- 20.06.2015, 11:57:20
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Tanner: Wertvolle Lebensmittel unserer Bauern weder verschleudern noch wegwerfen
NÖ Bauernbund: „Was bleibt von den Handelspreisen eigentlich für die Landwirtschaft?“
Utl.: NÖ Bauernbund: „Was bleibt von den Handelspreisen eigentlich
für die Landwirtschaft?“ =
St.Pölten (OTS) - "Hohe Qualität und kleinster Preis passen nicht
zusammen, wenn es um gesunde und sichere Nahrungsmittel geht.
Lebensmittel sind heute so billig wie noch nie, obwohl die Ansprüche
und Standards in Sachen Umwelt-, Tier- und Pflanzenschutz ständig
steigen und die bäuerlichen Erzeugerpreise in der Lebensmittelkette
immer wieder auf der Strecke bleiben", erinnert die NÖ
Bauernbunddirektorin Klaudia Tanner daran, dass heute ein
österreichischer Haushalt durchschnittlich 10 Prozent seines Budgets
für Lebensmittel ausgibt. Einschließlich Getränke sind es 12,1
Prozent. Zum Vergleich: Im Durchschnitt gibt ein österreichischer
Haushalt heute 12,8 Prozent seine Budgets für Freizeit und Sport aus,
23,8 Prozent für Wohnen und Energie und 15 Prozent für den Bereich
Verkehr.
Gerade beim jüngsten Preisvergleich durch Eurostat zeigt sich, dass
Österreich im EU-Vergleich gemessen an seiner Kaufkraft nach wie vor
eines der günstigsten Länder beim Einkauf von Lebensmitteln ist, hält
Tanner fest. In diesem Zusammenhang stelle sich angesichts der
aktuellen Teuerungsdiskussion schon die Frage: "Was bleibt von den
Handelspreisen eigentlich für die Bauern?"
Tatsache ist, dass der Wertschöpfungsanteil der Landwirtschaft in
der gesamten Lebensmittelkette vom Bauern zum Verbraucher gesunken
ist und die bäuerlichen Einkommen aufgrund niedriger Erzeugerpreise
kontinuierlich zurück gehen. So verdiente die Landwirtschaft im
Vorjahr um 2,4 Prozent weniger als 2013. Schon damals war das
Einkommen der sogenannten "Landwirtschaftlichen Gesamtrechnung" sogar
um 10,4 % gesunken.
"Billige Lebensmittel und gerechte Bauernpreise sind nicht unter
einen Hut zu bringen. Wer sichere und hochqualitative Nahrungsmittel
will, bekommt diese nicht zu Schleuderpreisen", so Tanner. Geradezu
paradox sei es, wenn einerseits über zu hohe Lebensmittelkosten
geklagt wird, andererseits aber 157.000 Tonnen an hochwertigen
Lebensmittel pro Jahr in Österreich weggeschmissen werden und im
Restmüll landen - das entspricht pro Kopf einer Verschwendung von 300
Euro.
"Lebensmittel haben einen Wert und stehen für die Leistungen der
Bauern. Ein sorgsamerer Umgang mit Lebensmitteln würde nicht nur
massive Kosteneinsparungen für die Konsumenten bedeuten, sondern auch
wertvolle Ressourcen wie Land, Wasser und Energie schonen", so
Direktorin Tanner.
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