„Po Grapschen“ ist kein Kavaliersdelikt!

Kinder- und Jugendanwaltschaft Wien begrüßt neue Regelung

Wien (OTS) - Der von einigen salopp formulierte "Po Grapsch-Paragraf" ist kein Kavaliersdelikt!

Ein Schulwart war wegen sexuellen Missbrauchs von Unmündigen im Jahr 2009 nach § 207 Abs. 1 StGB verurteilt worden.

Unter anderem hatte er kleine Mädchen, die die Volksschule besuchten, auch an ihrem Gesäß angefasst.

Da lt. einem OGH Urteil (13 Os 62/09f) das Gesäß nicht zur unmittelbaren Geschlechtssphäre eines Menschen zählt konnte der Schulwart für das Betasten des Gesäßes der kleinen Mädchen rechtlich nicht belangt werden, sein Strafrahmen wurde herab gesetzt.

In einem Schreiben der Kinder- und JugendanwältInnen an das Bundesministerium für Justiz wurde darauf hingewiesen, dass es nicht sein kann, dass Erwachsene ohne mit Konsequenzen rechnen zu müssen, kleine Kinder auf ihrem Gesäß anfassen können und damit Kindern und Jugendlichen in ihrer (sexuellen) Integrität kein Schutz gewährt wird.

Seitens des BM für Justiz wurde damals auf die geltende Rechtssprechung hingewiesen und kein Handlungsbedarf gesehen.

Die Botschaft, die Opfern dadurch vermittelt wird, steht im groben Widerspruch zu den Kinderrechten und es war bereits damals nicht nachvollziehbar warum das Gesäß nicht zur unmittelbaren Geschlechtssphäre eines Menschen gehört.

Darüber hinaus hat der Staat laut Kinderrechtekonvention die Verpflichtung junge Menschen, die besonderen Schutz benötigen, vor Grenzüberschreitungen zu bewahren und ihr Recht auf Wahrung der Intimsphäre sowie ihrer Würde zu respektieren.

Nun ist vorgesehen, dass die vom neuen strafrechtlichen Paragrafen geschützten Körperstellen jedenfalls das Gesäß umfasst und dadurch ein wichtiger Schritt gesetzt wurde Kinder vor derartigen Übergriffen zu schützen.

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