensmittel-Abfällen und Ökobilanz ihr Know-how
gemeinsam mit den GLOBAL 2000 Nachhaltigkeitsexperten einsetzen.
Das Ergebnis? Viele umweltfreundliche Maßnahmen wurden schon gesetzt
oder sind konkret in Planung - von der Umstellung auf
bio-zertifizierte Produkte wie Garnelen oder Hühnerfleisch und der
Ausweisung der Herkunft der Speisen auf der Menü-Karte, über den
Start der Eigenproduktion und Eigenkompostierung bis hin zum Umstieg
auf Ökostrom, den Austausch von stromfressenden Geräten wie alte
Toaster oder die Verwendung von Mehrweg-Transportverpackungen. "Wir
freuen uns sehr, dass alle GastronomInnen ein Stück mehr in Richtung
Nachhaltigkeit gehen", so Bernhard Wohner, Nachhaltigkeitsexperte von
GLOBAL 2000. Insgesamt 50 Maßnahmen haben die StudentInnen den
Gastwirten vorgeschlagen, die diese auf Wirtschaftlichkeit und
Umsetzbarkeit geprüft haben. Stück für Stück wird nun ein Teil davon
in die Tat umgesetzt.
9 von 10 Gästen sind Tierhaltung, gesunde und biologische
Lebensmittel wichtig
Natürlich ganz wichtig für die GastronomInnen - die Meinung der
Gäste. Diese wurden befragt, was sie von den verschiedensten
ökologischen Maßnahmen halten. Dabei waren sich deren BesucherInnen
bei drei Punkten fast einig: Für 93 % der Befragten ist artgerechte
Tierhaltung, für 92 % gesunde Lebensmittel und für 89 % biologische
erzeugte Produkte wichtig bis sehr wichtig. Ein guter Grund, das im
eigenen Betrieb zu berücksichtigen. Ganz einfach in dem Zusammenhang
umzusetzen ist beispielsweise - wie mit Lieferanten besprochen - eine
Erhöhung des Bio-Anteils auf bis zu 30 % des gesamten Sortiments, und
das, ohne dass den Betrieben höhere Kosten entstehen.
Potenzial zur Einsparung von Lebensmittelabfällen: 13 %
Den größten ökologischen Hebel bietet in der Gastronomie generell der
sorgsame Umgang mit Lebensmitteln beim Einkauf und bei den Abfällen.
Hierzu zählt, biologischen, regionalen und saisonalen Lebensmitteln
den Vorzug zu geben. Da die Produktion von Fleisch und tierischen
Produkten außerdem enorm viele Ressourcen benötigt, ist es auch ein
wesentlicher Umwelt-Beitrag, vegetarische oder rein pflanzliche
Gerichte als Alternative anzubieten. Ebenso wie Maßnahmen zur
Vermeidung von Lebensmittelabfällen, wie eine abgestimmte
Portionierung der Speisen, die Möglichkeit des Bestellens kleinerer
Speisen und der aktive Hinweis auf die Möglichkeit der Mitnahme von
Tellerresten.
Lebensmittelabfälle: 95 Gramm pro Gast
Bernhard Wohner: "In den fünf Betrieben gab es bei den vermeidbaren
Lebensmittelabfällen unterschiedlich viel Potenzial - zwischen tollen
1 % bis zu fast einem Viertel des gesamten Küchenoutputs am
jeweiligen Erhebungstag. Durchschnittlich sind das 13 % Abfall von
allen Lebensmitteln, die einsparbar wären - das wären in den fünf
Betrieben insgesamt rund 38 Tonnen und ein Gegenwert von etwa 70.000
Euro pro Jahr." Denn etwa 95 Gramm pro Gast wandern ungenutzt in den
Müll - hier liegt wirklich viel Potenzial.
Weitere wichtige Hebel in der Ökobilanz: Strom,
Abfallentsorgung, Beschaffung
Auch die Ergebnisse der Ökobilanz der Gastronomiebetriebe - nun die
Lebensmittelabfälle ausgenommen - lieferten spannende Erkenntnisse.
Im Durchschnitt der fünf Betriebe sind der Stromverbrauch mit rund
zwei Drittel (66 %) sowie die Abfallentsorgung (exkl. Lebensmittel)
mit rund einem Fünftel (19 %) die mit Abstand größten Posten der
CO2-Bilanzen. Dazu Bernhard Wohner: "Als Gastronomiebetrieb sind
wichtige erste Schritte zu mehr Nachhaltigkeit deshalb wo möglich die
Reduktion des Stromverbrauchs und der Bezug von Ökostrom. Eine enorme
Umweltentlastung bringt normalerweise auch eine korrekte Mülltrennung
für organische und nicht-organische Abfälle."
Und was sagen die Gastronomen dazu? Ihre Statements zum
Projekt:
Catharina Priemer-Humpel, Das Augustin:
"Es war für uns ein großes Anliegen, am Projekt 'Schenk mir Dein
Problem' teilzunehmen. Die detaillierten Analysen sowie die
zahlreichen Empfehlungen der Studierenden waren äußerst bereichernd.
Erste Maßnahmen wie der Austausch von Stromfressern werden bereits
umgesetzt und wir freuen uns auf den weiteren Weg zu mehr
Nachhaltigkeit - z.B. werden wir den Umstieg auf Bio-Hühnerfleisch
testen."
Andrea Vaz-König, Deli Bluem:
"Durch die Zusammenarbeit mit GLOBAL 2000 haben wir die erfreuliche
Bestätigung erhalten, dass das Angebot und Geschäftsmodell von ‚Deli
Bluem‘ tatsächlich bereits heute einen außerordentlichen nachhaltigen
Impact aufweist - gleichzeitig dienen uns die vorliegenden Resultate
des Projektes auch als Standortbestimmung für weitere Verbesserungen,
die wir umsetzen wollen, wie z.B. einer Eigenproduktion mit eigenen
Beeten oder Eigenkompostierungen."
Elisabeth Kolarik, Kolariks Luftburg:
"Mit der Teilnahme am Projekt von GLOBAL 2000 haben wir definitiv
unseren Blickwinkel für Umweltthemen geschärft. Wir planen nun
konkrete Maßnahmen, um wichtige Schritte für die Zukunft zu setzen:
Im Fokus steht bei uns die Umstellung auf Ökostrom und die
Optimierung des Energieverbrauchs. Außerdem ist der Umgang mit
Lebensmittelabfall ein sehr wichtiges Thema, zu dem wir nicht nur
mehr Bewusstsein, sondern auch ein Konzept entwickeln."
Stefan Ho, Patara:
"Die Arbeit mit GLOBAL 2000 hat einiges bewirkt, wir sind dabei,
Vieles zu verbessern - zum Beispiel beziehen wir jetzt Bio-Garnelen
aus nachhaltigem Fischfang und je nach Saison heimischen Fisch, oder
weisen die Herkunft der Produkte auf der Karte aus. Nachhaltigkeit
wird auch in Zukunft ein Thema für uns sein, wir sind bestrebt uns
stetig zu verbessern."
Neues GLOBAL 2000 Nachhaltigkeitsprogramm für Gastronomen ab
Herbst
GLOBAL 2000 unterstützt ab Herbst 2015 auch weitere interessierte
Gastronomen, die nachhaltiger werden möchten: mit umfassenden
Nachhaltigkeitsanalysen, die Lebensmittelabfälle, Ökobilanzen und
die Beschaffung inkludieren.
Das Projekt "Schenk mir dein Problem" wird dankenswerterweise vom
Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und
Wasserwirtschaft unterstützt.
Fotos des Pressefrühstücks heute:
unter https://www.flickr.com/photos/global2000/
(Credit: GLOBAL 2000 / Christoph Liebentritt - Abdruck zu PR Zwecken
natürlich honorarfrei)
Fact Sheet und Hintergrundinformation
https://www.global2000.at/sites/global/files/Hintergrundinfo.pdf
https://www.global2000.at/sites/global/files/Fact%20Sheet.pdf
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