- 24.06.2015, 12:03:59
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„Game over“ für Platzhirsche: Weltmarktführer kommen künftig aus Schwellenländern
Wien (OTS) - Drei von fünf Weltmarktführern werden künftig in den
Schwellenländern beheimatet sein - In der chemischen Industrie ist
das bereits jetzt der Fall - In der Automobilzulieferindustrie
dominieren mit 95 Prozent Marktanteil noch Produzenten aus den
Industrieländern, aber die Unternehmen aus den Schwellenländern
wachsen jährlich um atemberaubende 25 Prozent.
Die Anzahl der in Schwellenländern beheimateten Unternehmen mit einem
jährlichen Umsatz von mindestens 1 Milliarde US-Dollar hat sich in
den letzten zehn Jahren auf rund 1.700 verdreifacht. Große Konzerne
aus den Schwellenländern holen in atemberaubendem Tempo auf und
laufen den bestehenden Global Playern zunehmend den Rang ab. Zu
diesem Ergebnis kommt die neue Studie der Boston Consulting Group
(BCG) mit dem Titel Dueling with Dragons 2.0 - The Next Phase of
Global Corporate Competition.
Die großen Industriezweige haben in den vergangenen Jahren eine
dramatische Umwälzung durchgemacht. Noch im Jahr 2000 wurde die
Telekommunikationsbranche von Ericsson, Nokia und Nortel Networks
dominiert. Heute stehen die chinesischen Unternehmen Huawei und ZTE
an der Spitze. Die etablierten multinationalen Konzerne wurden aus
dem Markt oder in Joint Ventures gedrängt. In der
Photovoltaikindustrie stammten 2005 rund 90 Prozent der globalen
Produktion aus Amerika, Europa oder Japan. Derzeit kommen vier der
Top-Five-Unternehmen - darunter Yingli Solar oder Trina Solar - aus
China. "Eine ähnliche Entwicklung ist auch in anderen
Industriebereichen zu erwarten", sagt Dr. Nikolaus Lang, Senior
Partner bei der Boston Consulting Group. "Unsere Studie zeigt, dass
in der chemischen Industrie bereits drei der Top-Five-Unternehmen aus
Schwellenländern stammen." Bei Baumaschinen werde die gleiche
Situation in vier Jahren, in der Automobilzulieferindustrie in 13
Jahren erreicht sein. "Eigentlich heißt das für die bestehenden
Marktführer: ‚Game over‘ - wenn nicht ein radikales Umdenken
stattfindet und die Unternehmensstrategie sowohl Kundenwünsche als
auch technologische Trends und Marktkräfte genau analysiert und
berücksichtigt."
Rasante Aufholjagd
Im vergangenen Jahrzehnt hat sich die Zahl der Unternehmen aus
Schwellenländern mit einem Umsatz von mehr als einer Milliarde
US-Dollar verdreifacht und liegt derzeit bei rund 1.700 aufstrebenden
Multis. Die global agierenden Unternehmen aus den Schwellenländern
sind zwar im Durchschnitt kleiner als die etablierten multinationalen
Konzerne, sie wachsen aber deutlich schneller. Ihr Aufstieg zu
Weltmarktführern vollzieht sich in einer Vier-Stufen-Strategie: Sie
beginnen als aufstrebende Mitbewerber im eigenen Land, bevor sie dort
eine dominante Marktstellung erreichen und so zu nationalen Champions
werden. Im nächsten Schritt gelingt ihnen der Sprung zum Global
Player und schließlich der Aufstieg zum Weltmarktführer in ihrer
Branche.
Automobilzulieferer aus Schwellenländern mit 25 Prozent Wachstum
In der Automobilzuliefer- , der chemischen Industrie und der
Baumaschinenbranche befinden sich die Herausforderer aus den
Schwellenländern in unterschiedlichen Entwicklungsstadien. Am
weitesten fortgeschritten ist der Prozess, wie die BCG-Studie
nachweist, in der chemischen Industrie. Hier befinden sich bereits
mehrere Unternehmen aus den Emerging Countries unter den
Weltmarktführern. Die größten Herausforderer, Sinopec und Saudi Basic
Industries (Sabic), haben inzwischen zu den langjährigen
Weltmarktführern BASF und Dow Chemical aufgeschlossen.
Im Übergangsstadium befindet sich der Baumaschinenbereich. Einige
chinesische Unternehmen wie Sany Group und XCMG Group sind schon
unter den Größten ihrer Branche. In den vergangenen fünf Jahren haben
sie massiv investiert und damit ihren globalen Fußabdruck
hinterlassen.
In der Automobilzulieferindustrie befindet sich die Entwicklung noch
in einem frühen Stadium - BCG rechnet damit, dass der Aufholprozess
der Schwellenländer in etwa 13 Jahren abgeschlossen sein wird.
Derzeit dominieren die bestehenden Weltmarktführer noch mit 95
Prozent Marktanteil die Branche. Aber die Unternehmen aus den
Emerging Countries konnten in den letzten fünf Jahren ein
atemberaubendes Wachstum von 25 Prozent pro Jahr verzeichnen. Die
Herausforderer aus den Schwellenländern untergliedern sich in bereits
globalisierte Unternehmen wie Nemak, Motherson Sumi und Bharat Forge
auf der einen Seite und derzeit noch lokal agierende Player wie
Weichai Group und Huayu Automotive Systems auf der anderen Seite.
Kundenwünsche, technologische Trends und Marktkräfte bestimmen
das Geschäft
Für die Studie Dueling with Dragons 2.0, die diese Entwicklung sowohl
quantitativ als auch qualitativ beleuchtet, hat BCG mit mehr als 100
Managern und Industrieexperten in China, Indien und Lateinamerika
Interviews geführt und Strategien sowohl für die etablierten als auch
für die aufstrebenden neuen Global Player erarbeitet. Um der
Herausforderung begegnen zu können und global wettbewerbsfähig zu
bleiben, brauchen die Industriekapitäne ein sehr klares Verständnis
der Marktkräfte, der technologischen Trends und der sich rasch
ändernden Kundenwünsche. "Eine Unternehmenstransformation wird in
vielen Fällen notwendig sein", ist Nikolaus Lang sicher.
The Boston Consulting Group (BCG) ist eine internationale
Managementberatung und weltweit führend auf dem Gebiet der
Unternehmensstrategie. BCG unterstützt Unternehmen aus allen Branchen
und Regionen dabei, Wachstumschancen zu nutzen und ihr
Geschäftsmodell an neue Gegebenheiten anzupassen. In
partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit den Kunden entwickelt BCG
individuelle Lösungen. Gemeinsames Ziel ist es, nachhaltige
Wettbewerbsvorteile zu schaffen, die Leistungsfähigkeit des
Unternehmens zu steigern und das Geschäftsergebnis dauerhaft zu
verbessern. BCG wurde 1963 von Bruce D. Henderson gegründet und ist
heute an 82 Standorten in 46 Ländern vertreten. Das Unternehmen
befindet sich im alleinigen Besitz seiner Geschäftsführer. Weltweit
erwirtschaftete BCG im Jahr 2014 mit 10.500 Mitarbeitern einen Umsatz
von 4,55 Milliarden US-Dollar. Für weitere Informationen: www.bcg.at.
In ihrem Internetportal bcgperspectives.com bündelt The Boston
Consulting Group alle unternehmenseigenen Studien, Kommentare,
Grafiken und Videos und stellt sie online zur Verfügung. Neben
Publikationen zu aktuellen Wirtschafts- und Unternehmensthemen
beinhaltet die Plattform auch Veröffentlichungen aus der über
50-jährigen Unternehmensgeschichte. Das Onlineportal findet sich
unter www.bcgperspectives.com
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