- 22.05.2015, 10:06:39
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Internationaler Tag der vermissten Kinder: Kriminalpolizei setzt Schwerpunkt auf Fahndung, Prävention und Kooperation
Der 25. Mai ist der internationale Tag der vermissten Kinder. In Österreich sind aktuell 379 Minderjährige abgängig. Die Polizei geht bei deren Auffindung immer neue Wege.
Utl.: Der 25. Mai ist der internationale Tag der vermissten Kinder.
In Österreich sind aktuell 379 Minderjährige abgängig. Die
Polizei geht bei deren Auffindung immer neue Wege. =
Wien (OTS) - In Österreich sind die Polizeiinspektionen, die
Landeskriminalämter und das Bundeskriminalamt (.BK) mit der Fahndung
nach abgängigen Personen, umgangssprachlich "Vermisste", befasst. Die
zuständigen Ermittlungseinheiten erheben die Umstände des
Verschwindens, das Motiv, das Alter der vermissten Person, die
rechtlichen Befugnisse und die erforderlichen Kooperationen mit
weiteren involvierten Dienststellen, Organisationen und
Nichtregierungsorganisationen. Einflussfaktoren, wie die Entwicklung
des Telekommunikations- und des IT-Sektors, der Wegfall von
Grenzkontrollen und die erhöhte Mobilität von Menschen, sind bei der
Fahndung nach abgängigen Menschen ebenso miteinzubeziehen wie die
verständlicherweise hohe Erwartungshaltung verzweifelter Angehöriger
und der Bevölkerung.
Für die Abgängigkeit von Minderjährigen gibt es zahlreiche Gründe:
Schulische Probleme, Konflikte mit den Erziehungsberechtigten oder
auch jugendlicher Leichtsinn und Auflehnung gegen Autoritäten. Durch
das Verschwinden soll oft ein "Zeichen" gesetzt werden. Die meisten
Abgängigen tauchen aber erfreulicherweise innerhalb weniger Tage
wieder auf.
Mit Stichtag vom 4. Mai 2015 waren in Österreich 866 Menschen als
abgängig gemeldet. Davon waren 379 minderjährig. Rund ein Drittel der
Abgängigen in Österreich stammt aus der Bundeshauptstadt.
Erfreulicherweise kann ein Großteil der vermissten Personen
wiederaufgefunden und die Fälle somit erfolgreich geklärt werden. Aus
den jahrelangen Erfahrungen der Ermittler zeigt sich, dass die
Gesamtzahl der abgängigen Personen in den ersten Jahren stark
abnimmt. Von den derzeit 203 im Jahr 2014 Vermissten werden in fünf
Jahren nur mehr etwa 20 Personen abgängig sein.
"Die Suche nach Vermissten ist ein Schwerpunkt der Kriminalpolizei.
Ich bin selber Mutter und kann die Sorgen der Eltern sehr gut
nachvollziehen. Denn jedes vermisste Kind ist eines zu viel!", so
Innenministerin Mag.a Johanna Mikl-Leitner. Daher wurde mit 1.
September 2013 im .BK das Kompetenzzentrum für abgängige Personen
geschaffen. Die Zuständigkeit des KAP erstreckt sich in erster Linie
auf Grundsatzangelegenheiten des Vermisstenwesens, Servicierung der
Dienststellen, Schulung, Koordination und Dialog mit Angehörigen von
Vermissten. Das KAP steht auch für eine Bündelung der Informationen,
Beratung sowie Präventionsarbeit.
Neben der polizeilichen Ermittlungsarbeit ist auch die Einbindung der
Öffentlichkeit ein wichtiger Bestandteil bei der Suche nach
Abgängigen. Voraussetzungen für die sogenannte
Öffentlichkeitsfahndung sind die gesetzlichen Bestimmungen nach der
Strafprozessordnung (StPO) und dem Sicherheitspolizeigesetz (SPG).
Die Polizei setzt derzeit neben klassischen Methoden wie der
Lichtbildveröffentlichung in Printmedien und Fernsehen auch zunehmend
auf Neue Medien wie der Facebook-Seite des .BK, der Polizei-App und
INFOSCREEN. INFOSCREEN erreicht mit ihren rund 2.000 Bildschirmen in
und um die öffentlichen Verkehrsmittel in Wien, Graz, Linz,
Innsbruck, Klagenfurt und Eisenstadt 1,4 Millionen Zuseherinnen und
Zuseher pro Woche.
Rasche Unterstützung bietet auch die kostenlose Hotline "116000", mit
der auch die Polizei kooperiert. Die einheitliche Rufnummer für ganz
Europa richtet sich sowohl an Kinder und Jugendliche, die von zu
Hause ausgerissen sind und nicht mehr weiter wissen als auch an
Eltern und Bezugspersonen, deren Kind abgängig ist oder die einen
Kindesentzug bzw. eine Kindesentführung vermuten.
Weiteres Statistikmaterial ist auf der Homepage des BK unter
www.bundeskriminalamt.at abrufbar.
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