Grüne Wien/Hebein: Lebensmittelgutscheine statt Geld für Jugendliche sind kein Angebot!

Grüne lehnen SPÖ-Politik auf Rücken der Jugendlichen ab

Wien (OTS) - Mit Verwunderung reagieren die Wiener Grünen auf den heutigen Vorstoß von Stadträtin Wehsely bei der heutigen Präsentation des Dritten Wiener Sozialberichts. "Verschärfte Sanktionsmaßnahmen und Lebensmittelgutscheine statt Geld wird die Situation von Jugendlichen und jungen Erwachsenen kaum verbessern", so Birgit Hebein, Sozialsprecherin der Grünen Wien: "Disziplinierungsmaßnahmen schaffen keine Jobs, keine Perspektiven. Bereits im letzten Jahr war dieser Vorschlag Gespräch in der Rot-Grünen Koalition. Wir haben damals schon klar festgehalten, dass es mit uns keine Verschlechterungen auf Kosten von Jugendlichen geben wird."

Es geht hier um junge Wienerinnen und Wiener die zwischenzeitlich auf Leistungen der Bedarfsorientierten Mindestsicherung angewiesen sind. Rund ein Viertel davon ist derzeit nicht beim AMS als arbeitssuchend gemeldet. Mehr als die Hälfte ist noch minderjährig. Ein Teil der Gemeldeten ist ohne Pflichtschulabschluss. Wichtig dabei ist, dass der überwiegende Teil (83,4%, 2012) der jungen erwerbsnahen BezieherInnen von Mindestsicherung (14.731) eine Ergänzungsleistung erhalten. Nur etwa 16,6% sind VollleistungsbezieherInnen.

Der Sozialbericht zeigt klar auf, dass immer mehr Familien auf Mindestsicherung angewiesen sind. Mehr als 50.000 Kinder und Jugendliche leben in Haushalten die nicht selbst die eigene Existenz sichern können und beziehen derzeit die Kindermindestsicherung.Ein Drittel der BezieherInnen der Mindestsicherung sind Kinder und Jugendliche. In Wien ist die Anzahl jener Personen, die eine Teilleistung in der Mindestsicherung erhalten haben, ist im Zeitraum von zwei Jahren besonders stark angestiegen (+31%). Dies zeigt ganz klar auf, dass das Arbeitslosengeld vielfach nicht existenzsichernd ist. Niedrige Einkommen und unsichere Beschäftigungsverhältnisse werden zur Armutsfalle. Das ist einer der politischen Herausforderungen für die Zukunft, nicht nur für Jugendliche.

"Sozialpolitisch ist es sinnvoller, sich zu überlegen, wie Jugendliche durch arbeitsmarkt- und bildungspolitische Angebote besser erreicht werden können und wie sichere Jobs geschaffen werden können, bevor sich ihre Situation verfestigt. Die SPÖ schafft mit ihrem heutigen Vorstoß eine Ungleichbehandlung auf Kosten der Jugendlichen. Dies werden wir Grüne nicht mittragen. Schade, ein funktionierender One-Stop-Shop für Jugendliche wäre eine Chance gewesen. Wir werden jede Maßnahme unterstützen, die zur Verbesserung der Situation der Jugendlichen führt", so Hebein abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

Pressereferat
(+43-1) 4000 - 81814
presse.wien@gruene.at
http://wien.gruene.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GKR0001