• 10.06.2015, 10:15:01
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WINTERPALAIS: REMBRANDT – TIZIAN – BELLOTTO

Geist und Glanz der Dresdner Gemäldegalerie

Utl.: Geist und Glanz der Dresdner Gemäldegalerie =

Wien (OTS) - Die Dresdner Gemäldegalerie Alte Meister genießt
innerhalb der europäischen Museumslandschaft eine besondere Stellung.
Dies beruht einerseits auf dem Reichtum der Sammlung, andererseits
auf ihrer legendären Geschichte, die im 18. Jahrhundert ihren Anfang
nahm. In einem halben Jahrhundert haben August der Starke und sein
Sohn August III. durch geschickte Kunstankäufe eine einzigartige
Sammlung zusammengetragen, die das Profil der Galerie bis heute
prägt. Die Ausstellung "Rembrandt - Tizian - Bellotto. Geist und
Glanz der Dresdner Gemäldegalerie" im Winterpalais zeigt vom 11. Juni
bis 8. November 2015 Meisterwerke von Rembrandt, Tizian, Guido Reni,
Antoine Watteau und vielen anderen, die die leidenschaftliche
Sammeltätigkeit der sächsischen Kurfürsten und polnischen Königs vor
Augen führen. 1745 kam es zu dem viel bewunderten Ankauf von
einhundert Werken aus dem Besitz des Herzogs Francesco III. d’Este in
Modena, von denen einige - darunter Gemälde von Carracci, Guercino
und Velázquez - nun auch hier in Wien zu sehen sind. Darüber hinaus
sind herausragende Künstlerpersönlichkeiten des Dresdner Hofes, etwa
der Vedutenmaler Bernardo Bellotto, mit Gemälden präsent. Die
Entwicklung der Gemäldegalerie im 18. Jahrhundert wird in sieben
Kapiteln dargelegt, die ihren Weg zu einem aufgeklärten Ort der
Bildung und des Austauschs nachzeichnen. Wichtige Werke aus den
Gattungen Historienmalerei, Landschaft, Stillleben oder Porträt
verdeutlichen das Renommee der königlichen Sammlung.

Die Ausstellung beleuchtet die Entstehung und die Geschichte der
Sammlung in der Zeit von Barock und Aufklärung. Werkgruppen zum
polnisch-sächsischen Hof als Keimzelle vielfältiger
Kunstunternehmungen sowie zur Dresdner Kunstakademie geben einen
Einblick in das historische Umfeld, in dem die Sammlung zur Blüte
gelangte. "Der inhaltliche Fokus der Ausstellung liegt dabei auf dem
17. und 18. Jahrhundert, auf der Zeit des prächtigen Barock und der
frühen Aufklärung. Das Belvedere zeigt die Ausstellung ‚Rembrandt -
Tizian - Bellotto. Geist und Glanz der Dresdner Gemäldegalerie‘ im
Winterpalais des Prinzen Eugen, der zur selben Zeit wie August II.
und August III. seine (Kunst-)Schätze aus vielen Ländern
zusammentrug. Somit wird das Winterpalais im Zuge der Ausstellung
auch zum internationalen Begegnungsort kunstsinniger Persönlichkeiten
des Barock", so Agnes Husslein-Arco, Direktorin des Belvedere.

"Es freut mich, die hier wandernden alten Meister mit ihren
Reisezielen München, Groningen und Wien unter dem Gedanken des
europäischen Austauschs versammelt zu wissen. Die 99 Werke mögen den
Besuchern im Süden Deutschlands, in den Niederlanden und in
Österreich eine Vorstellung davon vermitteln, welche Reichtümer die
jahrhundertealte Dresdner Gemäldesammlung birgt und welche Epochen,
Meister und Schwerpunkte sich in ihr finden", so die Kuratorin der
Dresdner Gemäldegalerie Maike Hohn.

Bereits in der Renaissance existierten in kurfürstlich-sächsischen
Sammlungen Bestände von Gemälden, doch unter August dem Starken
(1670-1733) und vor allem unter seinem Sohn, August III. (1696-1763),
wurde der Aufbau einer Gemäldegalerie forciert. Über Mittelsmänner
erwarb man Gemälde von Meistern des 16. bis 18. Jahrhunderts aus
verschiedenen Ländern. So gelang etwa 1745 der viel bewunderte Ankauf
von einhundert Werken aus dem Besitz des Herzogs Francesco III. von
Modena.

"Natürlich beschränkte man sich keineswegs nur auf Gemälde, sondern
sammelte etwa auch Kunstkammerobjekte - man denke an das berühmte
Grüne Gewölbe -, Skulpturen und Antiken", erläutert Belvedere-Kurator
Georg Lechner. "Dabei gibt es auch eine wichtige Verbindung zu Prinz
Eugen. Denn bald nach dem Tod des Savoyerprinzen im Jahr 1736 erwarb
August III. von dessen Erbin drei antike Statuen - die berühmten
'Herculanerinnen'. Die begeisterten Kunstliebhaber wussten damals
offensichtlich nur zu gut, wo sich noch begehrenswerte Schätze
befanden", so Georg Lechner weiter.

Die Ausstellung thematisiert verschiedene Bereiche, um ein möglichst
vielschichtiges Bild der Dresdner Galerie zu zeichnen. Neben den
Aktivitäten am sächsischen Hof werden auch die Bedeutung der Dresdner
Kunstakademie sowie einzelne Genres wie Porträt, Landschaft und
Stillleben behandelt. Ein entscheidender Punkt ist die
Auseinandersetzung des Gelehrten Johann Joachim Winckelmann
(1717-1768) mit der Sammlung, die während seiner Tätigkeit in Dresden
einer stetigen Erweiterung und Änderungen in der Präsentation
unterlag. Eine Auswahl bedeutender Werke, die bereits Winckelmann bei
seinen zahlreichen Besuchen der Galerie betrachten konnte, wird auch
in der aktuellen Ausstellung gezeigt. Darunter befinden sich neben
Tizians "Bildnis einer Dame in Weiß (Mädchen mit Fächer)" und
Anthonis van Dycks "Darstellung des heiligen Hieronymus" auch Werke
von Guido Reni oder Rembrandts "Ganymed in den Fängen des Adlers".

Die Ausstellung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden in
Kooperation mit der Österreichischen Galerie Belvedere ist von 11.
Juni bis 8. November 2015 im Winterpalais zu sehen.

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