Grüne: Boko Haram entführt weiterhin massenhaft junge Frauen

Aslan/Windbüchler: Situation von Mädchen und Frauen in Nigeria erschreckend

Wien (OTS) - Laut Amnesty International hat die islamistische Terrorgruppe Boko Haram seit Anfang 2014 mehr als 2.000 Mädchen und Frauen verschleppt. Sie werden als Kämpferinnen oder Sexsklavinnen missbraucht: Erlangten die Kämpfer von Boko Haram - die westliche Bildung als Sünde ansehen und einen Gottesstaat mit strengster Auslegung des islamischen Rechts anstreben - die Kontrolle über eine Stadt, würden sie die Frauen und Mädchen zusammentreiben und sie in Häusern oder Gefängnissen einsperren. Kaum einer gelingt die Flucht. Und auch wenn es gelingt, wie im April dieses Jahres der nigerianische Armee, fast 300 Frauen und Mädchen aus den Händen von Boko Haram zu befreien, so werden fast jeden Monat weitere Gräueltaten, Entführungen und Vergewaltigungen verübt.

"Es kann nicht sein, dass die internationale Staatengemeinschaft von Wahrung der Frauenrechte spricht und gleichzeitig so machtlos bleibt", sagt Berivan Aslan, Frauensprecherin der Grünen. "Am Kriegsschauplatz wird der Fokus hauptsächlich auf Waffenlieferungen gelegt und die entführten Mädchen und Frauen werden oft vergessen. Diese Gräueltaten sind nicht nur ein Kriegsverbrechen, sondern es ist auch ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit." Aus Sicht der Grünen muss die nigerianische Regierung verstärkt aufgefordert werden, Maßnahmen zu ergreifen, um Mädchen und Frauen vor Boko Haram zu schützen und jene in Gefangenschaft nicht ihrem Schicksal zu überlassen. "Die nigerianische Regierung muss alles tun, um die Bevölkerung zu schützen und ihrerseits den Menschenrechtsverletzungen durch die Sicherheitskräfte Einhalt zu gebieten", betont Aslan.

Die außenpolitische Sprecherin der Grünen, Tanja Windbüchler, zeigt sich besorgt: "Wir dürfen uns nicht mit einer Erfolgsmeldung zufriedengeben. Diese Gewalt ist leider an der Tagesordnung und nur ausreichend politischer Druck kann etwas bewirken." Sie fordert Außenminister Sebastian Kurz auf, auf allen politischen und diplomatischen Ebenen entsprechend einzuwirken: "Gerade jetzt nachdem der neu gewählte Präsident mit einem Gesetz gegen Genitalverstümmelung bereits einen positiven Schritt gesetzt hat, geht es darum, die neue nigerianische Regierung in einem menschenrechtsbasierten Ansatz zu unterstützen und zivile Komponenten in Nigeria zu stärken."

Die Grünen werden einen diesbezüglichen Antrag für den außenpolitischen Ausschuss Ende Juni einbringen und gehen davon aus, dass es eine breite Zustimmung im österreichischen Parlament geben wird.

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