ÖAMTC: Staukosten sind Zeitkosten – betroffene Verkehrsteilnehmer bezahlen durch Zeitverlust

Staukostenrechner beziffert entstehenden gesamtwirtschaftlichen Schaden

Wien (OTS) - Ganz gleich ob morgendliche Überlastung der Stadteinfahrten, eine neue Baustelle oder dichter Urlauberverkehr -beinahe täglich kommt es irgendwo in Österreich zu einem Stau. Das Phänomen Stau und die daraus resultierenden Kosten für die Volkswirtschaft analysiert eine aktuelle Studie des Instituts für Transportwirtschaft und Logistik der Wirtschaftsuniversität Wien im Auftrag des ÖAMTC.

"Auch wenn die Ursachen auf den ersten Blick nicht unterschiedlicher sein könnten, so lassen sie sich dennoch auf eine einzige Tatsache reduzieren", erklärt Studienautor und Institutsvorstand Sebastian Kummer. "Ein Stau entsteht, wenn die Verkehrsnachfrage an einer Stelle des Straßennetzes dessen Kapazität übersteigt. Fahrzeuge beginnen sich gegenseitig zu behindern, wodurch sich der Verkehrsfluss verlangsamt." Hinzu kommt, dass Staus nicht nur ärgerlich sind, sondern die Wirtschaft und die Bürger auch mit erheblichen Kosten belasten. "Angelehnt an das EU-Grünbuch würde ich die jährlichen Staukosten in Österreich auf etwa fünf bis sechs Milliarden Euro schätzen", stellt Kummer fest. "Davon entfallen bis zu 95 Prozent auf Zeitverluste, vier Prozent auf Energiemehrkosten und ein Prozent auf Umweltkosten."

ÖAMTC-Staukostenrechner

Da es die unterschiedlichsten Parameter zu berücksichtigen gilt, ist die Berechnung von Staukosten eine komplexe Angelegenheit. "Zeitpunkt, Ort und Straßenkategorie sind entscheidende Faktoren, um die Kosten eines Staus berechnen zu können", führt ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexpertin Elisabeth Brandau aus. "Aber auch Fahrzeugmix, Besetzungsgrad der Fahrzeuge, Kraftstoffart und Zeitkostensatz spielen eine wesentliche Rolle."

Experten des Instituts für Transportwirtschaft und Logistik an der WU Wien haben nun in Zusammenarbeit mit dem ÖAMTC ein Berechnungsmodell entwickelt, mit dem die Kosten eines Stauereignisses beziffert werden können. "Mit dem ÖAMTC-Staukostenrechner können individuelle Zeitverluste sowie die höheren Energie- und Umweltkosten anschaulich dargestellt werden", stellt Brandau fest. "Dadurch erhält man einen Überblick über den gesamtwirtschaftlichen Schaden, wenn auch der Großteil durch die Staubetroffenen selbst getragen wird."

Stauvermeidung statt Kostenbelastung der Autofahrer

Immer wieder gibt es seitens des Europäischen Parlaments Bestrebungen, den vermeintlichen Verursachern die Staukosten anzulasten. "Dabei fallen diese ohnehin schon über die von ihnen getragenen Zeitverluste, Personal- und Betriebskosten bei den Verkehrsteilnehmern und nicht bei der Allgemeinheit an", kritisiert der Leiter der ÖAMTC-Interessenvertretung, Bernhard Wiesinger. Die vorliegende Studie zeigt unter anderem auch, dass Staus durch entsprechende Infrastrukturmaßnahmen, gekoppelt mit intelligenten Verkehrslenkungssystemen - Stichwort Telematik - durchaus vermeidbar wären. Auch effizientes Baustellenmanagement, gestaffelte Beginnzeiten in Schulen und Büros sowie eine punktuelle Kapazitätserweiterung oder eine europaweite Koordination von Ferienterminen würde zu einer Entzerrung der Verkehrsströme beitragen.

Keine Alternative sind Staugebühren für den ÖAMTC-Interessenvertreter. "In der Praxis ist zu befürchten, dass diese keinen Lenkungs-, sondern nur einen Abschöpfungseffekt haben würden. Denn die wenigsten Menschen können frei entscheiden, zu welchem Zeitpunkt sie etwa an ihrem Arbeitsplatz eintreffen oder Waren beim Kunden abliefern müssen." Schon heute könnten viele Staus - und damit auch unnötige Umweltbelastungen - vermieden werden, wenn bereits existierende Abgaben des Straßenverkehrs zweckgebunden und bedarfsgerecht verwendet würden. "Die diesbezügliche Palette ist groß und reicht von der sinnvollen Optimierung bestehender Infrastruktur bis hin zur Umsetzung und Förderung technischer Innovationen", verdeutlicht Wiesinger abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

ÖAMTC-Kommunikation
+43 (0) 1 711 99-21218
kommunikation@oeamtc.at
http://www.oeamtc.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | OCP0001