Wirtschaft für Integration: „Schule muss Chancengleichheit schaffen!“

Kraft-Kinz & Rahimi: „Problem liegt im Bildungssystem, nicht bei der Herkunft!“

Wien (OTS) - "Wir brauchen dringend tiefgreifende Reformen im österreichischen Bildungssystem. Schulischer Erfolg darf nicht länger von Bildung oder Einkommen der Eltern abhängig sein!", betonen Georg Kraft-Kinz und Ali Rahimi, Obleute des Vereins Wirtschaft für Integration, anlässlich der gestern präsentierten Forschungsergebnisse des Sozialwissenschaftlers Philipp Schnell. Demnach haben Kinder mit türkischem Migrationshintergrund hierzulande deutlich schlechtere Bildungschancen als anderswo in Europa. Ausschlaggebend dafür ist allerdings nicht der Migrationshintergrund, sondern vielmehr die strukturelle Benachteiligung von SchülerInnen aus bildungsfernen und einkommensschwachen Familien. "Wenn wir den Fehler machen, diese Probleme zu ‚ethnisieren‘, werden wir die strukturellen Probleme nicht lösen!", warnen Kraft-Kinz und Rahimi vor zu einfachen Schlussfolgerungen.

"Für ein reiches Land wie Österreich bestätigt das präsentierte Forschungsergebnis ein glattes ‚Nicht Genügend‘ in punkto Chancengerechtigkeit im Bildungssystem. Wir müssen endlich Strukturen schaffen, die es Kindern und Jugendlichen ermöglichen, ihre Talente und ihr Potenzial voll auszuschöpfen - und zwar unabhängig von ihrem sozioökonomischen Background!", so Kraft-Kinz und Rahimi weiter.

Einmal mehr stellen sie sich hinter die Reformforderungen, die von ExpertInnen seit Jahren eingebracht werden, so etwa auch im Rahmen des vom Verein Wirtschaft für Integration initiierten Österreichischen Integrationstags (ÖIT) oder der Initiative "Neustart Schule". "Bildung ist der Schlüssel für die Zukunft unseres Landes. Wir brauchen ein Bildungssystem, das auf frühe Differenzierung und Selektion von außen verzichtet und kulturelle und Sprachliche Vielfalt fördert. Konkret bedeutet das vor allem den Ausbau des Ganztagesschulangebots, die Anerkennung von Frühfördereinrichtungen als Bildungseinrichtungen, die Aufwertung der Ausbildung aller PädagogInnen, die Förderung der Mehrsprachigkeit und die gezielte Unterstützung von LehrerInnen durch sozialpädagogisch und psychologisch geschultes Personal, nicht nur bei der Arbeit mit den Kindern, sondern auch für die Arbeit mit den Eltern", so Kraft-Kinz und Rahimi.

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