Betroffenheit bei Umweltschützern: Vermutlich schlimmste Ölpest seit 1997 in Kalifornien

GLOBAL 2000 fordert OMV auf, Adria frei von Ölbohrungen zu halten.

Wien (OTS) - Der Ölunfall in Kalifornien ist nun offenbar weit schlimmer als befürchtet. Ging man zunächst vom Austritt von 80.000 Litern Öl aus, schätzt die Küstenwache laut Medienberichten mittlerweile, dass es zu einem Austritt von bisher 400.000 Liter Öl gekommen ist. Ein Ölteppich von 15 Quadratkilometer Größe breitet sich vor der Küste aus. Vormalige Traumstrände sind nun ölverseucht und von toten Tieren gesäumt. Freiwillige versuchen verzweifelt, sie mit Schaufeln zu reinigen. Es ist vermutlich der schlimmste Öl-Unfall in Kalifornien seit 1997 und genau das Szenario, das UmweltschützerInnen für die Adria verhindern wollen.

GLOBAL 2000-Klimasprecher Johannes Wahlmüller: "Wir sind betroffen von den Bildern aus Kalifornien, die zeigen, wie dramatisch sich Ölunfälle auf Mensch und Natur auswirken können. Genau so ein Unfall darf in unserem Naturjuwel an der kroatischen Adria-Küste nie passieren! Noch ist es nicht zu spät: Wir fordern OMV-Generaldirektor Gerhard Roiss auf, keinen schweren Fehler zu begehen und die Verträge über Ölforderungen in der Adria nicht zu unterschreiben", sagt Wahlmüller.

Ein Ölunfall in der Adria wäre auf Grund der dortigen Strömungsverhältnisse potenziell dramatisch: Entlang der kroatischen Küste fließt die Strömung nach Norden, entlang der italienischen Seite nach Süden. So wäre rasch ein großer Teil der auch bei den ÖsterreicherInnen beliebten Traumstrände an der Adria verseucht. Dadurch, dass sich das Wasser in der Adria nur sehr langsam austauscht, würde die Kontamination auch sehr lange anhalten und die marinen Ökosysteme, insbesondere die Tierwelt, stark schädigen.

Erst am Dienstag nahm GLOBAL 2000 gemeinsam mit einer Delegation von kroatischen VertreterInnen der Umweltorganisation "Zelena Akcija" (Friends of the Earth Croatia) an der Hauptversammlung der OMV teil und konfrontierte den Vorstand und die Aktionäre mit den Bedenken gegenüber dem Projekt. Sie informierten insbesondere darüber, dass 75 Prozent der KroatInnen eine Volksabstimmung über die geplanten Ölbohrungen wünschen und viele ihre Lebensgrundlage, den Tourismus und die Fischerei, bedroht sehen.

"Die Adria ist ein denkbar ungeeigneter Ort für Ölbohrungen. Die OMV muss von den Plänen Abstand nehmen und die Sorgen der kroatischen Bevölkerung endlich respektieren. Wir fordern die OMV auf, auch angesichts der dramatischen Bilder aus Kalifornien, jetzt keine übereilten Schritte gegen den Willen der kroatischen Bevölkerung zu unternehmen und die Pläne zu begraben, die die Natur, die Lebensgrundlage vieler Menschen und das Klima gefährden", so Wahlmüller abschließend.

GLOBAL 2000 E-Protest "SOS Adria" unter www.global2000.at/sos-adria

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