MA 15 zu TBC-Fällen: „Keine Verunsicherung von Eltern und SchülerInnen“

Wien (OTS) -

Rasche Umgebungsuntersuchung und umfassende Informationen

Der MA 15-Gesundheitsdienst der Stadt Wien wurden voneinander unabhängige Tuberkulosefälle gemeldet. Der Gesundheitsdienst der Stadt Wien hatte nach der Meldung der Erkrankungsfälle unverzüglich Kontakt mit den Schulen aufgenommen und die Eltern der betroffenen SchülerInnen und die betroffenen Lehrkräfte über die Notwendigkeit einer Umgebungsuntersuchung informiert.

Primäres Ziel ist die rasche Erhebung der Kontaktbereiche und Kontaktzeiten des Umfeldes mit der erkrankten Person. Sind Gemeinschaftseinrichtungen betroffen, werden gemeinsam mit den Schulen Untersuchungszeiträume festgelegt und Informationsgespräche Vorort für Eltern, Schüler und Lehrer angeboten. "Obwohl die Tuberkulose bei uns zu einer seltenen Infektionskrankheit geworden ist und gut behandelbar ist, bemerken wir dennoch, dass mit dem Thema viel Angst und Ausgrenzung verbunden ist, sodass wir als Behörde uns verpflichtet sehen, sensibel mit Erhebung und Information umzugehen und die benötigten Informationen an die betroffenen Personen zu geben", betont Dr. Gangel, die Leiterin der Infektionsvorsorge.

Die MA 15 hält ausdrücklich fest, dass all jene Personengruppen, die einer potentiellen Ansteckungsgefahr ausgesetzt waren, individuell verständigt wurden. Da andere Personen nicht von einer Ansteckung betroffen sein können, führt die Veröffentlichung der Schule nur zu einer Bloßstellung der Schülerinnen und Schüler sowie der LehrerInnen.

Betroffene Schulen informiert - Tuberkulosegesetz gibt Grundlage

Die MA 15 bezieht sich bei der Frage der Weitergabe von Daten auf die Bestimmungen des Tuberkulosegesetzes, die jeden in Vollziehung des Gesetzes einer strengen Verschwiegenheitspflicht unterwirft. Dies ist nur in dem für die zu setzenden Maßnahmen erforderlichen Rahmen im Sinne der öffentlichen Gesundheitspflege überhaupt möglich zu durchbrechen und bezieht sich dann auf den unmittelbaren Kreis des Umfeldes, der nach fachlicher Prüfung durch die Behörde, für die Untersuchungen und Abklärung einer möglichen Infektionen erhoben werden muss. Diese Aufgabe ist begleitet von umfassender Information und Aufklärung über ein möglicherweise bestehendes Infektionsrisiko und weiteren Maßnahmen des betroffenen Personenkreises durch die Behörde. Eine aktive Nennung der Schule bedeutet eine Weitergabe von Daten über das persönliche Umfeld des Erkrankten. Die Bezeichnung oder der Ort der Schule, die auf Grundlage des Tuberkulosegesetzes erhoben wurde, ist von der Verschwiegenheitspflicht betroffen.

Elternverein einer betroffenen Schule unterstützt das Vorgehen der Behörde

Aufgrund der Veröffentlichung einer betroffenen Schule sieht sich der "Wiener Landesverband der Elternvereine an öffentlichen Pflichtschulen" derzeit mit massiven Anfragen konfrontiert. Eine ungestörte Fortsetzung des Schulunterrichts ist dadurch extrem gestört, gleichzeitig müssen auch die SchülerInnen vor Ausgrenzung geschützt werden.

"Mit Veröffentlichung der Schule wurden SchülerInnen, LehrerInnen sowie Eltern verunsichert und ein unnötiger Druck verursacht, der seriöse Information verhindert!", stellt Karl Dwulit, Vorsitzender des Wiener Landesverbandes der Elternvereine, fest. Es gibt eine enge Zusammenarbeit mit der Gesundheitsbehörde und aus Sicht des Elternvereins besteht kein Grund zur Sorge. Der Vorsitzende ersucht die Medien im Namen der SchülerInnen, deren Eltern und LehrerInnen um einen respektvollen Umgang, damit ein seriöser Informationsaustausch möglich ist. In diesem Sinne unterstützt der Wiener Verband der Elternvereine die sorgsame Vorgangsweise der MA15, damit keine weiteren Nachteile durch unsachgemäße Darstellung für die Schulen entstehen.

Die MA15 steht im Rahmen von einer Servicehotline (01 4000 87530) und Sprechstunden für umfassende Informationen zur Verfügung. Darüberhinaus steht eine Sozialarbeiterin des Tuberkulose-Managements der MA 15 zur Verfügung. Gerade für Eltern und SchülerInnen ist es wichtig, kompetente AnsprechpartnerInnen zu haben.

Rückfragen & Kontakt:

MA 15
Michael Ambros
Magistratsabteilung 15 – Gesundheitsdienst der Stadt Wien
Öffentlichkeitsarbeit
3., Thomas-Klestil-Platz 8/2, Town Town
Telefon: 01/4000-87257
E-Mail: oeffentlichkeitsarbeit@ma15.wien.gv.at

Karl Dwulit, Vorsitzender
„Wiener Landesverband der Elternvereine an öffentlichen Pflichtschulen“
0664 / 41 622 11

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