- 18.05.2015, 11:50:52
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Franz Voves im PULS 4 NEWS-Talk: „…sonst gibt es Krieg in Europa“
Drastische Worte vom steirischen LH Franz Voves im PULS 4-News Talk „Wie jetzt?“ am Sonntag im Gespräch mit Corinna Milborn, um vor den Folgen globalen Politik-Versagens zu warnen.
Utl.: Drastische Worte vom steirischen LH Franz Voves im PULS 4-News
Talk „Wie jetzt?“ am Sonntag im Gespräch mit Corinna Milborn,
um vor den Folgen globalen Politik-Versagens zu warnen. =
Wien (OTS) - Der steirische Landeshauptmann Franz Voves wählte
gestern im Talk mit PULS 4-Infochefin Corinna Milborn drastische
Worte.
"Das alte System ist dabei, an die Wand zu fahren. Wir brauchen
einen neuen Zugang, wie wir die Wirtschaft so führen, dass es für
alle ein Auskommen gibt, ansonsten gibt es Krieg. Und wenn wir die
Arbeitslosigkeit in Europa jetzt noch um eine Nuance steigern, dann
kann das Feuer wirklich bald lodern. Ich hoffe, dass die Politik
rechtzeitig die Zeichen der Zeit erkennt und den Schalter umlegt."
Für 20-Stunden-Woche
Die große Herausforderung sei die Antwort auf die digitale
Revolution: "Seriöse Studien sagen, dass wir in den nächsten 5-10
Jahren weltweit 150 Millionen Arbeitsplätze verlieren werden, weil
noch gescheitere Computer und Roboter den Menschen ablösen werden."
Die Antwort sei Arbeitszeitverkürzung: "Man wird sich fragen müssen,
wann wir einmal 20 Stunden arbeiten werden, und den Rest des Tages
mit sinnvoller gemeinnnütziger Arbeit verbringen werden."
"Die Politik hat das Zepter nicht mehr in der Hand"
Die Politik sei allerdings nicht in der Lage, zu reagieren: "Die
Politik wird von multinationalen Großkonzernen overruled. Die Politik
hat das Zepter nicht mehr in der Hand und gewinnt auch schwer wieder
Überhand, reglementieren zu können. Nehmen Sie nur den Finanzmarkt",
so Voves, der für eine grundlegende Änderung der Wirtschaftsordnung
eintritt: "Ich glaube, dass man sich fragen wird müssen, ob eine
Wirtschaftsordnung, die ausschließlich Gewinnmaximierung und
Konkurrenz in der Vordergrund stellt, nicht eine Wirtschaftsordnung
abgelöst werden muss, wo es um Gemeinwohl und Kooperation geht."
Voves sei nicht gegen Marktwirtschaft oder Familienbetriebe - aber:
"Wogegen ich was habe sind seelenlose multinationale Konzerne. Warum
seelenlos: Weil hinter ihnen Eigentümer stehen, die nur mehr
Investmentfonds stehen. Wo Manager nur am Gewinn gemessen werden und
die an den Menschen nicht mehr interessiert sind."
Voves für Vereinigte Staaten von Europa
"Was sich da entwickelt hat, dass wir in bestimmten Branchen nur mehr
Monopole und Oligopole haben, das ist etwas, das die Politik
korrigieren müsste. Das hat nichts mit Ideologie zu tun, sondern in
meinem Fall. sondern mit Verständnis, weil ich selbst 25 Jahre in der
Privatwirtschaft gelebt habe, und davon 13 Jahre als Finanzvorstand."
Die Politik gegenüber Konzernen zu stärken sei allerdings nur mit
erhöhter europäische Kooperation möglich: "Ich bin für die
Vereinigten Staaten von Europa."
70 Jahre Kriegsende: Scharfe Kritik an FPÖ
Auf den eignen, steierischen Wahlkampf angesprochen sagt Voves In
Richtung FPÖ: "Jetzt gibt es den Rückblick auf 70 Jahre Kriegsende,
man sieht die Bilder aus Dachau und Auschwitz. Wenn die Menschen
nicht kapieren, was Ausländerhetze für Folgen haben kann, dann wählt
man FPÖ."
Zu seinem Amtskollegen in Kärnten sagt Voves: "Für mich ist es
unerträglich, den Kollegen Kaiser zu sehen, wie er da knierutschend
nach Wien pilgert. Das ist demütigend."
Kritik über der Landeshauptmann am Bundesrechnungshof, der kürzlich
die Investitionen des Landes Steiermark in Schladming - 151 Millionen
Euro - als zu hoch kritisierte: "Der Bundesrechnungshof hat sich zu
grundsätzlichen strategischen Investitionsentscheidungen des Landes
geäußert, das steht ihm nicht zu. Wie ich überhaupt meine, dass ein
Rechnungshofpräsident, der drei Wochen vor einer Wahl einen
Rohbericht hinausspielt, obwohl er immer gesagt hat, das wird er in
seiner Ära nicht tun, hat für mich ein riesiges
Glaubwürdigkeitsproblem."
"Wie jetzt? PULS 4 fragt nach" lief am Sonntag um 18.55 auf PULS4 -
online nachzusehen auf unter
http://www.puls4.com/video/puls-4-news/play/2776857
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