• 10.05.2015, 09:49:12
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Bischof Bünker in Mauthausen: "Niemals Schlussstrich ziehen"

Ökumenischer Gottesdienst zum 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen

Utl.: Ökumenischer Gottesdienst zum 70. Jahrestag der Befreiung des
Konzentrationslagers Mauthausen =

Wien (OTS) - "Das Gedenken gebietet, die Opfer niemals zu vergessen
und niemals einen Schlussstrich zu ziehen", sagte der
evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker beim ökumenischen
Gottesdienst im Rahmen der Gedenkfeier in der KZ-Gedenkstätte
Mauthausen am 10. Mai. Heuer jährt sich die Befreiung des
Konzentrationslagers und seiner Außenlager zum 70. Mal. Am 5. Mai
1945 wurde das Lager durch die US-Armee befreit.

"Bei meinem ersten Besuch konnte ich mir kaum den Lärm vorstellen,
der im Steinbruch 'Wiener Graben' zwischen 1938 und 1945 geherrscht
haben muss. Arbeitslärm und Geschrei, Schüsse und Hundegebell. Und
ganz unvorstellbar die Qualen der erschöpften Häftlinge", so Bischof
Bünker in seiner Predigt beim Gedenkgottesdienst, den er gemeinsam
mit Caritas-Präsident Michael Landau und Metropolit Arsenios
Kardamakis gestaltete. Die Zwangsarbeit im Steinbruch von Mauthausen
erinnere an die Zwangsarbeit der versklavten Israeliten in Ägypten.
Deren Auszug aus Ägypten bilde den Kern der biblischen
Befreiungserfahrungen, der heute noch in Judentum wie Christentum
präsent sein.

"Dieses vergegenwärtigende Erinnern, das biblische Gedenken, ist
immer eine Verpflichtung für heute", betont Bünker. "Heute heißt das,
gegen jede Form von Zwangsarbeit einzutreten, etwa gegen die Zustände
in den Textilfabriken Asiens oder die Kinderarbeit in den Ländern des
Südens oder den Frauenhandel und die Prostitution bei uns. Heute
heißt das auch, allen Kräften zu widerstehen, die solche steinerne
Verhältnisse, Ausgrenzung, Rassismus, Antisemitismus in Kauf nehmen
oder bewusst herstellen." Die nachkommenden Generationen hätten die
Aufgabe und Verantwortung, dafür zu sorgen, dass die Opfer nie
vergessen werden. Ein Schlussstrich unter diese Geschichte dürfe
niemals gezogen werden. Bünker: "Die Botschaft der Freiheit, der
Menschenwürde und der Menschenrechte kann und darf nicht zum
Schweigen gebracht werden. Sie setzt sich durch. Unwiderstehlich.
Dafür stehen wir, das ist unser Auftrag."

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