- 01.07.2015, 14:52:20
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Totales Rauchverbot in den Wiener Kaffeehäusern ab 2018
Zukünftig werden die Gäste verstärkt und ganzjährig vor den Lokalen rauchen - In Wien fehlt eine gastfreundliche Ersatzlösungen: Die Möglichkeit ganzjähriger Schanigärten
Utl.: Zukünftig werden die Gäste verstärkt und ganzjährig vor den
Lokalen rauchen - In Wien fehlt eine gastfreundliche
Ersatzlösungen: Die Möglichkeit ganzjähriger Schanigärten =
Wien (TP/OTS) - Dass Rauchen ab Mai 2018 in der Gastronomie und somit
auch in den Wiener Kaffeehäusern gesetzlich verboten sein wird, wird
ein Ende mit Schrecken für viele Kaffeesieder und Gastronomen sein.
"Nichtraucherschutz ist ein gesundheitspolitisches Thema.
Gesellschaftspolitisch läuft die Diskussion vom internationalen Trend
zum Nichtrauchen in der Gastronomie über Österreich als angeblicher
Aschenbecher Europas. Das gefällt mir nicht. Was wird unseren Gästen
als nächstes vorgeschrieben? Wir müssen wegkommen von der
Bevormundungs- und Verbotskultur. Ich bin für Entscheidungsfreiheit
mündiger Bürger und Unternehmer", so Berndt Querfeld, Obmann der
Fachgruppe Kaffeehäuser in der Wirtschaftskammer Wien.
Tod der Stammtischkultur
Denn wirtschaftspolitisch wird ein generelles Nichtrauchen in der
Gastronomie für einen Teil der Unternehmer sicherlich Umsatzeinbußen
bedeuten, insbesondere für Lokale mit eine ausgeprägten
Stammtischkultur und getränkelastigen Konzepten. Ob sich der
Gesamtumsatz der österreichischen Tourismuswirtschaft und damit die
Einnahmen der Mehrwertsteuer für den Finanzminister durch das
Rauchverbot in der Gastronomie relevant verändern werden, bleibt
abzuwarten.
Rauchverbot in der Gastronomie wird Anzahl der Raucher nicht
unmittelbar senken
Mittelfristig nicht wirklich verändern wird sich jedoch die Anzahl
der Raucher unter den Gästen. Denn es sind die Gäste, die sich eine
Möglichkeit zum Rauchen wünschen, und nicht primär die Cafetiers und
Wirte. "Wo wird man also in Zukunft rauchen können und wie
gastfreudlich kann der Cafetier oder Wirt dann noch sein? Hier
fordere ich die handelnden Politiker auf, für gesetzliche Lösungen
zur sogen. Und zwar zeitgleich mit etwaigen Rauchverboten!" so
Querfeld.
Angebot für rauchende Gäste muss gelöst werden
Die Gastronomie möchte auch weiterhin rauchende Gäste
zufriedenstellen. Da dies Indoor nicht mehr möglich sein wird,
brauchen wir ein ganzjähriges Angebot vor der (Gastro-)Tür. Dazu
zählen ganzjährige Schanigärten, Schirme als Wetterschutz,
Stehtische, Aschenbecher und die gesetzliche Erlaubnis, auf
Gehsteigen verweilen zu dürfen. Dazu gehört auch, dass die
Gesellschaft zur Kenntnis nehmen muss, dass Raucher auf Wunsch der
Gesundheitspolitik zukünftig vermehrt auf der Straße vor den Lokalen
stehen werden, mit all den Begleiterscheinungen, die dies mit sich
bringen wird. Dazu braucht man kein Prophet sein. Das kann und darf
nicht am Rücken der Gastronomen austragen werden", so Querfeld.
Hohe Belastungen einerseits, gesunkenes Konsumverhalten
andererseits
Für die Gastronomiebranche kam in den letzten Monaten eine neue
Auflage nach der anderen. Man betrachte die Allergenkennzeichnung mit
der Aufzeichnungsbürokratie, das Lohndumpinggesetz, die
Registrierkassenpflicht, das Rauchverbot, die Umbauten für die
Barrierefreiheit, das Verbot des kleine Glückspiels und so weiter und
so fort.
Dazu kommt eine verhaltene Konsumbereitschaft, welche durch
geringeres verfügbares Einkommen oder Arbeitslosigkeit verursacht
wird.
Preiserhöhungen und die Unterbringung der steigenden Kosten
insbesondere für Dienstleistung sind in diesem Umfeld meist nicht
leicht umzusetzen, wodurch die Deckungsbeiträge sinken. Schon jetzt
wechseln 70% der Wiener Gastronomiebetriebe den Eigentümer innerhalb
von 5 Jahren.
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