Scharfe Kritik an der Vorgehensweise der Lehramtscurriculaerstellung im Verbund Nord-Ost

Enge zeitliche und inhaltliche Vorgaben sowie eine Zusammenarbeit, die nicht auf Augenhöhe stattfindet, beherrschen die Kooperation.

Wien (OTS) - Seit 2013 ist bekannt, dass die Uni Wien und die Pädagogischen Hochschulen im Raum Wien/Niederösterreich hinsichtlich der Lehramtscurricula für die Sekundarstufen kooperieren sollen und jetzt plötzlich gibt es Zeitdruck, da diese bis Anfang Oktober fertiggestellt sein sollen - Arbeitsbeginn war jedoch erst Anfang Juni.

Die Österreichische HochschülerInnenschaft an der Pädagogischen Hochschule Wien begrüßt diese Kooperation prinzipiell, da zwei unterschiedliche Expertisen gebündelt werden könnten: die der Uni Wien in Bezug auf die Fachwissenschaften, die der Pädagogischen Hochschulen (PH Wien, PH Niederösterreich, KPH Wien/Krems und HAUP -Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik) v.a. in Bezug auf Fachdidaktik, Schulpraxis, inklusive Pädagogik und Neue Mittelschulen. In der Praxis kristallisiert sich jedoch immer deutlicher heraus, dass die Zusammenarbeit nicht auf Augenhöhe stattfindet: Das bereits bestehende Curriculum der Uni Wien bildet die Vorlage und soll in dessen Struktur nicht angetastet werden. Dadurch ist eine offene Curriculaentwicklung nicht möglich und die PHs haben das Nachsehen.

Aufgrund des eng gesteckten Zeitplanes und der großteils starren inhaltlichen Vorgaben sieht die ÖH PH Wien ein qualitativ hochwertiges Curriculum und dessen Studierbarkeit gefährdet bzw. in diesem Zeitraum als nicht sinnvoll umsetzbar. Daher wird eine Anpassung der gesetzlichen Grundlagen im Sinne der Studierenden gefordert.

Darüber hinaus sind viele durchaus wichtige Punkte, wie z.B. alles rund um die Praxisphase im Studium oder ein "gemeinsames" Studienrecht für Studierende, noch nicht geklärt. Außerdem sei noch darauf hingewiesen, dass aufgrund der oben ausgeführten Rahmenbedingungen und der personellen Ressourcen der PHs der Schwerpunkt der neuen PädagogInnenbildung bei der Universität Wien liegen soll. Dies darf jedoch nicht auf (Fahrt-)Kosten der Lehramtsstudierenden gehen, was v.a. für jene, die derzeit in Krems oder Baden studieren, der Fall sein würde. Deshalb müssen alle beteiligten Hochschulen dementsprechende Verhandlungen führen, damit die kooperativen Lehramtsstudien nicht zu sozialer Selektion führen.

Rückfragen & Kontakt:

ÖH PH Wien
E-Mail: office@oehphwien.at
Tel.: +43 1 60118 4100

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF0002