- 04.07.2015, 12:21:59
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Glühende Hitze, scharfe Worte und kantige Positionen am Bauerntag in Wieselburg
NÖ Bauernbund stellte mit 1600 Landwirten Stärke und Zusammenhalt unter Beweis

Utl.: NÖ Bauernbund stellte mit 1600 Landwirten Stärke und
Zusammenhalt unter Beweis =
St.Pölten (OTS) - Hervorragender Besuch des bereits fünften und schon
zur gern angenommenen Tradition gewordenen Bauerntags im Rahmen der
"Inter-Agrar-Messe": Trotz des heißen Wetters und der hohen
Temperaturen im Festzelt sind am Samstag 1600 Landwirte der Einladung
von NÖ Bauernbundobmann NAbg. Hermann Schultes und Direktorin Klaudia
Tanner nach Wieselburg gefolgt und haben so die Einigkeit und Stärke
des Niederösterreichischen Bauernbunds als politische
Interessensvertretung der Bäuerinnen und Bauern und des gesamten
ländlichen Raums in Niederösterreich eindrucksvoll unter Beweis
gestellt.
Agrarland NÖ erwirtschaftet 30 Prozent der Gesamtwertschöpfung
Gemäß dem Motto "Bauernbund. Unser Bund fürs Leben" und
"Niederösterreich, da schaun wir d’rauf" wies Tanner in der
Talk-Runde gemeinsam mit NÖ Agrarlandesrat Stephan Pernkopf auf die
vielfältigen Leistungen der Bäuerinnen und Bauern für Gesellschaft
und Umwelt hin. "Vier Prozent der Bevölkerung Niederösterreichs sind
in der Landwirtschaft tätig. Diese vier Prozent versorgen 100 Prozent
der Bevölkerung im Land mit regionalen und sicheren Lebensmitteln
sowie mit Erneuerbarer Energie und sorgen für eine gepflegte
Landschaft und die Erhaltung von Kultur und Tradition", so Tanner.
Die 41.000 landwirtschaftlichen Betriebe, das sind rund ein Viertel
aller Agrarbetriebe bundesweit, erwirtschaften einen Produktionswert
von mehr als 2,2 Milliarden Euro und tragen mit rund 30 Prozent
überproportional zur gesamten Agrar-Wertschöpfung Österreichs bei.
Für Pernkopf damit ein "äußerst stabiler Sektor der heimischen
Wirtschaft und wesentlicher Wirtschaftsmotor im ländlichen Raum." Im
Rahmen des neuen Programms für die Ländliche Entwicklung werden bis
2020 in Niederösterreich rund 20.000 bäuerliche und
agrarwirtschaftliche Projekte umgesetzt, die ein Investitionsvolumen
von 1, 3 Milliarden Euro beinhalten. "Agrarpolitik bedeutet
angewandte Wirtschaftspolitik", so Landesrat Pernkopf.
Im Jahr der Republiksjubiläen (70 Jahre Ende des Zweiten Weltkrieges,
70 Jahre 2. Republik und 60 Jahre Staatsvertrag) wurde am Bauerntag
besonders das Wirken von Leopold Figl als "Vater des österreichischen
Staatsvertrags" in den Vordergrund gestellt. Im ehrenden Gedenken und
zum 50. Todestag des großen österreichischen Politikers hat der NÖ
Bauernbund auch die Festschrift "Leopold Figl - ein Leben für
Österreich" herausgegeben, die am Bauerntag an die Besucher verteilt
wurde.
GVO-Freiheit verfassungsrechtlich absichern
Als Ehrengast der Veranstaltung hob Bundesminister Andrä Rupprechter
die Bedeutung der Agrarpolitik als verlässlichen Partner für die
land- und forstwirtschaftlichen Betriebe hervor. Niederösterreichs
Bäuerinnen und Bauern seien maßgebend bei Innovation, Modernisierung
und Qualität. Nur so könne, zusammen mit dem Erschließen neuer
Absatzmärkte, eine Antwort auf die schwierigen Herausforderungen
gefunden werden: "Wir brauchen Verlässlichkeit und Stabilität und
keine rot-blaue Cuveé wie im Burgenland bei der das Wort
Landwirtschaft im Regierungsprogramm genau einmal vorkommt und das
nur in Bezug auf die Ressortzuteilung." Einmal mehr appellierte
Bundesminister Rupprechter zu einer geschlossenen Haltung aller
Parteien, um das Gentechnik-Anbauverbot verfassungsrechtlich
abzusichern.
"Schau drauf wo’s herkommt": Fokus auf die Herkunft legen
Die für die Bauern in vielen Branchen nicht mehr kostendeckende
Preissituation auf den Agrarmärkten und im Lebensmittelhandel nahm
Bauernbundobmann Hermann Schultes, der seit zehn Jahren an der Spitze
des NÖ Bauernbunds steht, in seiner Rede ins Visier: "In Zeiten, in
denen sich viele Menschen nicht mehr auskennen, was gut für sie ist,
ist es umso wichtiger, dass richtigen, ordentlichen und ehrlichen
Produkten vom Bauernhof Wertschätzung entgegengebracht wird. Wir
können stolz auf unsere Leistungen sein. Auch wenn es in einigen
Betriebs- und Erzeugerbereichen zur Zeit schwer ist, wissen wir, dass
wir zu den Besten gehören werden, weil wir die besten Produkte der
Welt auf den in- und ausländischen Märkten anbieten."
"Schau drauf wo´s herkommt" wird dazu die Leitlinie für die
Qualitäts-produktion der heimischen Landwirtschaft in den nächsten
Jahren lauten. Diese werden vom heimischen Handel ebenso eingefordert
wie auf der Speisekarte im Wirtshaus und bei den internationalen
Verhandlungen über den Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen. "Die
österreichische Herkunft muss allen Beteiligten, Konsumenten wie
Handel, etwas wert sein. Wir werden nicht die billigsten Anbieter
sein, doch wir können verlangen, dass für unsere ehrlichen und
hochqualitativen Produkte, die weltweit Wertschätzung genießen, echte
und gerechtfertigte Priese gezahlt werden", so Hermann Schultes.
Scharfe Worte schlug auch Agrar-Landesrat Stephan Pernkopf an:
"Ungelöste Fragen in dieser Republik müssen endlich angegangen
werden, statt auf den Sankt Nimmerleins-Tag verschoben zu werden.
Figl hat die heißen Eisen angegriffen und geschmiedet, Faymann greift
nichts an und verbrennt sich trotzdem ständig die Finger. Den
Neiddebatten und der Kontroll- und Regulierungswut muss ein Ende
gesetzt werden und soziale Hängematten müssen ausgehängt werden. Wir
dürfen nicht zulassen, dass das Land der Hämmer zum Land der
Hemmnisse wird." In direktem Bezug auf die Landwirtschaft solle ein
unter seinem Vorsitz in der Österreichischen
Landes-Agrarräte-Konferenz herbeigeführte Beschluss für ein neues,
stark vereinfachtes Kontrollsystem für die bäuerlichen Betriebe
spürbare Entlastungen bringen und die Entbürokratisierung weiter
vorantreiben.
Teilnehmer am Bauerntag waren neben dem gesamten Präsidium und dem
Landesvorstand des NÖ Bauernbunds mit zahlreichen Abgeordneten zum
Nationalrat, Landtag und Bundesrat auch die Vizepräsidenten der NÖ
Landwirtschaftskammer, Theresia Meier und Otto Auer. Ebenfalls am
Bauerntag mit dabei gewesen sind unter vielen anderen Landesbäuerin
Irene Neumann-Hartberger, RWA-Aufsichtsratsvorsitzender Johannes
Lang, Messedirektor Werner Roher, Militärkommandant Rudolf
Striedinger, Rot Kreuz-Präsident Willi Sauer, Bezirkshauptmann Johann
Seper und die Obfrau der NÖ Dorf- und Stadterneuerung Maria Forstner
sowie die Landjugend-Leiter Sandra Zehetbauer und Harald Hochedlinger
und Jungbauern-Landesobmann Johann Deix.
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