• 07.05.2015, 16:38:20
  • /
  • OTS0221 OTW0221

Volkskundemuseum Wien: Stellungnahme zu Investitionsvolumina rund um Haus der Geschichte und Weltmuseum

Wien (OTS) - Liebe Kulturinteressierte, liebe KulturpolitikerInnen,
liebe Freunde des Hauses, liebe NutzerInnen und
KooperationspartnerInnen!

Aktuelle Nachrichten aus dem Bereich der Bundesmuseen zu den Kosten
und Ideen rund um das Haus der Geschichte, Weltmuseum, KHM,
Tiefspeicher ÖNB bewegen mich zu einer Stellungnahme.
Nachdem das Volkskundemuseum Wien mit seiner großen europäischen
Sammlung an Objekten und historischer Fotografie zwei Jahre lang Teil
der Konzeption eines der größten Kulturmuseen Europas (Völkerkunde +
Volkskunde) am Heldenplatz war, muss ich dazu etwas festhalten.

In der leider zunehmend schlechter werdenden Bausubstanz des
Gartenpalais Schönborn, einer der frühesten Bauten Lukas von
Hildebrandt´s in Wien, findet unter sehr begrenzten finanziellen
Bedingungen progressiver Kultur- und Museumsbetrieb statt. Weiters
werden über 200.000 Objekte nicht nur verwaltet, sondern ständig in
den eigenen und internationalen Ausstellungsbetrieb eingeschleift.
Viele Kulturinitiativen rund um den Bereich der Kulturwissenschaften,
Film, Performance und Kunst docken an diesem Haus an, das heuer unter
dem Motto "Museum für Alle" generell freien Eintritt gewährt. Es gibt
Sponsoren, die es wichtig finden, das innovative Verständnis von
Museum und Publikum, wie es hier gelebt wird, zu unterstützen und im
gegebenen Fall den Eintritt nicht nur zu kompensieren sondern darüber
hinaus zu fördern.
Außerdem gibt es spannende Entwicklungskonzepte für das Haus, die
einerseits Kooperationen mit anderen Museen Wiens und der Universität
Wien betreffen, andererseits die unmittelbare Umgebung aktiv
einbeziehen. All das zusammen ist ein - wie wir meinen - entsprechend
positiver Beitrag zum Kulturstandort Wien.

Das kulturelle Erbe, das hier in den Sammlungen verwahrt wird, ist
international nicht nur bedeutend sondern auch nachgefragt. Es fällt
uns zunehmend schwer, diese Sammlungen entsprechend zu erhalten -
geschweige zu erweitern - und unser breites Angebot für das Publikum
umzusetzen. Über die Jahre kommen wir mit Budgets für den Vollbetrieb
eines Museums aus, um das andere Häuser knapp eine Ausstellung
verwirklichen. Wir arbeiten hart daran, sowohl in der Stadt- als auch
in der Bundespolitik Bewusstsein für diese Situation zu schaffen. Wir
wurden und werden zwar immer unterstützt, aber eben nur auf einem
Niveau, das uns bald nicht mehr den Betrieb dieser prospektiven
Kulturinstitution ermöglicht.

Es braucht jetzt Maßnahmen, die an die Stellung des Museums vor dem
Jahr 2000 anschließen. Damals war das Volkskundemuseum Wien Teil des
Kulturberichtes des jeweiligen Kulturministeriums in der Gruppe der
staatlichen Museen. Ende der 1980er / Anfang der 1990er Jahre wurde
eine Sanierung des Gebäudes von Stadt und Bund durchgeführt, das
Museum wurde neu konfiguriert. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen,
etwas zu unternehmen, um diesen prosperierenden Kulturbetrieb zu
sichern.

Viele Grüße, Matthias Beitl
Direktor Volkskundemuseum Wien

www.volkskundemuseum.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NEF

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel