„Kein weiteres Geld für Griechenland!“

Rettet man Griechenland ohne wenn und aber, destabilisiert man die EU und den Euro, warnt der deutsche Ökonom Carl Christian von Weizsäcker im Wirtschafsmagazin GEWINN.

Wien (OTS) - Denn es wäre ein falsches Signal für andere hoch verschuldete Euro-Staaten. "Wenn wir Griechenland mit seiner jetzigen Regierung weiter subventionieren, wird dies die EU viel mehr destabilisieren", so Weizsäcker, "wenn wir den Euro beibehalten wollen, müssen wir die Euro-Staaten dazu erziehen, dass sie sich nicht auf die anderen Mitgliedsländer verlassen, sondern ihre Probleme selbst lösen." Er hält es für sinnvoll, "reformunwillige, hoch verschuldete Staaten insolvent gehen zu lassen. Denken Sie nur an die Wahlen in Spanien: Die Partei, die Spanien erfolgreich eine Diät verordnete, würde abgestraft. Der Linkspartei Podemus ist ein Siegeszug sicher. Denn wozu einen Reformkurs, wenn Griechenland zeigt, dass es auch ohne geht. Davon abgesehen: Billiges Geld schafft auch noch kein Wachstum. Ich halte es für sinnvoll, reformunwillige, hoch verschuldete Staaten insolvent gehen zu lassen."

Während Griechenland so lange konsolidieren sollte, bis es wieder solider da steht und niedrigere Zinsen zu zahlen hat, sollten sich Österreich und Deutschland mehr verschulden. "Wenn wie in Österreich oder Deutschland die Realzinsen negativ sind, muss der Staat als Schuldner einspringen", fordert Weizsäcker, "die Realzinsen sind ja deshalb negativ, weil zu viel Kapital zurückgelegt und zu wenig investiert wird. Wenn durch einen zusätzlichen Geldbedarf des Staates wieder mehr Kapital nachgefragt wird, Investitionen und Ersparnisse ins Lot kommen, steigen auch die Zinsen zur Freude der Sparer wieder. Sobald die Zinsen wieder steigen, sollte die öffentliche Hand dann aber auch wieder sparen."

Lesen Sie das gesamt Interview mit Volkswirt Professor Dr. Carl Christian Freiherr von Weizsäcker im neuen GEWINN.

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