- 28.05.2015, 13:15:45
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„Landkarte der Herzsicherheit“: Neue Plattform macht Defi-Standorte per Mausklick sichtbar
Landtagspräsident Kopietz und Gesundheitsstadträtin Wehsely präsentieren neue Webseite von PULS-Verein zur Bekämpfung des plötzlichen Herztodes
Utl.: Landtagspräsident Kopietz und Gesundheitsstadträtin Wehsely
präsentieren neue Webseite von PULS-Verein zur Bekämpfung des
plötzlichen Herztodes =
Wien (OTS) - Mit der webbasierten Datenplattform www.definetzwerk.at
präsentiert Puls, der Verein zur Bekämpfung des plötzlichen Herztodes
gemeinsam mit der Berufsrettung Wien - MA 70 und weiteren Partnern
eine unabhängige und neutrale Plattform, in der Defi-Standorte
künftig ersichtlich sind. Die Datenbank wird den Leitstellen der
Rettungsorganisationen zur Verfügung gestellt - so soll die Zahl der
Defianwendungen durch Ersthelferinnen und Ersthelfer und in Folge die
Zahl der Überlebenden eines Herzstillstands erhöht werden.
"Das Projekt Definetzwerk ist ein wichtiger Meilenstein im Kampf
gegen den plötzlichen Herztod, denn es macht das Potential der in
Österreich kontinuierlich ansteigenden Zahl an öffentlich
zugänglichen Defis für die Rettungsleitstellen und in Folge auch für
Ersthelfer besser nutzbar." So bringt Landtagspräsident und
Puls-Präsident Harry Kopietz das Projekt www.definetzwerk.at im
Rahmen der öffentlichen Erstpräsentation auf den Punkt.
"Die Plattform Definetzwerk ist ein weiteres Puzzlestück im Kampf
gegen den plötzlichen Herztod. Vor allem Ersthelferinnen und -helfer
können dadurch rasch und unkompliziert informiert werden, wo der
nächste Defi zugänglich ist", so Gesundheit- und Sozialstadträtin
Sonja Wehsely, die ergänzt: "Die frei zugänglichen
Laien-Defibrillatoren noch besser sichtbar zu machen, sorgt dafür,
dass die Wienerinnen und Wiener rasch eingreifen und helfen können.
Die mobilen Defibrillatoren können bis zum Eintreffen des
professionellen Rettungsdienstes die wichtige Anfangszeit verkürzen -
die Überlebenschancen steigen damit entscheidend!"
Der plötzliche Herztod fordert in Österreich jährlich mehr als 12.000
Menschenleben. Der frühe Einsatz eines Defis kann im Falle eines
Herzstillstandes Leben retten. Deshalb engagiert sich der Verein Puls
im Kampf gegen den plötzlichen Herztod. "Ziel des Projektes
Definetzwerk ist es, die für jedermann zugänglichen
Laien-Defibrillatoren in einem mehrfach verifizierten Datensatz zu
kartographieren und die Daten mit Hilfe einer Datenbank nutzbar zu
machen, damit im Ernstfall schnell das nächste Gerät gefunden werden
kann", erklärt Mario Krammel, Notfallmediziner an der Univ. Klinik
für Anästhesie und Intensivmedizin der MedUni Wien, die Hintergründe.
"Daher bitten wir auch jeden, der einen Defi-Standort kennt, diesen
im Definetzwerk einzumelden." Das geht ganz einfach über eine
benutzerfreundliche Eingabemaske auf der von Projektpartner 144
Notruf NÖ programmierten Webplattform www.definetzwerk.at, die die
Benutzerin oder den Benutzer Schritt für Schritt durch die Eingabe
führt. Österreichweit sind bis dato mehr als 2.500 Standorte erfasst,
mehr als 600 davon befinden sich in Wien.
"Internationale Studien zeigen, dass beim Thema Defis im öffentlichen
Raum die Rettungsleitstellen eine zentrale Rolle spielen: Allein die
Verfügbarkeit von Defis ist nicht genug, denn nur wenige
Ersthelferinnen und Ersthelfer wissen im Fall des Falles, wo das
nächste Gerät ist oder denken daran, dass es Leben retten kann. Im
Fall eines Notrufs ist deshalb wichtig, dass die
Leitstellenmitarbeiterinnen und -mitarbeiter über einen gesicherten
und laufend aktualisierten Datensatz verfügen. So können die
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Leitstelle dem anrufenden
Ersthelfer den direkten Hinweis geben, wo der nächste Defi hängt und
wie dieser zum Einsatz gebracht werden kann", erklärt Rainer
Gottwald, Leiter der Berufsrettung Wien.
Zur Verifizierung und Wartung des Datensatzes setzt das Definetzwerk
auf die Kooperation mit Einsatzorganisationen, privaten Erhalterinnen
und Erhaltern, Einbindung von Defi-Vertriebsfirmen und Crowdsourcing.
Das heißt: Jeder und jede kann einen neuen Defibrillator-Standort
selbst online eingeben. Damit der Datensatz auch qualitativ
abgesichert ist, wird jede Eingabe jedoch erst nach Verifikation
durch interne Administratoren freigeschaltet. Langfristig schafft das
Projekt ein laufend gewartetes, nationales, öffentlich zugängliches
Defi-Register mit standardisierten Daten in Bezug auf Defi-Standort,
Benutzung und Betreuung. Die Datenaktualität wird über Eingaben der
mit der Wartung betrauten Partner ebenso erhalten, wie durch gezielte
Aussendungen an die Unterhalter der Standorte. Eine begleitende
Evaluierung des Projektes durch die MedUni Wien soll Aufschluss über
die Effektivität geben.
Privatnutzerinnen und Privatnutzer können sich vorsorglich auf der
Website informieren, wo der nächste Defi-Standort in ihrer Umgebung
ist. Entsprechende Datenqualität und -quantität bietet in Zukunft
beispielsweise auch die Möglichkeit zum Gebrauch für
Handy-Applikationen.
Im Rahmen des Projektes arbeitet der Verein Puls mit Partnern aus
Rettungsleitstellen, Einsatzorganisationen, Medizinischen
Universitäten und der Medizintechnikindustrie zusammen.
Die Netzwerkpartner im Überblick:
Berufsrettung Wien - MA 70
Die Helfer Wiens
Johanniter Unfallhilfe
MALTESER Hospitaldienst Austria
MedUni Wien
MedUni Graz
MedUni Innsbruck
144 Notruf NÖ
Österreichisches Rotes Kreuz
Samariterbund
Über Defibrillatoren - kurz "Defis"
"Defis" beenden durch einen kontrollierten Elektroimpuls das
lebensgefährliche Kammerflimmern, das bei 85 Prozent aller Fälle von
plötzlichem Herztod beobachtet wird. Im Fall eines
Herzkreislaufstillstandes kommt es rasch zu einer
Sauerstoff-Unterversorgung wichtiger Organe. Der schnelle Einsatz
eines Defis in Kombination mit Herzdruckmassage kann in dieser
Situation Leben retten. Der Defi führt mittels Sprachanweisungen
durch die Anwendung und stellt selbständig fest, wann ein
Elektroimpuls notwendig ist. Dazu müssen lediglich zwei Elektroden
auf den entblößten Brustkorb des Patienten/der Patientin aufgeklebt
werden. Durch den Stromimpuls eines Defis besteht die Möglichkeit,
das Herz wieder in den richtigen Rhythmus und somit zum Schlagen zu
bringen. Wenn kein Defibrillator zur Verfügung steht, muss in jedem
Fall die Herzdruckmassage ohne Unterbrechungen fortgeführt werden,
bis die Rettung eintrifft.
Pressebilder demnächst unter www.wien.gv.at/pressebilder
weitere Informationen unter www.definetzwerk.at
(Schluss)
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