- 21.05.2015, 12:44:53
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Smart Grids schaffen Infrastrukturen für neue Energiemärkte
Zehnte Smart Grids Week: Fachkonferenz von 20. bis 22. Mai 2015 in Wien
Utl.: Zehnte Smart Grids Week: Fachkonferenz von 20. bis 22. Mai
2015 in Wien =
Wien (OTS) - Smart Grids Week 2015: Österreich führend bei
internationalen Partnerschaften und Kooperationen
"Die Energiesysteme befinden sich in einem dynamischen
Veränderungsprozess. Dies betrifft einerseits die technologische
Entwicklung, um die Integration von erneuerbaren Energien zu
ermöglichen. Andererseits verändern sich auch die ökonomischen und
gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Smart Grids spielen dabei eine
wichtige Rolle. Neben der technischen Infrastruktur schaffen sie die
Basis für die Entwicklung von neuen Geschäftsmodellen", so Michael
Paula, Leiter der Abteilung der Energie- und Umwelttechnologien im
bmvit, anlässlich der Eröffnung der zehnten Smart Grids Week in Wien.
Österreich befindet sich in der Entwicklung von
Smart-Grids-Technologien in einer Vorreiterrolle. Mit den
Smart-Grids-Modellregionen, hervorragenden Forschungs- und
Entwicklungsinitiativen sowie moderner Laborinfrastruktur leistet
Österreich im Rahmen von europäischen Initiativen einen weltweit
sichtbaren Beitrag. "Die frühe Identifikation und konsequente
Weiterentwicklung des Schwerpunktes intelligenter Stromnetze seitens
des bmvit in den letzten zehn Jahren zeigt nun konkrete Erfolge. Der
nächste Schritt für die erfolgreiche Marktüberleitung der
Smart-Grids-Technologien ist die Entwicklung von Geschäftsmodellen.
Der Ball ist nun bei den Umsetzungsakteuren. Die Herausforderung
liegt darin, ökonomische Modelle zu entwickeln, die sowohl den
Anforderungen des Netzbetriebes und der Kunden als auch des Marktes
entsprechen", erklärt Paula.
Im intelligenten Stromnetz der Zukunft werden im Niederspannungsnetz
dezentrale Komponenten wie etwa eine Photovoltaikanlage,
Elektroautos, Speicher und Ausgleichslasten eine stärkere Rolle
spielen. Diese Akteure müssen über ein intelligentes Netz und
entsprechende Geschäftsbeziehungen so verbunden werden, dass erstens
ein stabiler und effizienter Netzbetrieb sichergestellt wird,
zweitens Anreize für Konsumenten entstehen aktiv im Smart Grid
teilzunehmen - wie beispielsweise mit dem Laden von Elektroautos oder
Einspeisen von Photovoltaik-Strom - und drittens ein attraktives
Marktmodell den gesamtwirtschaftlichen Nutzen und die entstehenden
Kosten auf alle Akteure angemessen verteilt.
Konsequente Technologiepolitik bringt Österreich in führende
Position
Mit dem laufenden Strategieprozess Smart Grids 2.0 unterstützt das
Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit) die
Entwicklung von konsensfähigen Entscheidungsgrundlagen aus den
Erkenntnissen der Forschungs- und Pilotprojekte. Zentrale Elemente
sind eine strategische Forschungsagenda, die Technologieroadmap und
Elemente einer Einführungsstrategie für Smart Grids. Etablierte und
neue Akteure sind eingeladen ihre Sichtweise einzubringen. Die frühe
Positionierung in diesem Innovationsfeld und die gezielte Entwicklung
von Pilotprojekten und Modellregionen, gemeinsam mit Netzbetreibern,
Industrie und Forschung und mit finanziellen Mitteln aus dem Klima-
und Energiefonds, hat Österreich in eine international führende
Position als Vorreiter gebracht. Die österreichischen
Smart-Grids-Modellregionen sind mittlerweile weltweit deutlich
sichtbar, zählen zu den zentralen Projekten des europäischen
"Strategic Energy Technology Plan" und sind begehrte
Kooperationspartner. Das bringt die österreichischen Unternehmen in
eine Pole Position auf sich etablierenden internationalen Märkten.
Das Austrian Institute of Technology (AIT) zählt bereits weltweit zu
den Spitzenforschungsinstituten. In den letzten zehn Jahren wurden
über die Technologieprogramme des bmvit im Bereich Energieforschung,
aber auch z.T. IKT, Mobilität und Sicherheitsforschung sowie ganz
wesentlich über den Klima- und Energiefonds insgesamt etwa 60
Millionen Euro an Fördermitteln für das Thema zur Verfügung gestellt.
Klima- und Energiefonds fördert Smart-Grids-Modellregionen und
Projekte
Im Rahmen seines Energieforschungsprogrammes fördert der Klima- und
Energiefonds seit 2008 Smart-Grids-Modellregionen und Projekte. In
insgesamt 90 Projekte sind bisher 37 Millionen Euro Fördermittel
geflossen. Die Gesamtkosten der Projekte betrugen 55 Millionen Euro.
In sechs Bundesländern gibt es zwölf durch den Klimafonds
unterstützte Smart-Grids-Testregionen. Klima-und Energiefonds
Geschäftsführerin Theresia Vogel: "Unser Ziel ist es, möglichst viel
erneuerbaren Strom optimal und kostengünstig ins Netz zu bringen.
Gelingen wird dies durch innovative Technologien, die zum einen
Kosteneinsparungen beim Ausbau der Infrastruktur ermöglichen und zum
anderen volkswirtschaftlichen Nutzen bringen. Damit setzen wir nicht
nur einen weiteren Schritt in Richtung Verwirklichung der
Energiewende, sondern unterstützen auch heimische Betriebe, hier
Know-how aufzubauen und international mit ihren Lösungen zu punkten."
Internationale Fachkonferenz: Zehnte Smart Grids Week
Die vom bmvit initiierte und gemeinsam Industriepartnern getragene
Fachkonferenz der österreichischen Smart-Grids-Experten findet von
20. bis 22. Mai 2015 in Wien statt. Als Praxisbeispiel steht "aspern
- Die Seestadt Wiens" im Mittelpunkt, weitere Themen sind u.a. das
aktive Verteilernetz, die Integration der erneuerbaren Energien sowie
die Sicherheitsforschung im intelligenten Stromnetz. Die Smart Grids
Week 2015 ist mittlerweile die zehnte Konferenz in Folge zum Thema
der neuen Energieinfrastrukturen. Sie entwickelte sich im Laufe der
Jahre zu einer internationalen Fachkonferenz von weit überregionaler
Bedeutung mit 350 Experten aus 20 Ländern. Weitere Informationen zur
Smart Grids Week: www.smartgridsweek.com
aspern - Die Seestadt Wiens: einzigartiges Smart City
Forschungsprojekt
In aspern - Die Seestadt Wiens führt die Aspern Smart City Research
GmbH & Co KG (ASCR) eines der innovativsten und nachhaltigsten
Energieeffizienz-Demonstrationsprojekte Europas durch. Neben der
Größe und Konstellation der Forschungsgesellschaft sticht vor allem
der integrative Ansatz hervor. Nicht Einzelelemente, sondern komplexe
Zusammenhänge werden anhand realer Daten erforscht. Die ASCR ist ein
Joint Venture von den Wiener Netzen, Wien Energie, Siemens und der
Stadt Wien. In dieser Kooperation soll ein Teil der technischen
Lösungen für die neue Energiewelt entwickelt werden und zwar im
realen Leben eines neu errichteten Stadtteils mit realen Endkunden.
Dabei geht es um vorausschauende Gebäudeautomatisierungen und die
Nutzung der Flexibilitäten der Gebäude am Energiemarkt - all das in
Formen, die auch von den Bewohnerinnen und Bewohnern akzeptiert und
verstanden werden können. Weiters werden optimale Methoden der
Erfassung des Netzzustandes und der Netzplanung entwickelt.
AIT bereitet den Weg für neue Forschungsfragen
Das AIT Austrian Institute of Technology organisierte im Rahmen der
Smart Grids Week einen Workshop mit den beiden IEA (International
Energy Agency) Netzwerken Photovoltaic Power Systems Programme (PVPS)
und dem Internationalen Smart Grids Action Network (ISGAN). Neben
den neuesten Ansätzen rund um das aktuelle Thema der Flexibilität im
Stromnetz - sowohl auf Erzeuger als auch auf Verbraucherseite - wurde
der Fokus vor allem auf Interaktion von Übertragungsnetz- und
Verteilnetzbetreiber gelegt. Bisher wurden Smart-Grid-Ansätze
getrennt für das Übertragungs- und das Verteilnetz entwickelt. Die
Smart- Grids-Forschung in Österreich hat sich mit der Entwicklung
neuer Ansätze für die Planung und den Betrieb von elektrischen
Verteilnetzen mit einem hohen Anteil dezentraler, erneuerbarer
Energieressourcen und der Einbindung von aktiven Kunden in den
letzten zehn Jahren international sehr erfolgreich positioniert. Mit
der Leitung der Aktivitäten zum Thema Interaktion Übertragungsnetz-
und Verteilnetzbetreiber innerhalb von ISGAN und der Veröffentlichung
eines zugehörigen Diskussionspapiers und eines Casebooks konnte
Österreich mit dem AIT nun eine Themenführerschaft auch in diesem
zukunftsträchtigen Bereich übernehmen. Mit dem SmartEST Labor hat man
am AIT auch die notwendige Laborinfrastruktur geschaffen, um die
Interaktion der Netzebenen zu simulieren, bevor sie im freien Feld
angewendet werden.
Smart City Wien: Aufbau einer modernen Netzinfrastruktur
Wie andere Ballungszentren auch erlebt Wien derzeit ein massives
Bevölkerungswachstum, weshalb der Aufbau einer modernen
Netzinfrastruktur ein wichtiges Thema ist. Bernd Vogl, MA 20 -
Energieplanung der Stadt Wien, betont: "In Wien besteht großes
Interesse an den neuesten Entwicklungen im Smart-Grids-Bereich. Wir
müssen Konzepte für die Einbindung erneuerbarer Energien und Abwärme
für neue Stadtteile auf die Beine stellen." Der zehnten Smart Grids
Week eine Plattform zu bieten, ist daher die logische
Schlussfolgerung.
Siemens Österreich: Forschungspartner von
Smart-Grids-Projekten
"Erneuerbare Energien und der Umbruch in der Elektrizitätsversorgung
haben die intelligenten Energienetze notwendig und real gemacht. Wir
haben in den letzten zehn Jahren gemeinsam mit unseren Kunden und
Forschungspartnern an zahlreichen Förderprojekten teilgenommen und
zukunftsweisende Technologien für die Spannungsregelung oder die
Verteilnetzautomatisierung - zur Integration erneuerbarer Energien -
entwickelt. Dabei wurde nicht nur zukunftsweisendes Know-how
aufgebaut, sondern auch innovative Produkte und Lösungen sowie neue
hochqualifizierte Arbeitsplätze geschaffen. In Summe arbeiten bei
Siemens Österreich etwa 500 Mitarbeiter im Dienst einer nachhaltigen
und smarten Energieversorgung", erklärt Robert Tesch, Leiter des
Bereichs Smart Grids, Siemens CEE.
Smart-Grids-Pionier-Modellregionen in Österreich
Die Smart-Grids-Pionier- und Modellregionen befinden sich in
Salzburg, Oberösterreich, Vorarlberg, Steiermark und Wien. Jede
Modellregion zeigt eine eigene Charakteristik auf. Die
Forschungsschwerpunkte befassen sich zum Beispiel mit der
intelligenten Netzintegration von Kunden, Gebäuden, kleinen
PV-Anlagen, Elektroautos und der Integration von
Kleinwasserkraftwerken. Die unterschiedlichen Themen zeigen das
breite Spektrum von Smart-Grids-Technologien auf.
Smart Grids stehen für die Evolution des Energiesystems
Die Elektrizitätsinfrastruktur befindet sich im Wandel: Die
Strominfrastruktur wird sich in den kommenden Jahrzehnten von einer
zentral gesteuerten zu einer intelligenten, auch vermehrt dezentralen
Stromversorgung weiterentwickeln müssen. Die stark steigende und
dezentrale Einspeisung von Solar- und Windenergie erfordert vor allem
im Mittel- und Niederspannungsbereich eine aktivere und dynamischere
Steuerung. Die technologische Lösung für den grundlegenden Umbau der
Energieversorgung ist das Smart Grid, das intelligente Stromnetz.
Smart Grids verbinden alle Akteure des Energiesystems, sowohl
dezentrale Erzeuger wie Photovoltaikanlagen, Windräder, Haushalte und
Speicher als auch Verteilernetze über ein Kommunikationsnetzwerk. Die
Entwicklung und die Implementierung der Smart-Grids-Technologien sind
die Voraussetzung für einen energie- und kosteneffizienten
Netzbetrieb - um die nachhaltige, wirtschaftliche und sichere
Elektrizitätsversorgung zu gewährleisten.
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