- 19.05.2015, 14:22:58
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Superintendent Dantine: "Bettelverbot ist keine Lösung des Problems"
Evangelischer Superintendent vermisst "Antworten mit Augenmaß" und fordert "würdigen Umgang mit bettelden Menschen"
Utl.: Evangelischer Superintendent vermisst "Antworten mit Augenmaß"
und fordert "würdigen Umgang mit bettelden Menschen" =
Salzburg (OTS) - Kritik am Bettelverbot für die Stadt Salzburg
kommt vom evangelischen Superintendenten der Diözese Salzburg-Tirol,
Olivier Dantine. "Bei dem von der Stadt Salzburg verhängten
sektoralen Bettelverbot muss jedem klar sein, dass durch eine solche
Maßnahme das Problem einer von Passanten empfundenen Belästigung
durch das Betteln nicht gelöst, sondern nur verlagert wird", heißt es
in einer ersten Stellungnahme des Superintendenten. "Die Auswahl der
Bettelverbotszonen zeigt zudem, dass es nicht um das Lösen eines
Problems geht, sondern darum, Touristen und Menschen beim
Einkaufsbummel den Anblick der Armut zu ersparen. Der Wunsch, die
Illusion einer heilen Welt zu bewahren, wird zum Maßstab für den
Umgang mit Menschen in bitterster Armut."
Dantine selber erlebe bettelnde Menschen in der Stadt Salzburg nicht
als Belästigung. Vielmehr würden sie der wohlhabenden Stadt Salzburg
zeigen, dass mit Reichtum auch Verantwortung einhergehe für jene
Menschen, denen es nicht so gut gehe. Positiv bewertet der
Superintendent die Initiative engagierter Menschen, die mit den
Notreisenden ins Gespräch kommen, um bei ihnen Verständnis für die
Empfindungen von Passanten zu fördern.
Dass die Stadt Notschlafstellen und Sozialarbeit für Notreisende
finanziert, begrüßt der Superintendent. Dantine: "In der Frage des
Bettelns wünsche ich mir aber Antworten mit Augenmaß und einen
würdigen Umgang mit bettelnden Menschen."
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