• 24.06.2015, 16:22:17
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Kommunikationscontrolling 3.0 – PR-Arbeit im Umbruch

http://www.apa-fotoservice.at/galerie/6844 Im Bild
v.l.n.r.: Susanne Senft (PRVA Public Relations Verband Austria),
Edith Rehberger (APA-DeFacto GmbH), Alexander Raffeiner (Moderator),
Claudia Wiesner (Wiesn Veranstaltungs und Kultur GmbH), Julia
Wippersberg (APA-Corporate Science and Research), Waltraud
Wiedermann (APA-DeFacto GmbH)

Wien (OTS) -
- Expertinnen und Experten diskutierten im Rahmen des
DeFacto-BusinessBreakfast über Kommunikation als Investition und
Währung - Aufruf zu Kreativität im Kommunikationscontrolling

Der Wandel der Medien bringt auch für PR und Kommunikation neue
Hürden. Darüber sprachen Expertinnen heute, Mittwochvormittag, im
Rahmen des APA-DeFacto-Branchenfrühstücks. Susanne Senft
(PRVA-Präsidentin), Edith Rehberger (APA-DeFacto), Claudia Wiesner
(Wiesn Veranstaltungs- und Kultur GmbH), Julia Wippersberg
(APA-Corporate Science and Research) und Waltraud Wiedermann
(Geschäftsführerin APA-DeFacto) informierten über Trends für
Kommunikation.

"Don’t count the people that you reach, reach the people who count",
zitierte Susanne Senft vom Public Relations Verband Austria (PRVA)
David Ogilvy und stellte fest, dass um das Thema Evaluierung niemand
herum komme. Anhaltspunkt der Evaluierung müsse die Definition von
Ziel und Nutzen sein. "Wir Kommunikatoren haben das Gefühl, alles
zerbröseln zu müssen. Wir sind somit katholischer als der Papst und
glauben, Leistungen an Organisationen, Journalisten und Bloggern
erbringen zu müssen und nicht am Kunden", beschreibt Senft die
Problematik im Kommunikationsalltag. "Nur wenn ich weiß, wohin ich
will, kann ich es auch erreichen. Das Kommunikationsziel muss sich
vom Unternehmensziel ableiten", führt sie weiter aus. "Wer nicht von
Beginn an miteinander redet, wird keinen Erfolg haben", ergänzt
Claudia Wiesner, Geschäftsführerin des Wiener Wiesn-Fest, ihr
Erfolgsrezept in Bezug auf Zusammenarbeit von Kommunikatoren und
Geschäftsführung bzw. Wirtschaftswissenschaftern. Auch Edith
Rehberger, Analystin der APA-DeFacto, ist dieser Meinung, denn "man
braucht ein klar definiertes Ziel. Alle Kanäle sind heutzutage gleich
wichtig und müssen auch so analysiert werden".

Die Erfolgsmessung wird in Unternehmen oft an KPI’s (Key Performance
Indicator) festgemacht. Eine Verallgemeinerung dieser dürfe aber
nicht geschehen, denn "jedes Unternehmen muss diese für sich selbst
festlegen. Auch Unternehmen aus der gleichen Branche können andere
Reputationsziele haben und legen andere KPI’s fest", so Susanne Senft
zur Messung von Zielen. "Es gibt kein one-fits-all-Rezept", erklärt
Wippersberg, denn "zuerst müssen Ziele und Maßnahmen definiert und
umgesetzt werden. Danach kann die Messung und Bewertung sowie die
Rückkopplung zum Management erfolgen". Senft ruft generell zu mehr
Kreativität im Kommunikationscontrolling auf.

PR-Arbeit im Wandel

Seit Jahren kämpft die Branche mit der sogenannten Medienkrise. "Die
Arbeit und unser soziales Verhalten sind im Wandel und Web 2.0
fordert ein Umdenken", sagt Rehberger. "Nicht alle Unternehmen müssen
aktiv auf Facebook vertreten sein. Man muss in der Arena reagieren
können", setzt Julia Wippersberg den ersten Schritt zum
Kommunikationspotenzial einzelner Unternehmen fest. Magazine und
Boulevard-Medien verlieren im Printbereich an Reichweite, können aber
am Online-Markt wiederum punkten. Vor allem österreichische
News-Sites wie profil.at oder wirtschaftsblatt.at zählen zu den
Aufsteigern.

Jugendliche als Doppel-Nutzer

Rehberger legt Fakten zur Print- und Online-Nutzung der
Österreicherinnen und Österreicher vor: Laut einer von
österreichischen Medien beauftragten IFES-Studie konnte aufgezeigt
werden, dass 46,5 Prozent der Befragten Printprodukte nutzen. 22,7
Prozent sind Doppel- und 5,2 Prozent Digitalnutzer. Rehberger zitiert
eine PwC-Studie im Bereich Global Entertainment und Media Outlook,
die eine optimistische Prognose für den Printbereich stellt: "Dieser
soll 2020 weiterhin stärker als der digitale Markt sein."

Gezielte Beobachtung

Für die Arbeit von Kommunikationsverantwortlichen können
Medienresonanzanalysen wichtiger Bestandteil der Evaluierung sein.
Wiedermann kann mit ihrem Unternehmen auf ein permanent aktuelles
Medienarchiv zurückgreifen und erklärt: "Unsere Aufgabe ist es, für
unsere Kunden gezielt zu beobachten, und die wirklich relevanten
Kanäle herauszufiltern. Es ist wichtig, dort präsent zu sein, wo über
mich gesprochen wird." APA-DeFacto bietet mit der größten Medien- und
Fachdatenbank in Österreich ein weites Spektrum an Print-, TV-,
Video- und Webbeobachtung an.

Für Susanne Senft braucht es zwei Dinge zu erfolgreicher
Kommunikation. "Man muss einerseits betriebswirtschaftlich denken und
braucht andererseits Mut", was Wiesner bestätigt: "Für uns ist vor
dem Fest nach dem Fest. Zu Beginn gab es nichts zu messen. Wir hatten
keinen Vergleich. Wir mussten zuerst unsere Kernbotschaft definieren,
danach folgte 2014 eine APA-DeFacto-Medienanalyse auf Tonalität,
Inhalte und Reputation. Es stellte sich heraus, dass wir im Print-
und Onlinebereich einen Werbewert von 8 Millionen Euro erzielen
konnten." Wiesner plädiert dafür, von Anfang an ein Budget für
Controlling-Tools miteinzurechnen.

Bilder zum DeFacto-Highlight unter:
http://www.apa-fotoservice.at/galerie/6844

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at

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