- 11.05.2015, 11:03:01
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Theodor Körner Preise: Ländervergleich zur Schere zwischen Arm und Reich
Preise für Nachwuchs in Wissenschaft und Kunst – Festrede von Vea Kaiser
Utl.: Preise für Nachwuchs in Wissenschaft und Kunst – Festrede von
Vea Kaiser =
Wien (OTS) - 19 junge WissenschaftlerInnen und KünstlerInnen werden
heute mit dem Theodor Körner Preis ausgezeichnet. Die Festrede hält
in diesem Jahr Vea Kaiser, Shooting-Star der österreichischen
Literaturszene und Preisträgerin des Jahres 2011. Unter den Arbeiten,
deren Entstehung mit einem Preisgeld von 4.000 Euro gefördert wird,
findet sich u. a. eine hochaktuelle ländervergleichende Studie über
die auseinan-derfallende Schere zwischen Arm und Reich. Mag. Philip
RATHGEB fragt, warum Ungleichheit in manchen Ländern mehr als in
anderen zunimmt und warum in manchen Ländern die politischen Akteure
Reformen beschließen, die dazu führen Ungleichheit verschärfen,
während in anderen Ländern Maßnahmen getroffen werden um Ungleichheit
abzumildern? Für die Bundesarbeitskammer als der Hauptunterstützerin
des Preises ein zentrales Thema.
Mit den Preisgeldern aus dem Theodor Körner Fonds werden Arbeiten
gefördert, die noch nicht fertig sind. "Wir wollen die konkrete
Arbeit unterstützen, den konkreten kreativen Prozess, den konkreten
Prozess des Entstehens. Die vergangenen Preisträger und
Preisträgerinnen zeigen, dass dies ein wichtiger Weg war", so Herbert
Tumpel, Kuratoriumspräsident des Fonds und ehemaliger AK Präsident.
Die Theodor Körner Preise wer-den mittlerweile zum 62. Mal verliehen.
Mag.a Barbara LITSAUER macht in ihrer politikwissenschaftlichen
Arbeit auf die erste politisch journalistisch tätige Frau aufmerksam
und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Geschichte des
Journalismus. Im Unterschied zum Großteil der bekannten weiblichen
Figuren der Französischen Revolution handelte Louise de
Keralio-Robert nicht aus gemäßigten, royalistischen oder
girondistischen Motiven, sondern trat für die Etablierung der
Republik und die Entmachtung von König und Adel ein.
Im Bereich der Geistes- und Kulturwissenschaften geht Mag.a Theresa
ZIFKO identitätsstiftenden Objekten in den Sammlungen des Joanneum
Graz und des Naturhistorischen Museum in Wien nach. Ziel der
Dissertation ist es, nachvollziehbar zu zeigen, wer unter welchen
Rahmenbedingungen, mit welchen Mitteln, Methoden und Argumenten
musealen Objekten in der Zwischenkriegszeit nationale, regionale oder
institutionelle Bedeutung zuschrieb. Über den Umgang des Staates mit
Transsexuellen in Österreich am Beispiel des "Transsexuellen
Erlasses" 1980 bis 2010 arbeitet Mag. Perry BAUMG-ARTINGER-SEIRINGER.
Im Bereich Medizin, Naturwissenschaft und Technik wurden die Arbeiten
von Mag. Dr. Tobias PFINGSTL und Dr.in Josa FRISCHER ausgezeichnet.
Pfingstl beschäftigt sich evolutionsgeschichtlich mit den an den
Küsten ansässigen Hornmilben, was Aufschlüsse auf Klimaveränderungen
gibt. Frischers Arbeit widmet sich der Erkennung bestimmter
Veränderungen im Eisenhaushalt von Multiple-Sklerose-PatientInnen.
Spannend sind im rechtswissenschaftlichen Bereich das
Forschungsvorhaben von Mag.a Andrea KRE-TSCHMANN, welche die
Regulierung der "24-StundenPflege" aus Sicht der PflegerInnen und
Pfleger untersucht sowie die Überlegungen von Mag.a Iris MURER über
verfassungsrechtliche Grenzen der Reglementierung des
Prostitutionswesens im Verwaltungsrecht.
Dr. Bernd RESCH zeigt in dem vom BMVIT für den Theodor Körner Fonds
gesponserten Förderungspreis neue technologische Methoden für
bürgerzentrierte Stadtplanung auf. Der Sonderpreis der Stadt Wien im
Theodor Körner Fonds geht an Mag.a Linda ERKER, welche - brandaktuell
zum 650. Jahrjubiläum der Universität Wien - die Universitäten von
Wien und Madrid im Austrofaschismus (1933/34-1938) und im frühen
Franquismus (1939-1956) vergleicht: Auf Basis umfangreichen
Archivmaterials, das so-wohl in Wien als auch in Madrid gesichtet
wurde, werden die Wechselbeziehung zwischen Staat und Universität
sowie mögliche Eingriffe in die universitäre Autonomie beleuchtet
werden. Der vom ÖGB-Verlag gestiftete Publikationspreis beschäftigt
sich mit "Arbeitsscheuen" und "Arbeitslosen": Mag. Sonja HINSCH
beleuchtet die unterschiedlichen Formen der Nicht-Arbeit in
Zwangsarbeitsanstalten und Arbeitsbeschaffungsmaß-nahmen in
Österreich 1918-1938.
Darüber hinaus werden Preise an hervorragende Arbeiten für die
Bereiche "Musik und Komposition" sowie "Literatur" vergeben.
Diesjährige Festrednerin ist Theodor-Körner-Fonds-Preisträgerin des
Jahres 2011 und heutige Bestsellerautorin Vea KAISER.
Eine Liste aller PreisträgerInnen seit 1954 - insgesamt über 3.500 -
erschien 2013 als Buch und geht allen PreisträgerInnen aktualisiert
bis 2015 zu. Die Aufstellung liest sich wie ein Who is Who der
österreichischen Wissenschaft und Kunst und zeigt so die Bedeutung
des Preises. Zu den ehemaligen PreisträgerInnen zählen etwa die
Mikrobiologin Renèe Schröder, die Schriftstellerin Friederike
Mayröcker oder Clemens Jabloner, Präsi-dent des
Verwaltungsgerichtshofes. Oliver Rathkolb, Klaus-Dieter Mulley,
(Hrsg.), "Theodor Körner Fonds. PreisträgerInnen 1954 - 2013". Wien,
ÖGB-Verlag 2013.
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