Vorschlag für ein neues Berufsgesetz Sozialarbeit/Sozialpädagogik im Rathaus übergeben

Christian Oxonitsch und Birgit Hebein nahmen Entwurf von Arbeitsgruppe entgegen

Wien (OTS) - Die gesetzliche Absicherung der sozialen Arbeit mit einem Berufsgesetz Sozialarbeit/Sozialpädagogik ist seit langem ein Wunsch. Versuche, eine zeitgemäße und einheitliche Regelung auf Bundesebene zu schaffen, sind bisher gescheitert. Aus diesem Grund hat eine Arbeitsgruppe von SozialarbeiterInnen und SozialpädagogInnen mit juristischer Unterstützung einen Vorschlag für ein neues Gesetz ausgearbeitet. Der Entwurf wurde heute von Bildungs- und Jugendstadtrat Christian Oxonitsch sowie von der Sozialsprecherin der Grünen Wien, Birgit Hebein im Wiener Rathaus entgegengenommen.

Das Ziel einer einheitlichen Regelung und Absicherung

Der neue Gesetzesentwurf schützt die Berufsbezeichnungen SozialarbeiterInnen, SozialpädagogInnen und SozialarbeitswissenschaftlerInnen. Er schafft bisher nicht existierende Qualitätsstandards. Jeder Mensch der sich soziale engagiert, leistet einen wertvollen Beitrag für unsere Gesellschaft. Aber alle Menschen, die durch ihre Berufswahl "Vollzeit" in der sozialen Arbeit tätig sind, müssen eine hohe Qualifikation mitbringen. Dazu gehört etwa eine pädagogische, psychologische, rechtliche und wissenschaftliche Ausbildung. Hinzu kommt noch ein hoher Anteil an Praxis und Selbstreflexion.

Von den Ausbildungsstandards, über die ethischen Grundsätze der Profession bis zu fachlichen und arbeitsrechtlichen Standards, definiert der Gesetzesentwurf diese drei Berufsgruppen und ihre Leistungen klar und verständlich. Erstmals soll damit auch eine Grundlage für selbständige Tätigkeit geschaffen werden z.B. für Familien- und Erziehungsberatungen und vieles mehr.

Oxonitsch und Hebein zur Bedeutung der sozialen Arbeit:

Bildungs- und Jugendstadtrat Christian Oxonitsch:
"Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der sozialen Arbeit beraten Hilfesuchende und Menschen in Notlagen schnell und professionell. Kinder und Jugendliche werden direkt an ihren Aufenthaltsorten erreicht und unterstützt. Durch die präventive Tätigkeit der sozialen Arbeit werden Konflikte schon im Vorfeld verhindert. Sie wirkt sich positiv auf das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung aus. Darum sind auch die Angebote der Wiener Kinder- und Jugendhilfe (MAG ELF), die aufsuchende Jugendarbeit, die mobile Jugendarbeit, die wohnpartner, die Suchthilfe Wien, die Gebietsbetreuung, die interkulturelle Projektarbeit, die Wohnungslosenhilfe, die Straßensozialarbeit oder Streetwork wichtige Einrichtungen für das soziale Wien. Hier zeigt sich wie vielfältig und wichtig das Angebot der sozialen Arbeit ist, deren Leistungen das Zusammenleben der Menschen in unserer Stadt fördert."

Die Sozialsprecherin der Grünen Wien, Birgit Hebein: "Wenn zunehmend über die Verwertbarkeit von Menschen diskutiert wird, ist die dringend notwendige gesetzliche Absicherung der sozialen Arbeit besonders wichtig und untermauert ihren wichtigen Wert für individuelle Unterstützung und unsere Gesellschaft. Durch Beziehungsarbeit, Niederschwelligkeit, Subjektorientierung und Parteilichkeit ist sie tagtäglich konkrete Hilfe auf Augenhöhe, garantiert Grundrechte und setzt sich für soziale Gerechtigkeit und gegen Ausgrenzung ein. Ihr muss zukünftig verstärkt das Recht eingeräumt werden, auch gesellschaftliche Widersprüche zu benennen und das Soziale im Sinne der Betroffenen mitzugestalten."

Die nächsten Schritte

Der neue Gesetzentwurf wird zunächst an alle ExpertInnen der sozialen Arbeit in Österreich geschickt, damit diese den Text noch ergänzen und verbessern können. Bei einer Informationsveranstaltung im kommenden Herbst in Wien werden dann noch letzte offene Fragen diskutiert. Danach wird der endgültige Text der Bundesregierung übergeben.

"Dieses Gesetz stellt eine notwendige und logische Ergänzung der in diesem Feld bereits bestehenden berufsrechtlichen Regelungen, wie zum Beispiel für Psychologinnen und Psychologen, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, Lebens- und Sozialberaterinnen und Lebens- und Sozialberater, Mediatorinnen und Mediatoren dar und kann als ‚Missing-Link‘ im bestehenden berufsrechtlichen System gesehen werden", so Oxonitsch und Hebein abschließend.

Pressebilder demnächst unter http://www.wien.gv.at/pressebilder abrufbar.

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