AK: „Hartz Ö“ würde Armutsrisiko in Österreich erhöhen

Vorschlag einer Art Hartz IV für Österreich würde Betroffene verarmen lassen, kritisiert die stellvertretende AK Wien Direktorin Alice Kundtner

Wien (OTS) - "Hände weg vom österreichischen System der Arbeitslosenversicherung", sagt die stellvertretende AK Wien Direktorin Alice Kundtner zum Generalsekretär der Industriellenvereinigung, Christoph Neumayer. Der Generalsekretär kritisiert, dass es bei uns im Unterschied zum deutschen Hartz IV die Notstandshilfe und die Mindestsicherung gibt. "Notstandshilfe ist eine Leistung aus der Arbeitslosenversicherung", erklärt Kundtner, "sie abzuschaffen, würde das Armutsrisiko in Österreich erhöhen."

"Der Vergleich zwischen Österreich und Deutschland macht sicher", so Kundtner: Nach Einführung von Hartz IV ist in Deutschland der Niedriglohnsektor gewachsen - jetzt muss mühsam mit dem Mindestlohn gegengesteuert werden. Die Arbeitslosen sind in Deutschland durch Hartz IV verarmt - dort sind laut EU 69 Prozent der Arbeitslosen armutsgefährdet, das ist der höchste Wert aller EU-Staaten. Trotzdem hat Deutschland einen fast doppelt so hohen Anteil an Langzeitarbeitslosen wie Österreich.

"Wer das österreichische System nach deutschem Vorbild ändern will, soll auch sagen, dass er damit das Armutsrisiko erhöht und Langzeitarbeitslosigkeit zementiert", sagt Kundtner. "Nicht zuletzt hat sich Österreich in der Krise ab 2008 deshalb gut geschlagen, weil wir kein solches System haben wie Deutschland."

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