- 01.07.2015, 11:45:50
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AK zu Wirtschaftsbericht: Industriestandort stärken
Die größten Herausforderungen liegen in der Bildung und im Arbeitsmarkt
Utl.: Die größten Herausforderungen liegen in der Bildung und im
Arbeitsmarkt =
Wien (OTS) - "Österreichs Wirtschaft ist im EU-Vergleich gut
aufgestellt und wir müssen dafür sorgen, dass das in zehn Jahren noch
genauso ist", so Silvia Angelo, Leiterin der AK Abteilung
Wirtschaftspolitik. Österreich hat im Vergleich zum Durchschnitt der
Eurozonenländer immer noch einen hohen Industrieanteil, die Ausgaben
für Forschung und Entwicklung steigen konstant, das Sozialsystem ist
gut, aber: Im Be-reich Arbeitsmarkt und Bildung warten nun die
größten Herausforderungen. Seit Beginn der Finanzkrise im Jahr 2008
ist der Bestand der registrierten Arbeitslosen um 50 Prozent
gestiegen. Das schwache Wachstum reicht nicht aus, um den Zu-wachs an
Arbeitskräften vollständig in Beschäftigung zu bringen, weshalb seit
2008 sowohl Beschäftigung als auch Arbeitslosigkeit steigen. Hier
gilt es gegenzusteuern, mit Investitionen in soziale Dienstleistungen
und Infrastruktur.
Positiv für die heimische Konjunktur ist die Steuerreform, die vor
dem Hintergrund geringer Wachstumsaussichten jedenfalls für einen
Schub beim inländischen Konsum sorgen wird, der im Moment besonders
schwächelt. Hier zeigt sich auch der größte Unter-schied zu
Deutschland, das derzeit oft als Vorzeigeland genannt wird: Während
der private Konsum in Österreich um 0,2 Prozent gestiegen ist, waren
es in Deutschland 1,1 Prozent.
Die AK fordert:
+ Einen "Big Deal" zur Beschäftigungssteigerung in Österreich.
+ Investitionen in die öffentliche Infrastruktur und die Schaffung
von mehr Spielraum auf europäischer Ebene durch die Einführung einer
Goldenen Regel für öffentliche Investitionen.
+ Stärkung strategischen österreichischen Eigentums über die ÖBIB
bzw. andere Modelle der Stakeholderbeteiligung.
+ Bekämpfung von Steuerflucht und des Steuerwettbewerbs europaweit.
+ Eine bessere Verteilung von Arbeit und Freizeit durch aktive
Arbeitszeitpolitik, die die Lebensqualität der Beschäftigten
steigert.
+ Um das längere Arbeitsleben lebenswert bewältigbar zu machen, muss
es gezielte Maßnahmen gegen die permanente Überlastung im Beruf
geben.
+ Rasche Maßnahmen gegen Langzeitarbeitslosigkeit durch bessere
Prävention, Weiterbildung und den Aufbau eines "zweiten
Arbeitsmarktes".
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