• 28.05.2015, 17:00:18
  • /
  • OTS0289 OTW0289

Bartgeier-Wiederansiedlung in Europa – erfolgreiche Freilassung im Nationalpark Hohe Tauern

Die beiden Jungvögel mit Landeshauptmann Stellvertreterin und
Naturschutz-Landesrätin von Tirol, Ingrid Felipe und Nationalpark
Ranger Andreas Rofner.

Kals am Großglockner (TP/OTS) - In der Großglocknergemeinde Kals
wurden am 28.5.2015 im Nationalpark Hohe Tauern zwei Bartgeier
freigelassen und damit ein weiterer Impuls für eines der
erfolgreichsten Wiederansiedlungs- und Artenschutzprojekte gesetzt.
Das Ziel einer stabilen Bartgeier-Population im Alpenraum rückt immer
näher.

"Es freut mich, dass durch die langjährige und hartnäckige Arbeit
zahlreicher Partner wie unter anderem der EGS Österreich (Anm.:
Verein österr. Eulen- und Greifvogelgesellschaft), des Alpenzoo
Innsbruck und dem Nationalpark Hohe Tauern der ursprünglich vom
Menschen ausgerottete Bartgeier wieder im Alpenraum heimisch wird",
nahm Tirols Landeshauptmann-Stellvertreterin und
Naturschutz-Landesrätin Ingrid Felipe Bezug zur nun fast drei
Jahrzehnte andauernden Wiederansiedlungsarbeit im Alpenraum und
Mitteleuropa.

Die beiden am 28.5.2015 in Kals am Großglockner freigelassenen
Bartgeier "Lea" und "Fortuna" stammen aus Zuchten des Zoos von
Ostrava (Tschechien) und aus Haringsee (Österreich). Obwohl die Namen
anderes suggerieren, handelt es sich bei beiden Freilassungstieren um
männliche Junggeier, die den derzeitigen Überschuss an weiblichen
Tieren in den Ostalpen ausgleichen sollen. Zahlreiche nachgewiesene
erfolgreiche Brutversuche in den Ostalpen sind Indizien für eine sich
etablierende und zukünftig selbst erhaltende Population im Alpenraum.

Die Österreichischen Lotterien haben als Sponsor die Patenschaft für
"Fortuna" übernommen. "Für die Österreichischen Lotterien gehört es
seit der Gründung vor nunmehr bald 30 Jahren zur
Unternehmensphilosophie, Initiativen zu fördern, die gut für unsere
Gesellschaft und einen bewussten Umgang mit unserem Lebensraum
sind.", berichtet Dr. Karl Stoss, Vorstandsvorsitzender der
Österreichischen Lotterien und Präsident des Vereins der Freunde des
Nationalpark Hohe Tauern.

Bis "Lea" und "Fortuna" ihre ersten Flugversuche im Kalser Dorfertal
unternehmen und schlussendlich dann ihren Horst verlassen, können
Interessierte im Dorfertal die Bartgeierbeobachtungsstation des
Nationalparks Hohe Tauern besuchen und unter fachkundiger Anleitung
die jungen Geier im Horst und später bei ihren ersten Flugversuchen
beobachten.

Hintergrundinformationen zum Bartgeier:

Neben dem Steinadler ist der Bartgeier der bekannteste Großvogel in
den Hohen Tauern. Der Bartgeier mit seiner beeindruckenden
Flügelspannweite von bis zu 2,9 m war einst ein weit verbreiteter
Brutvogel der Alpen. Menschliche Verfolgung (Stichwort "Lämmergeier")
hat diesen Aasfresser dermaßen dezimiert, dass um 1910 die Bartgeier
quasi ausgestorben waren. Diesem Aasfresser wurde zu Unrecht
nachgesagt, dass er Gämsen, Lämmer und auch kleine Kinder erbeuten
würde. Bartgeier verwerten als Aasfresser auch was andere Tiere wie
Adler, Kolkrabe oder Fuchs von ihrer Beute übriglassen - nämlich die
Knochen (diese machen 90% der Nahrung aus).

Der Nationalpark Hohe Tauern hat in den Hohen Tauern wesentliche
Meilensteine im Rahmen eines aktiven Artenschutzes gesetzt. Jährlich
werden in einem der drei Nationalparkbundesländer Bartgeier
freigelassen. Solange sich keine stabile Population mit
entsprechenden Bruterfolgen einstellt (Eigenaufkommen), müssen im
Rahmen des aktiven Artenschutzes Freilassungen von Jungtieren
durchgeführt werden. Die erste Bartgeierfreilassung erfolgte 1986 im
Nationalpark Hohe Tauern mit Zuchttieren des Alpenzoo Innsbruck.
Dank der Artenschutzmaßnahmen sind heute Steinadler und Bartgeier
ständige Begleiter im Nationalpark Hohe Tauern. Zusätzlich stellen
die Hohen Tauern traditionell einen Sommerlebensraum für Gänsegeier
aus südlichen Ländern dar.

Steckbrief Bartgeier:
SPANNWEITE BIS 2,9 M
ERNÄHRUNG: KNOCHEN/AAS
GSCHLECHTSREIFE: 5 - 7 JAHRE
ALTER: BIS 50 JAHRE
LEBENSRAUM: GEBIRGE

Videolink Bartgeierfreilassung Dorfertal 2010:
https://www.youtube.com/watch?v=VHSentpSMxw

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | T54

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel