• 27.06.2015, 08:00:01
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„profil“: Friedrich Karl Flicks Testament landete im Hypo-U-Ausschuss

Ungeschwärzt übermittelt vom Justizministerium – Ingrid Flick „überrascht und verwundert“

Utl.: Ungeschwärzt übermittelt vom Justizministerium – Ingrid Flick
„überrascht und verwundert“ =

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag
erscheinenden Ausgabe berichtet, übermittelte das Justizministerium
dem parlamentarischen Hypo-Untersuchungsausschuss unter anderem auch
das vollständige Testament des 2006 verstorbenen Industriellen
Friedrich Karl Flick. Das am 22. März 2005 aufgesetzte Dokument
umfasst 56 Seiten und liegt "profil" vor. Es ist Teil einer größeren
Hypo-Dokumentation, welche die Staatsanwaltschaft München I im Mai
2013 an die Oberstaatsanwaltschaft Graz geschickt hatte, die das
Konvolut kurz darauf an das Justizressort schickte. Darin werden
mehrere Personen von anonymer Seite angeblicher Machenschaften in der
Hypo Alpe-Adria und der Flick Privatstiftung bezichtigt. Zu
Ermittlungen in Österreich kam es in diesem Zusammenhang allerdings
nie.

Dagmar Albegger, Sprecherin des Justizressorts, schildert den
Aktenlauf gegenüber "profil" so: "Die Eingabe stammt von einem
namentlich nicht genannten Verfasser. Die Oberstaatsanwaltschaft Graz
hat dem Justizministerium berichtet, dass der Bericht der
Staatsanwaltschaft Klagenfurt mit dem Auftrag übermittelt wurde,
innerhalb von drei Monaten zu prüfen und sodann über das Ergebnis
dieser Prüfung zu berichten." Das sei im Juli 2013 geschehen, wobei
die Staatsanwaltschaft Klagenfurt keine Möglichkeit gesehen habe,
"die Eingabe des ,anonymen Informanten‘ zur Grundlage eines darauf
bezogenen Ermittlungsverfahrens zu machen oder sie in das bereits
laufende Ermittlungsverfahren einzubeziehen". Darüber hinaus verweist
das Ministerium auf die "jüngste Entscheidung des
Verfassungsgerichtshofes. In dieser hat er klargestellt, dass jedes
Dokument vollständig und ungeschwärzt vorgelegt werden muss, das
einen mittelbaren oder unmittelbaren Bezug zum
Untersuchungsgegenstand aufweist oder auch nur aufweisen kann."

Dazu Ingrid Flick, Witwe des Industriellen, gegenüber "profil":
"Ich - und ich glaube, das wäre wohl jeder andere auch - bin sehr
überrascht und verwundert, dass ein derart privates, die Familie
betreffendes Dokument wie der letzte Wille meines verstorbenen Mannes
- der mit dem Thema des Untersuchungsausschusses überhaupt nichts zu
tun hat - nicht nur den Weg in den Ausschuss findet, sondern offenbar
auch den Medien zur Verfügung gestellt wurde."

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