- 03.07.2015, 11:29:58
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Katholische Aktion: "Stillstand in Flüchtlingspolitik" überwinden
Forderung in Briefen an Bundespräsident, Regierung und Landeshauptleute: "Endlich klares gemeinsames Ja zu Flüchtlingshilfe" - Bürokratische Hürden bei Beschaffung von Wohnraum für Flüchtlinge beseitigen
Utl.: Forderung in Briefen an Bundespräsident, Regierung und
Landeshauptleute: "Endlich klares gemeinsames Ja zu
Flüchtlingshilfe" - Bürokratische Hürden bei Beschaffung von
Wohnraum für Flüchtlinge beseitigen =
Wien (KAP) - Die Bundesregierung, Landeshauptleute und Bürgermeister
müssen "endlich gemeinsam Wege aus der derzeitigen Misere bei der
Unterbringung und Versorgung von Flüchtlingen und Asylwerbern"
finden. Das hat die Katholische Aktion (KA/KAÖ) österreichweit und in
den Diözesen in Briefen an Bundespräsident Heinz Fischer, an die
Regierungsspitze und die Landeshauptleute gefordert. Es sei
"schlichtweg unbegreiflich und unerträglich", dass in Österreich
Asylwerber derzeit vorwiegend in Massenquartieren notdürftig
untergebracht und versorgt werden müssen, schrieb KAÖ-Präsidentin
Gerda Schaffelhofer an Bundeskanzler Werner Faymann und Vizekanzler
Reinhold Mitterlehner. Über ihre schriftlichen Appelle informierte
die KAÖ am Freitag in einer Aussendung.
In Ländern und Gemeinden würden viele Hilfswillige erleben, "dass
bürokratische und baurechtliche Standards vorgeschoben werden", um
keine Flüchtlinge aufnehmen zu müssen. "Wer den Angstmachern auf
diese Weise nachgibt, handelt menschenverachtend und bringt unser
Land auf einen Weg, der nicht zukunftsfähig ist", so die Kritik der
Katholischen Aktion. Viele Menschen in Österreich seien bereit, mit
vollem Einsatz jenen zu helfen, die vor Krieg, Gewalt und Verfolgung
geflohen sind und Zuflucht suchen. Die KAÖ-Präsidentin erwarte in der
jetzigen Situation auf ein klares Signal der Politiker auf allen
Ebenen, "dass diese Hilfe notwendig und erwünscht ist".
In ihren Schreiben an die Landeshauptleute forderten auch die
diözesanen KA-Verantwortlichen den Abbau von Zeltstädten und von
bürokratischen Hürden, die der Beschaffung von Wohnraum für
Flüchtlinge "oft im Weg stehen". Sie plädierten für eine Bevorzugung
privater, nicht auf wenige Orte und Zentren konzentrierter
Beherbergung von Flüchtlingen. Als notwendig bezeichnete die
Katholische Aktion auch die Anpassung der Standards für die
Unterbringung an die aktuelle Notsituation bzw. die flexible
Handhabung dieser Standards, gerade um überfüllte Massenquartiere zu
vermeiden. Auch sollte die behördliche Nutzungserlaubnis anders
gewidmeter Gebäude und Flächen für die Unterbringung von Asylwerbern
und Flüchtlingen "großzügig gehandhabt" werden. Für unbegleitete
minderjährige Flüchtlinge forderte die KA, die Unterbringung und
Betreuung in Familien zu forcieren.
Neben der Unterbringung und Versorgung sind nach Überzeugung der
Katholischen Aktion eine ganze Reihe von integrativen Maßnahmen und
Hilfen nötig. Für deren Ausbau brauche es mehr Mittel von Seiten der
öffentlichen Hand. Auch sei nötig, "dass Best-Practice-Beispiele, wie
eine gute Aufnahme und Integration von Asylwerbern und Flüchtlingen
gelingt, viel stärker publik gemacht und vor den Vorhang geholt
werden". Auf positive Vorbilder zu verweisen sei auch von den
Politikern gefordert, betonte die Katholische Aktion in ihren
Schreiben.
((ende)) RME/FAM
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