AK Muhm: „Österreich bei Hard Facts besser, als in unwissenschaftlichem Ranking“

IMD-Ranking ist „wertlos“ und bietet keine Vergleichbarkeit

Wien (OTS) - "Unwissenschaftlich und wertlos", ist das Urteil von AK Direktor Werner Muhm zum IMD Standortranking. "Aus den Befindlichkeiten von Managern ist wenig Erkenntnisgewinn zu erwarten", kritisiert Muhm die Methodik der Untersuchung. "Die Hard Facts sind bedeutend besser, als die Platzierung in diesem unwissenschaftlichen Ranking: Österreich zählt seit 20 Jahren zu den wohlhabendsten Ländern Europas, darauf können wir stolz sein. Das haben wir uns erarbeitet. Mit dem dauernden Krankjammern will die Wirtschaft nur ihre Nimmersatt-Forderungen durchsetzen."

Das aktuelle IMD-Ranking sei jedenfalls keine sachlich fundierte Basis für politische Entscheidungen. "Subjektive Managerbefindlichkeiten, die seit geraumer Zeit wenig mit wirtschaftswissenschaftlich gesicherten Fakten zu tun haben, bestimmen zu einem Drittel das Gesamtergebnis. Dieselben Manager, die das Ergebnis erst nach unten gejammert haben, tragen die Studie als wissenschaftlichen Beleg für die Notwendigkeit, Sozialstaat oder Rechte von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern abzubauen, vor sich her", so Muhm.

Die "Führungskräfte" werden von dem privaten Management-Institut nicht zu allen verglichenen Ländern befragt, sondern nur zum eigenen. Trotzdem wird in dem Ranking so getan, als hätte die Weltgesamtheit der Wirtschaftselite den einen Standort mit dem anderen verglichen und besser oder schlechter bewertet. Dazu kommt, dass die Kriterien für Wettbewerbsfähigkeit jedes Jahr anders zusammengesetzt sind, wie Studienautor Arturo Bris auf der Internetseite selbst feststellt. Ein Abrutschen oder ein Aufstieg eines Standorts kann so mangels Vergleichbarkeit gar nicht gemessen werden.

"Als AK fordern wir dazu auf, die Wettbewerbsdebatte endlich wieder auf wissenschaftlicher Basis zu führen", so der AK Direktor. Denn Fakt ist:
+ Österreich befindet sich seit 20 Jahren stabil in der Gruppe der wohlhabendsten Länder gemessen am BIP pro Kopf: Platz 5 innerhalb der EU.
+ Die Industrieproduktion liegt um ein Fünftel höher, als 2009. Im Gegensatz dazu wurde das Vorkrisenniveau im Durchschnitt der Eurozone noch immer nicht erreicht.
+ Trotz der jüngst schwierigeren Situation am Arbeitsmarkt braucht Österreich den Vergleich auch bei der Beschäftigung nicht zu scheuen:
plus 11,6 Prozent seit dem Jahr 2005, Eurozone: plus 2,3 Prozent.
+ Aktuell wurde ein Standortpaket geschnürt, die Forschungsprämie wurde von 10 auf 12 Prozent angehoben
+ Und es wurde die größte Lohnsteuersenkung (1,5 Prozent des BIP) seit 40 Jahren beschlossen

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