• 29.05.2015, 12:29:38
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Großes Interesse Irlands an österreichischer Lehrlingsausbildung

Gespräche zwischen irischen und österreichischen Abgeordneten im Parlament

Utl.: Gespräche zwischen irischen und österreichischen Abgeordneten
im Parlament =

Wien (PK) - Das heimische System der Berufsausbildung hat
Vorbildcharakter für Irland. Irische Abgeordnete, die heute das
Parlament besuchten, zeigten bei einem Meinungsaustausch mit
österreichischen MandatarInnen vor allem Interesse an der dualen
Ausbildung in Betrieb und Schule, der Vielfältigkeit des Angebots an
Lehrberufen sowie der Möglichkeit, eine Berufsreifeprüfung zu
absolvieren. Die irische Delegationsleiterin Joanna Tuffy ließ dabei
anklingen, dass sich Irland bei der bevorstehenden Reform seiner
Berufsausbildung auch am österreichischen System orientieren werde.

SPÖ-Abgeordneter Josef Muchitsch, der als Obmann des
Sozialausschusses das Gespräch leitete, führte die Stärke des
österreichischen Systems der Berufsausbildung auf den Umstand zurück,
dass nicht der Staat, sondern die Wirtschaft die Lehrlinge ausbildet.
Auch würden in Österreich klare Regelungen zwischen
Ausbildungsbetrieben und Lehrlingen bestehen - von der Dauer der
Lehrzeit über die Ausbildung in der Berufsschule bis hin zur
Bezahlung. Bundesrätin Sonja Zwazl (V) betonte, eine Lehre sei eine
hochwertige, zukunftsorientierte Ausbildung, die aber die
Wertschätzung der Gesellschaft brauche. Die Präsidentin der
Länderkammer sprach in diesem Zusammenhang ebenso wie Josef Muchitsch
von einem Imageproblem der Lehre, was auch Marie Louise O'Donnell mit
Blick auf die Situation in Irland bestätigte.

Von der Praxis eines ausbildenden Betriebs berichtete SPÖ-Mandatar
Markus Vogl und bezeichnete es als Herausforderung, Mädchen für
technische Lehrberufe zu begeistern. Zudem würden viele Unternehmen
SchulabbrecherInnen aus höheren Schulen gegenüber von
HauptschulabgängerInnen bevorzugen. Als positiv bewertete er die
Durchlässigkeit des österreichischen Schulsystems, wobei er den
irischen Gästen das Modell der Berufsreifeprüfung als Anregung auf
ihren Weg nach Dublin mitgab. Eine kritische Note brachte Grünen-
Abgeordnete Birgit Schatz in die Diskussion ein, die u.a. beklagte,
das Angebot an Lehrberufen würde oft nicht den Wünschen der
Jugendlichen entsprechen. Dazu komme noch, dass Lehrlinge nach
Abschluss ihrer Ausbildung verstärkt Schwierigkeiten haben, eine
Beschäftigung zu finden.

Themen des Gesprächs, an dem sich auch Jessi Lintl (T) und Dagmar
Belakowitsch-Jenewein (F) beteiligten, waren u.a. auch das
Einstiegsalter in die Lehrlingsausbildung und der Facharbeitermangel.
(Schluss) hof

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