Grüne Kärnten: Endgültiges Neonicotioide-Verbot zum Schutz der Bienen nötig

Bienenaktionstag, Dringlichkeitsantrag im Landtag sowie Anträge auf Gemeindeebene sollen Situation der Bienen verbessern

Klagenfurt (OTS) - Der Grüne Klub im Kärntner Landtag wird morgen einen Dringlichkeitsantrag bei der Landtagssitzung einbringen. Die Bundesregierung wird darin aufgefordert, sich auf EU-Ebene für eine Verlängerung und Ausweitung der Verbote von bienengefährlichen Pestiziden einzusetzen. In Österreich soll ein Pestizidreduktionsprogramm umgesetzt werden, um den Einsatz von problematischen Pestiziden bis zum Jahr 2020 um 30 Prozent zu reduzieren und die Anwendung von bienenschädigenden Neonicotinoiden in der Landwirtschaft, auf öffentlichen Flächen und im Privatgebrauch dauerhaft zu verbieten. Stattdessen sollen alternative Methoden zur Reduktion des Schädlingsdrucks, wie die Fruchtfolge beim Maisanbau, forciert werden. Darüber hinaus soll die Zucht von klimaangepassten Bienenrassen wie der Carnica-Biene, die Anlage von Bienenweiden und Blühpflanzen für Insekten in Wiesen und die Tätigkeit der Imkereivereine unterstützt werden.

"Pestizide vor allem aus der Gruppe der Neonicotinoide gefährden die Bienen. Mit Dezember 2013 verhängte die EU-Kommission Beschränkungen für drei Neonicotinoide. Der Nationalrat beschloss ein über die EU-Vorgaben hinausgehendes Neonicotinoid-Verbot, das vorerst bis Oktober 2016 gilt. Noch haben sich aber die bis 2013 ausgebrachten Neonicotinoide in der Natur noch nicht vollständig abgebaut, die Bienen haben sich noch nicht erholt. Zwar haben einige Kärntner Gemeinden, darunter Krumpendorf und Maria Saal sowie jüngst auch Villach auf Antrag der Grünen-GemeinderätInnen bienenfreundliche Bepflanzung und Pestizidverbote auf öffentlichen Flächen beschlossen, doch Bienenschutz muss über Gemeindegrenzen hinaus umfassend umgesetzt werden. Es gilt, frühzeitig Verhandlungen zu führen, um das geltende Moratorium für Neonicotinoide zu verlängern", fordert Grün-Landtagsabgeordneter Michael Johann heute im Rahmen des "Bienenaktionstags" in Klagenfurt.

"Vor allem ist darauf zu achten, dass die im Zuge des Greening geschaffenen Blühflächen nicht bei der Pestizidbehandlung am Acker mitbehandelt werden, weil sie sonst für die Bienen zur tödlichen Falle werden", sorgt sich Ingo Schwarz vom Biodiversitäts- und Imkereizentrum in Kirschentheuer und Grünen-Gemeinderat in Ferlach. Er rät dazu, mit Bienenweiden einen blühenden Lebensraum für die Bienen zu schaffen, sei es im Garten oder auf dem Balkon. Wichtig und jederzeit umsetzbar sei auch der Verzicht auf "Gift" im eigenen Garten. Lebensmittel (BIO) von ProduzentInnen, die auf Pestizide verzichten, sollten bevorzugt gekauft werden. Weiters empfiehlt Schwarz zur "Unterstützung" der heimischen Biene den Kauf von heimischem Imkerhonig.

"Ohne Bienen gehen wir Maja" lautete das augenzwinkernde Motto des Grünen "Bienenaktionstages", der heute in Klagenfurt stattfand. Ein gläserner Schau-Bienenstock brachte Passanten das spannende Leben in einem Bienenstock nahe. Der durchaus ernste Hintergrund der Aktion ist die schwierige Lage, in der sich die Bienen und die Imkerei derzeit befinden.

Bilder vom Aktionstag zum Download:
https://www.flickr.com/photos/gruenekaernten/sets/72157653472071156
(Fotohinweis: Die Grünen Kärnten)

Rückfragen & Kontakt:

Die Grünen Kärnten
Mag. Elke Galvin
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
0664/831 74 35
elke.galvin@gruene.at
http://kaernten.gruene.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GRK0001