- 18.05.2015, 18:28:47
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WirtschaftsBlatt-Leitartikel: "Die AUA hat andere Sorgen" - von Günter Fritz
Rote Strümpfe statt nachhaltigem Turnaround und ein neuer Chef, der wieder nicht lange bleiben wird - der AUA fehlt der langfristige Zugang.
Utl.: Rote Strümpfe statt nachhaltigem Turnaround und ein neuer
Chef, der wieder nicht lange bleiben wird - der AUA fehlt der
langfristige Zugang. =
Wien (OTS) - Die Austrian Airlines haben gestern ihre neuen Uniformen
vorgestellt, die schon im Vorfeld für Mutmaßungen gesorgt haben.
Immerhin waren die roten Outfits seit Jahrzehnten das
Erkennungsmerkmal von Österreichs nationaler Fluglinie. Etwaige
Bedenken eingefleischter Patrioten ob einer radikalen Änderungen
waren freilich übertrieben: Auch als Tochtergesellschaft der
deutschen Lufthansa bleibt die AUA von Rot dominiert - wenngleich mit
dezenten optischen Anpassungen - mal rot kariert, mal schwarz. Ob die
markanten, umstrittenen roten Schuhe und Strümpfe bleiben, wird
übrigens in den kommenden vier Wochen von den Flugbegleiterinnen per
Abstimmung entschieden.
Auch wenn das öffentliche Interesse an den Uniformen groß war, muss
an dieser Stelle gesagt werden, dass die AUA andere Sorgen hat: Sie
muss endlich den nachhaltigen Turnaround schaffen und so viel Gewinn
schreiben, dass ihr geplanter Expansionskurs realisierbar ist. Denn
nur so sind auch die Arbeitsplätze und das für den Standort Wien so
wichtige Luftfahrtdrehkreuz langfristig gesichert.
Keine leichte Aufgabe angesichts der brancheninternen und
geopolitischen Rahmenbedingungen für den neuen AUA-Chef, Kay Kratky,
der seinen Job mit 1. August antritt. Auch wenn der bisherige CEO,
Jaan Albrecht, der Ende Mai zum
Lufthansa-Turkish-Airline-Joint-Venture SunExpress wechselt, es viel
weiter gebracht hat. Seine Methoden wurden zwar angefeindet, immerhin
schaffte er es aber, die AUA wieder zurück in die schwarzen Zahlen zu
führen und das umzusetzen, wovon seine zahlreichen Vorgänger nur
gesprochen hatten.
Weniger positiv könnte sein, dass Albrecht nach nur dreieinhalb
Jahren geht und auch der 57-jährige Kratky nicht länger bleiben wird.
Denn laut Lufthansa-Reglement darf niemand länger als bis 60 bleiben.
Ob das der Kontinuität und der innerbetrieblichen Stimmung dienlich
ist, darf zumindest hinterfragt werden. Es sei denn, es wird ohnehin
alles aus der Frankfurter Zentrale vorgegeben und in Wien nur noch
umgesetzt.
Bleibt nur zu hoffen, dass nicht auch bei der AUA das in letzter Zeit
immer beliebtere, auf kurzfristige und schnelle Ergebnisse
ausgerichtete Denken zur Maxime wird. Denn jedes andere Unternehmen
braucht zum Erfolg mehr langfristiges und nachhaltiges Agieren - und
weniger Chefs, die sich gewissermaßen die Klinke in die Hand geben.
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