- 23.06.2015, 15:23:38
- /
- OTS0235 OTW0235
Rudi Kaske im management club: Es gibt keine einfachen Antworten!
Bei „Ofner&Ofner“ am Montag, 22. Juni 2015 stellte sich AK-Präsident Rudi Kaske kritischen Fragen von mc-Vizepräsident Dr. Günther Ofner und WKW-Vizepräsident DDr. Anton Ofner.

Utl.: Bei „Ofner&Ofner“ am Montag, 22. Juni 2015 stellte sich
AK-Präsident Rudi Kaske kritischen Fragen von mc-Vizepräsident
Dr. Günther Ofner und WKW-Vizepräsident DDr. Anton Ofner. =
Wien (OTS) - Grundsätzlich positiv beurteilt der Präsident der
Arbeiterkammer die ausverhandelte Steuerreform. Diese stellt eine der
größten Entlastungen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in
Österreich dar, die Auswirkungen werden von den Menschen aber noch
nicht wahrgenommen. Allerdings braucht es laut Kaske mehr
Wachstumsimpulse, zum Beispiel durch Investitionen im Bau- und
Infrastrukturbereich. Eine Wohnbauoffensive der Bundesregierung harrt
nach wie vor auf Umsetzung.
Kritisch angesprochen auf das hohe Maß an Regularien in Österreich,
auf den Staatsinterventionismus, die Bürokratie, usw. entgegnete
Kaske, dass es hier keine simplen Antworten geben kann. Dass
Verfahren beschleunigt werden müssen und v.a. die vielen
unterschiedlichen Verwaltungsebenen besser zusammenarbeiten, bzw.
Synergien gehoben werden müssen, steht für Präsident Kaske außer
Frage. Bei den Lohnnebenkosten kann sich Kaske eine Diskussion um die
Beiträge zur Wohnbauförderung vorstellen, sollte nicht rasch wieder
eine Zweckwidmung der Wohnbauförderungsmittel und der Rückflüsse
daraus erfolgen. Keine Diskussionsbereitschaft signalisierte er
hingegen beim 13. und 14. Gehalt.
Kontroversiell diskutiert wurde der Ansatz, dass Arbeit krank machen
kann. Anton Ofner führte hier ins Feld, dass ein Jahr Frühpension
eine durchschnittliche Senkung der Lebenszeit um drei Monate bedeutet
und arbeitslose Menschen statistisch gesehen mehr und länger krank
sind. Kaske argumentierte dagegen, dass man die Frage anders stellen
müsse, nämlich, wie man überhaupt Arbeit in Zukunft verteilt.
Österreich hat EU-weit die zweitlängste faktische Wochenarbeitszeit.
2014 wurden 270 Millionen Überstunden geleistet, rund ein Fünftel
davon unbezahlt. Zugleich haben von den ca. 3,5 Mio erwerbstätigen
Menschen in Österreich über eine Million eine Teilzeitbeschäftigung.
Damit hängt nicht nur die individuelle Pensionshöhe, sondern die
gesamten sozialen Sicherungssysteme zusammen, Kaske sieht also darin,
neben den massiven Umwälzungen auf dem Arbeitsmarkt, Stichwort
Digitalisierung und Industrie 4.0, die großen Herausforderungen der
Zukunft.
Abschließend wurde auch das Thema Bildung diskutiert. Rudi Kaske
möchte einen Ausbau der Ganztagsschulen, da Lernen in der Schule
stattfinden soll. Dazu bedarf es mehr Überzeugungsarbeit für die
Ganztagsschule bei den LehrerInnen und Eltern. Eine stärkere
Durchlässigkeit zwischen den Ausbildungsgängen und besser auf den
Biorhythmus abgestimmte Unterrichtszeiten wären seiner Meinung nach
wichtig. Einen pädagogischen Schwerpunkt fordert Kaske im
Volksschulbereich, um die zu große Zahl der RisikoschülerInnen im
Lesen und Rechnen zu reduzieren. Er spricht sich für eine Erweiterung
der frühkindlichen Bildung und für bessere Angebote die berufliche
Weiterbildung aus.
Weitere Bilder unter: http://www.apa-fotoservice.at/galerie/6757
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | EVT






