- 20.05.2015, 16:05:30
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mc-quergeredet: Wie (un)attraktiv ist Österreich für Start-ups?
Am 19. Mai 2015 wurde im management club die Frage der Attraktivität des Standorts Österreich für Start-ups gestellt.

Utl.: Am 19. Mai 2015 wurde im management club die Frage der
Attraktivität des Standorts Österreich für Start-ups gestellt. =
Wien (OTS) - Zu Beginn präsentierte Mag. Werner Wutscher, Gründer und
CEO von New Venture Scouting, seine im Auftrag der Wirtschaftskammer
Österreich durchgeführte Studie von 2014 über "Standortqualität und
unternehmerische Mobilität aus Sicht von Entrepreneuren". Ziel der
Untersuchung war die Rolle der Mobilität in Bezug auf Unternehmen.
Eine der Schlussfolgerungen war die Feststellung, Abwanderung von
Unternehmen nicht als negatives Phänomen zu deuten, sondern aus der
Erfahrung der Gründer im Ausland zu profitieren, um somit Österreich
als Standort attraktiver zu machen. Man könne in Österreich viel auf
bestehenden Strukturen aufbauen, es brauche maßgeschneiderte und
themenbezogene Inkubatoren und Akzeleratoren, damit entstehe
Expertise und Standortidentität für ein qualifiziertes Gründerumfeld,
so Wutscher.
Im Anschluss stellte sich ein prominent besetztes Podium den Fragen
von Dr. Anita Staudacher, Wirtschaftsredakteurin vom KURIER; neben
Mag. Werner Wutscher nahmen auch Abg.z.NR Eva-Maria Himmelbauer, BSc
(ÖVP), Lena Pösl, seit April 2015 COO bei Whatchado, Mag. Andreas
Tschas, Mitbegründer und CEO des Pioneers Festival sowie DI Stefan
Kreppel, MBA, Start-up Koordinator der Österreichischen
Forschungsförderungsgesellschaft Platz.
"money makes innovation"
Hinsichtlich Finanzierungsmodellen waren sich alle Podiumsteilnehmer
einig, dass es in Österreich sehr gute staatliche Förderungen für
Start-ups gibt, im Bereich der Privatfinanzierung aber enormen
Aufholbedarf. In den Vereinigten Staaten werde viel mehr
Risikokapital frei nach dem Motto "money makes innovation" im Bereich
Neugründungen investiert, in Österreich sei ein Großteil an
Privatvermögen hingegen in Stiftungen geparkt; der Staat müsse
einerseits Anreize für institutionelle Investoren, Risikokapitalgeber
zu werden, andererseits Anreize für die Mobilisierung von
Privatkapital - zum Beispiel Steuererleichterungen für Business
Angels - schaffen, so Wutscher.
Whatchadoo-COO Pösl erzählte von den bürokratischen Hürden in der
Praxis; eine Neuanstellung eines Mitarbeiters erfordere ein hohes Maß
an Einschätzungsvermögen hinsichtlich der Verwendungsgruppe laut
Kollektivvertrag. Sie forderte mehr Flexibilität im Arbeitsrecht.
ÖVP-Abgeordnete Himmelbauer sprach sich als Mitglied des
Wissenschaftsausschusses sowie des Ausschusses für Forschung,
Innovation und Technologie im Nationalrat für einen höheren
Stellenwert von Wirtschaft und Unternehmertum in der Schule aus. Der
Wissensaustausch zwischen Wirtschaft und Hochschulen müsse ebenso
vorangetrieben werden wie die Digitalisierung der
Politik(e-government).
FFG-Start-up-Koordinator Kreppel berichtete von positiven
Entwicklungen, wo Österreich durchaus mit anderen Start-up-Ländern
mithalten kann: rund 85 Prozent der von der FFG unterstützten
Neugründungen reüssieren erfolgreich am Markt. Aufgrund der
Nachweispflicht seitens der Unternehmen, für welche Bereiche wie viel
Geld investiert wird, kann die FFG einen sorgsamen und transparenten
Umgang mit Fördergeldern garantieren. Wird der Nachweispflicht nicht
entsprechend nachgekommen, gibt es keine Fördergeldauszahlung bzw.
eine Rückforderung der Fördersumme.
Pioneers-CEO Tschas sprach von der Notwendigkeit einer politischen
Bewusstseinsbildung; man habe zwar mit Staatssekretär Dr. Harald
Mahrer eine starke Stimme für die Neugründerszene in Österreich, das
Thema Start-ups müsse aber wie in Großbritannien und den Vereinigten
Staaten Chefsache werden. Das diesjährige Pioneers Festival findet am
28. und 29. Mai 2015 in der Wiener Hofburg statt und bietet auch
heuer wieder etwa 2.500 Teilnehmern eine Plattform zur Vernetzung
zwischen jungen Start-ups, renommierten Unternehmen und Investoren.
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