- 02.06.2015, 10:47:38
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Europäischer Tag des Fahrrads: Sicher auf zwei Rädern
Normen als unverzichtbare, verlässliche Begleiter im Windschatten der Radler
Utl.: Normen als unverzichtbare, verlässliche Begleiter im
Windschatten der Radler =
Wien (OTS) - Am 3. Juni, dem Tag des Fahrrades, wird der Drahtesel
als besonders umweltfreundliches und gesundes Fortbewegungsmittel
abgefeiert. Damit man sich darauf verlassen kann, dass das Fahren mit
dem Rad auch nicht nur der Umwelt, sondern auch dem Menschen gut
tut, dafür sorgen erprobte Standards, die von einem Experten-Pool aus
der Praxis für die Praxis entwickelt wurden. Austrian Standards holt
die unsichtbare Rad-Safety aus dem Windschatten der Sport- und
Alltagsradler, um auf deren überlebens-wichtige Bedeutung in Gelände
und Straßenverkehr hinzuweisen.
Ob auf dem Weg zur Arbeit oder bei einem Ausflug am Wochenende - das
Fahrrad ist ein beliebter Begleiter im mobilen Alltag. Weltweit gibt
es ungefähr eine Milliarde Fahrräder - doppelt so viele wie Autos.
Dabei werden jedes Jahr etwa 100 Millionen neue Fahrräder
hergestellt. In 76 Prozent aller österreichischen Haushalte gibt es
zumindest ein Fahrrad. Damit liegt Österreich im internationalen
Ranking auf Platz 7. Spitzenreiter im nationalen Vergleich sind die
Vorarlberger - in 85 Prozent aller Haushalte steht mindestens ein
Drahtesel. In der ÖNORM EN ISO 4210 sind eine ganze Reihe Standards
definiert, die dafür sorgen, dass Radfahrerinnen und Radhfahrer
sicher unterwegs sind.
Sicherheit hat Vorfahrt
Die europäisch und international gültige Normenreihe ÖNORM EN ISO
4210 "Sicherheitstechnische Anforderungen an Fahrräder" besteht aus
neun Teilen und legt Sicherheitsanforderungen für Bauteile
unterschiedlicher Fahrradtypen fest. Teil 4 regelt z.B. das
Prüfverfahren für Bremsen. Professionelle Mountainbiker erreichen mit
ihren Rädern eine Spitzengeschwindigkeit von bis zu 70 km/h. Wenn
dann abrupt gebremst werden muss, ist eine gut funktionierende Bremse
unter Umständen lebenswichtig. Nach ÖNORM EN ISO 4210 muss unter
anderem geprüft werden, ob die Bremshebel, die Bremsleitungen sowie
die Bremsbeläge sicher befestigt sind. Darüber hinaus ist wichtig,
dass die Bremsen im Hinblick auf ihre Bremsleistung sowie die
Hitzebeständigkeit sicher sind.
Auch Pedale und Tretkurbel sind ganz besonderen Belastungen
ausgesetzt. Mit ihrer Hilfe bewegt sich der Fahrradfahrer vorwärts.
Daher sind beide Bauteile unterschiedlichen Kräften ausgesetzt. Neben
dem normalen Treten müssen die Pedale auch Steigungen bezwingen und
das Aufsteigen auf das Fahrrad aushalten. Mit den in der ÖNORM EN ISO
4210 genormten Prüfungen sollen die alltäglichen Belastungen
abgebildet werden.
Achtung bei Kinderfahrrädern
Gerade wenn es um Kinderfahrräder geht und das Fahren noch nicht
souverän beherrscht wird, sind die passende Fahrradgröße, die
geeignete Bauform und die Funktionalität von Bremsen und Schaltung
besonders wichtig. Die ÖNORM EN ISO 8098 "Kinderfahrräder -
Sicherheitstechnische Anforderungen und Prüfverfahren" regelt
Konstruktion, Montage und Prüfung von Fahrrädern für Kinder.
Ganz wichtig - den Kopf schützen
Rund 37 Prozent der bei Unfällen verletzten Radfahrer erleiden
Kopfverletzungen. Mehr als 80 Prozent der schweren Kopfverletzungen
ließen sich durch das Tragen eines Helms vermeiden. Daher sollte der
Fahrradhelm zur Standardausrüstung bei jeder Biketour gehören. Die
ÖNORM EN 1078 "Helme für Radfahrer und für Benutzer von Skateboards
und Rollschuhen" regelt die Belastungen, denen ein Helm Stand halten
muss. Bereits bei der Auswahl des Helms sollte der erste Blick dem
Prüfzeichen gelten. In Österreich ist das Prüfzeichen inzwischen
Pflicht, ganz egal, ob ein teures Markenprodukt im Fachgeschäft oder
die günstige Variante beim Discounter gekauft wird.
Abschließen nicht vergessen!
Ein schickes Bike ist zu Recht der ganze Stolz seines Besitzers - und
dieser Schatz will gut verwahrt sein. Im vergangenen Jahr wechselten
28 274 Fahrräder in Österreich unerlaubt den Besitzer, davon die
meisten in Wien. Ein normkonformes Fahrradschloss kann dem Diebstahl
erfolgreich vorbeugen. Die ÖNORM EN 15496 "Fahrräder - Anforderungen
und Prüfverfahren für Fahrradschlösser" legt die Anforderungen an die
Leistungsfähigkeit von Fahrradschlössern fest und beschreibt die
Prüfverfahren hinsichtlich der Festigkeit, Sicherheit, Funktion und
Korrosionsbeständigkeit. Neben dem Fahrradschloss können Sattel und
Vorderrad mittels Sicherheitsschrauben vor Diebstahl geschützt
werden. Normen sind demnach gut für Mensch UND Rad.
Alle im Artikel vorkommenden ÖNORMEN
ÖNORM EN ISO 4210 Fahrräder - Sicherheitstechnische Anforderungen an
Fahrräder
Teil 1: Begriffe
Teil 2: Anforderungen für City- und Trekkingfahrräder,
Jugendfahrräder, Geländefahrräder (Mountain-bikes) und Rennräder
Teil 3: Allgemeine Prüfverfahren
Teil 4: Prüfverfahren für Bremsen
Teil 5: Prüfverfahren für die Lenkung
Teil 6: Prüfverfahren für Rahmen und Gabel
Teil 7: Prüfverfahren für Laufräder und Felgen
Teil 8: Prüfverfahren für Pedal und Antriebssystem
Teil 9: Prüfverfahren für Sättel und Sattelstütze
ÖNORM EN ISO 8098 Fahrräder - Sicherheitstechnische Anforderungen an
Kinderfahrräder
ÖNORM EN 1078 Helme für Radfahrer und für Benutzer von Skateboards
und Rollschuhen
ÖNORM EN 15496 Fahrräder - Anforderungen und Prüfverfahren für
Fahrradschlösser
Über Austrian Standards:
Standards sind Normen und Regelwerke. Sie dienen dem Wohl und der
Sicherheit aller, machen das Leben einfacher und sorgen dafür, dass
eins verlässlich zum anderen passt. Standards stehen für Qualität und
damit für Vertrauen in Produkte und Leistungen. Austrian Standards
stellt seit 1920 als unabhängige und neutrale Plattform einen
transparenten Normungsprozess in Österreich sicher. Das Institut
ermöglicht allen, Normen mitzugestalten und macht Standards als
sinnvolles, international anerkanntes Fachwissen leicht zugänglich
und anwendbar. Austrian Standards beschäftigt derzeit 121
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Standards sorgen in Österreich für
ein Mehr an innovativer Wirtschaftsleistung in Höhe von rund 2,5 Mrd.
Euro pro Jahr. www.austrian-standards.at
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