• 20.05.2015, 11:35:58
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NÖ Familien geben 700 Euro für Nachhilfe aus

AKNÖ-Vizepräsident Fiala fordert Ausbau von ganztägiger schulischer Betreuung und Schulfinanzierung nach sozialen Kriterien

Utl.: AKNÖ-Vizepräsident Fiala fordert Ausbau von ganztägiger
schulischer Betreuung und Schulfinanzierung nach sozialen
Kriterien =

Wien (OTS) - Niederösterreichische Familien greifen für die Nachhilfe
tief in die Tasche. Das zeigt eine Erhebung der NÖ Arbeiterkammer.
Für AKNÖ-Vizepräsident Michael Fiala steht fest: "Nachhilfe ist nicht
für alle gleich leistbar. Wir brauchen deshalb an den Schulen
dringend mehr und zielgerichtete ganztägige Betreuungsangebote und
eine Schulfinanzierung, die auch soziale Kriterien berücksichtigt".

Nachhilfe ist längst fester Bestandteil vieler Schulkarrieren:
Alleine in Niederösterreich sind jedes Jahr 35.000 Schülerinnen und
Schüler davon betroffen, Tendenz steigend. Mehr als jeder vierte
niederösterreichische Haushalt hat während des Schuljahres bzw. im
Sommer externe Nachhilfe in Anspruch genommen. 700 Euro hat jede
betroffene Familie ausgegeben - ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr, da
waren es noch 670 Euro. Damit liegt Niederösterreich im
Österreich-Vergleich der höchsten Nachhilfe-Ausgaben auf Platz vier -
nach Wien, Vorarlberg und Kärnten. Bundesweit geben Eltern insgesamt
ca. 119 Millionen Euro für das Lernen außerhalb der Schule aus,
allein 21 Millionen davon zahlten die Eltern aus Niederösterreich.
Diese Entwicklung schlägt sich gravierend auf das Haushaltsbudget
nieder. "Mehr als die Hälfte der Eltern, die bezahlte Nachhilfe in
Anspruch nehmen, fühlt sich dadurch finanziell stark belastet. Für
einkommensschwache Haushalte oder AlleinverdienerInnen ist Nachhilfe
immer weniger leistbar. Das verstärkt zusätzlich die
Bildungsungerechtigkeit", erklärt AKNÖ-Bildungsexperte Günter Kastner
und erinnert auch daran, dass drei von vier Eltern regelmäßig mit
ihren Kindern zu Hause lernen müssen.

AKNÖ-Forderung: Ausweitung von Ganztagsschulen
In Niederösterreich macht sich vor allem der Mangel an geeigneten
Unterstützungsangeboten in der Nachmittagsbetreuung bemerkbar.
Weniger als jeder fünfte niederösterreichische Haushalt (17 Prozent)
kann auf schulische Nachmittagsbetreuung zurückgreifen. "Durch eine
Ausweitung des Angebots an hochwertigen, ganztägigen Schulformen mit
individueller Förderung könnten in Zukunft viele SchülerInnen die
Lernziele erreichen, ohne dass die Eltern für teure Nachhilfe
bezahlen oder daheim Lehrer spielen müssen", sagt AKNÖ-Vizepräsident
Michael Fiala. Dies wird auch durch die aktuelle Studie bestätigt, in
der 60 Prozent der Betroffenen angeben, dass durch die
Nachmittagsbetreuung weniger oder gar keine Nachhilfe mehr nötig ist.

Finanzierung nach sozialen Kriterien
Außerdem braucht es endlich eine Umstellung der Schulfinanzierung
nach sozialen Kriterien: Schulen mit einem höheren Anteil an Kindern
aus sozial schwächeren Verhältnissen sollen zusätzliche finanzielle
Mittel bekommen, mit denen sie pädagogische Förderangebote, kleinere
Lerngruppen und zusätzliche Lehrkräfte bezahlen können. Damit wäre es
möglich, SchülerInnen besser zu fördern und Nachhilfe endlich
überflüssig zu machen. "Der schulische Erfolg der Kinder in unserem
Land darf nicht mehr hauptsächlich vom Einkommen der Eltern abhängig
sein", so Fiala abschließend.

Die detaillierten Ergebnisse der Studie und Tipps für die Nachhilfe
finden Sie unter noe.arbeiterkammer.at

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