- 26.06.2015, 12:52:09
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"Objektiv 2015" - Pressefotos des Jahres zum 10. Mal ausgezeichnet
"Standard"-Fotograf Fischer gewann Hauptpreis und Politik-Kategorie - Je zwei Auszeichnungen für "profil" und "Heute" - Lang-Plädoyer für Pressefotografie und Unabhängigkeit

Utl.: "Standard"-Fotograf Fischer gewann Hauptpreis und
Politik-Kategorie - Je zwei Auszeichnungen für "profil" und
"Heute" - Lang-Plädoyer für Pressefotografie und
Unabhängigkeit =
Wien (OTS) - Eine Frauenquoten-geplagte Ministerin, Hausbesetzer,
Kinder mit schweren Behinderungen, die Leiterin der
Hypo-Untersuchungskommission als Lichtgestalt - zum 10. Mal wurde am
Donnerstagabend der österreichische Pressefotopreis "Objektiv"
verliehen. Großer Gewinner beim von der APA - Austria Presse Agentur
und Canon Österreich initiierten Preis war "Standard"-Fotograf
Christian Fischer.
Fischer gewann den Hauptpreis sowie die Kategorie Innen- und
Außenpolitik. Für die Jury war Fischers Foto von Bildungs- und
Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek am Rande einer SPÖ-Sitzung
zur Frage der Frauenquote in der Partei eine "perfekte
Momentaufnahme", die das brisante Thema Quotenregelung "entlarvend
und dennoch charmant" dokumentiert, sagte "Kurier"-Fotochefin und
"Objektiv"-Jury-Mitglied Dragana Heiermann. "Ein bisschen Ironie ist
nie schlecht", meinte Fischer selbst zu seiner Aufnahme.
APA-Chefredakteur Michael Lang hielt zum Auftakt der Veranstaltung im
Wiener Musiktheater ein Plädoyer für die Pressefotografie und die
Unabhängigkeit der Bildberichterstattung. "Professioneller und
qualitativer Fotojournalismus besteht nun einmal darin, die Realität
so objektiv wie möglich abzubilden und ist damit auch ein ganz
wesentliches Element der Pressefreiheit. Und um diese ordentlich zu
kämpfen, zahlt sich schon aus", meinte Lang. "Es zahlt sich aus, wenn
Popstars glauben, sie könnten Fotografen zwingen, nur noch schöne
oder geschönte Aufnahmen zu verbreiten. Es zahlt sich aus, wenn
Politiker glauben, sie könnten Bildjournalisten, die unangenehme
Aufnahmen machen, einfach von Veranstaltungen ausschließen. Und es
zahlt sich aus, wenn Fotografen beschuldigt werden, Fotos gestellt
oder inszeniert zu haben, nur weil einem das Abbild einer bestimmten
Situation nicht passt."
Die Bedeutung der Pressefotografie strich auch Canon-Geschäftsführer
Peter Saak hervor. Der "Objektiv" sei dabei eine wichtige öffentliche
Plattform und ein "toller Botschafter für Qualität und Emotion", so
Saak. "Es werden heute mehr Fotos als je zuvor produziert, leider
nicht mit Produkten in entsprechender Qualität."
Um Qualität und Emotion ging es dann auch bei der Auszeichnung der
Pressefotos des Jahres. Gleich zwei Preise gewann das
Nachrichtenmagazin "profil": Philipp Horak konnte die Kategorie
Fotoserie mit einer berührenden Porträtreihe über Kinder mit schweren
Behinderungen für sich entscheiden. Horak kündigte an, seinen Preis
mit dem Kinderhospiz Momo zu teilen. Walter Wobrazek war in der von
APA-PictureDesk gesponserten Jubiläums-Kategorie Ikonen, die
anlässlich des 10-jährigen Objektiv-Bestehens ausgeschrieben wurde,
mit einem Bild des früheren Bundespräsidenten Kurt Waldheim
siegreich. Klemens Ganner, Geschäftsführer APA-PictureDesk: "Oft
kann man in der eigenen Zeit nicht beurteilen was wichtig ist, Bilder
werden teilweise erst Jahre später zur Ikone. Die Arbeit von
Bildarchiven ist wichtig, um Fotos als Zeitdokumente zu bewahren und
vor allem ihre Verfügbarkeit zu gewährleisten."
Fotografen der Gratiszeitung "Heute" holten beim "Objektiv 2015" zwei
Auszeichnungen. In der Kategorie Chronik lieferte Daniel Schaler mit
einer Aufnahme von der Hausbesetzung der Pizzeria Anarchia das beste
Foto, Helmut Graf gewann die Kategorie Wirtschaft mit einem Bild von
Hypo-Untersuchungskommissions-Leiterin Irmgard Griss. "Großes Kino",
streute APA-Chefredakteur Lang den "Heute"-Fotografen Rosen. Die
Kategorie Kunst und Kultur gewann APA-Fotograf Georg Hochmuth für ein
Bild von der Aufhängung eines Velázquez-Gemäldes im Kunsthistorischen
Museum in Wien. "Eine Arbeit, die selbst wie ein Gemälde wirkt", so
Laudatorin Petra Bernhardt. Im Sport machte Reuters-Fotograf
Heinz-Peter Bader mit einer Vienna City Marathon-Aufnahme das beste
Foto.
APA-Chefredakteur Lang zeigte sich angesichts der ausgezeichneten
Fotos überzeugt, dass die Pressefotografie auch gegen Megatrends wie
Bewegtbild und Videojournalismus bestehen kann: "Natürlich ist Video
eine spannende Geschichte, aber es ist eine ganz andere Erzählform
als die Pressefotografie. Und ich sehe heute Abend hier kein einziges
Bild, bei dem ich sagen würde, schade drum, es wäre viel schöner,
wenn es sich bewegen würde - im Gegenteil."
Weitere Informationen zum "Objektiv" und die Bilder zum Download:
www.objektiv-fotopreis.at
Fotogalerie der Preisverleihung:
http://www.apa-fotoservice.at/galerie/6851/
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at
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