Franz Voves im PULS 4 NEWS-Talk: „…sonst gibt es Krieg in Europa“

Drastische Worte vom steirischen LH Franz Voves im PULS 4-News Talk „Wie jetzt?“ am Sonntag im Gespräch mit Corinna Milborn, um vor den Folgen globalen Politik-Versagens zu warnen.

Wien (OTS) - Der steirische Landeshauptmann Franz Voves wählte gestern im Talk mit PULS 4-Infochefin Corinna Milborn drastische Worte.

"Das alte System ist dabei, an die Wand zu fahren. Wir brauchen einen neuen Zugang, wie wir die Wirtschaft so führen, dass es für alle ein Auskommen gibt, ansonsten gibt es Krieg. Und wenn wir die Arbeitslosigkeit in Europa jetzt noch um eine Nuance steigern, dann kann das Feuer wirklich bald lodern. Ich hoffe, dass die Politik rechtzeitig die Zeichen der Zeit erkennt und den Schalter umlegt."

Für 20-Stunden-Woche

Die große Herausforderung sei die Antwort auf die digitale Revolution: "Seriöse Studien sagen, dass wir in den nächsten 5-10 Jahren weltweit 150 Millionen Arbeitsplätze verlieren werden, weil noch gescheitere Computer und Roboter den Menschen ablösen werden." Die Antwort sei Arbeitszeitverkürzung: "Man wird sich fragen müssen, wann wir einmal 20 Stunden arbeiten werden, und den Rest des Tages mit sinnvoller gemeinnnütziger Arbeit verbringen werden."

"Die Politik hat das Zepter nicht mehr in der Hand"

Die Politik sei allerdings nicht in der Lage, zu reagieren: "Die Politik wird von multinationalen Großkonzernen overruled. Die Politik hat das Zepter nicht mehr in der Hand und gewinnt auch schwer wieder Überhand, reglementieren zu können. Nehmen Sie nur den Finanzmarkt", so Voves, der für eine grundlegende Änderung der Wirtschaftsordnung eintritt: "Ich glaube, dass man sich fragen wird müssen, ob eine Wirtschaftsordnung, die ausschließlich Gewinnmaximierung und Konkurrenz in der Vordergrund stellt, nicht eine Wirtschaftsordnung abgelöst werden muss, wo es um Gemeinwohl und Kooperation geht."

Voves sei nicht gegen Marktwirtschaft oder Familienbetriebe - aber:
"Wogegen ich was habe sind seelenlose multinationale Konzerne. Warum seelenlos: Weil hinter ihnen Eigentümer stehen, die nur mehr Investmentfonds stehen. Wo Manager nur am Gewinn gemessen werden und die an den Menschen nicht mehr interessiert sind."

Voves für Vereinigte Staaten von Europa

"Was sich da entwickelt hat, dass wir in bestimmten Branchen nur mehr Monopole und Oligopole haben, das ist etwas, das die Politik korrigieren müsste. Das hat nichts mit Ideologie zu tun, sondern in meinem Fall. sondern mit Verständnis, weil ich selbst 25 Jahre in der Privatwirtschaft gelebt habe, und davon 13 Jahre als Finanzvorstand."

Die Politik gegenüber Konzernen zu stärken sei allerdings nur mit erhöhter europäische Kooperation möglich: "Ich bin für die Vereinigten Staaten von Europa."

70 Jahre Kriegsende: Scharfe Kritik an FPÖ

Auf den eignen, steierischen Wahlkampf angesprochen sagt Voves In Richtung FPÖ: "Jetzt gibt es den Rückblick auf 70 Jahre Kriegsende, man sieht die Bilder aus Dachau und Auschwitz. Wenn die Menschen nicht kapieren, was Ausländerhetze für Folgen haben kann, dann wählt man FPÖ."

Zu seinem Amtskollegen in Kärnten sagt Voves: "Für mich ist es unerträglich, den Kollegen Kaiser zu sehen, wie er da knierutschend nach Wien pilgert. Das ist demütigend."

Kritik über der Landeshauptmann am Bundesrechnungshof, der kürzlich die Investitionen des Landes Steiermark in Schladming - 151 Millionen Euro - als zu hoch kritisierte: "Der Bundesrechnungshof hat sich zu grundsätzlichen strategischen Investitionsentscheidungen des Landes geäußert, das steht ihm nicht zu. Wie ich überhaupt meine, dass ein Rechnungshofpräsident, der drei Wochen vor einer Wahl einen Rohbericht hinausspielt, obwohl er immer gesagt hat, das wird er in seiner Ära nicht tun, hat für mich ein riesiges Glaubwürdigkeitsproblem."

"Wie jetzt? PULS 4 fragt nach" lief am Sonntag um 18.55 auf PULS4 -online nachzusehen auf unter
http://www.puls4.com/video/puls-4-news/play/2776857

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