• 18.05.2015, 13:37:23
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  • OTS0149 OTW0149

Zusammenspiel von Mutationen: Rückfallursache bei Leukämie im Kindes- und Jugendalter

St. Anna Kinderkrebsforschung: Neue Einblicke in die Biologie ermöglichen zukünftige Therapieansätze

Forschungsteam der Leukämiebiologie Gruppe, St.
Anna Kinderkrebsforschung

Utl.: St. Anna Kinderkrebsforschung: Neue Einblicke in die Biologie
ermöglichen zukünftige Therapieansätze =

Wien (OTS) - Leukämie ist die häufigste Krebserkrankung im Kindes-
und Jugendalter und kann mit derzeitigen Therapieprotokollen in mehr
als 80% geheilt werden. Das heißt aber auch, dass 20% der betroffenen
Kinder einen Rückfall erleiden und damit eine deutlich schlechtere
Prognose haben. Bisher waren die Ursachen für ein Wiederauftreten der
Leukämie weitgehend unklar.

Nun haben Forscher der St. Anna Kinderkrebsforschung unter der
Leitung von Renate Panzer-Grümayer erste Hinweise erbracht, dass das
gemeinsame Auftreten zweier Mutationen für die Rückfallerkrankung
einer großen Leukämieuntergruppe verantwortlich sein könnte. Diese
Studie, welche in enger Zusammenarbeit mit Klinikern aus dem St. Anna
Kinderspital und in Kollaboration mit Forschern aus Deutschland,
Italien und dem Zentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen
Akademie der Wissenschaften in Wien entstanden ist, wurde am
28.4.2015 online im renommierten Nature Fachjournal LEUKEMIA
veröffentlicht.

Die entscheidenden Mutationen wurden mittels hoch sensitiver Next
Generation Sequencing Methoden bestimmt und waren besonders bei
ungünstig verlaufenden Leukämien nachzuweisen. Während bei der
Ersterkrankung die Leukämie aus vielen verschiedenen Zellpopulationen
besteht, ist beim Rückfall das Mutationsmuster deutlich eingeschränkt
und weist auf eine Selektion durch die Chemotherapie hin. Weiters
wurde festgestellt, dass zwei Mutationen auffällig häufig gemeinsam
in der Rückfallerkrankung vorhanden, und zudem mit einer Resistenz
gegen die verabreichte Therapie assoziiert waren. Die Daten der
Forscher legen den Schluss nahe, dass diese veränderten Proteine
für eine Rückfallerkrankung maßgeblich verantwortlich sind.

Univ. Doz. Georg Mann, Studienleiter der Leukämietherapie in
Österreich: "Diese Ergebnisse sind äußerst interessant, da es für
beide veränderten Proteine spezifische Hemmstoffe gibt, die in
Zukunft in der Klinik Verwendung finden könnten. Deshalb werden die
Forscher im Labor nun untersuchen welche Auswirkungen diese
Onko-Proteine in der Leukämiezelle haben, wie sie interagieren, und
ob diese Effekte mit Inhibitoren aufhebbar sind."

Die Publikation "KRAS and CREBBP mutations: a relapse-linked
malicious liaison in childhood high hyperdiploid acute lymphoblastic
leukemia" (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25917266) wurde durch
die finanzielle Unterstützung von Kapsch, FWF und ÖNB ermöglicht.

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