Volkskundemuseum Wien: Stellungnahme zu Investitionsvolumina rund um Haus der Geschichte und Weltmuseum

Wien (OTS) - Liebe Kulturinteressierte, liebe KulturpolitikerInnen, liebe Freunde des Hauses, liebe NutzerInnen und KooperationspartnerInnen!

Aktuelle Nachrichten aus dem Bereich der Bundesmuseen zu den Kosten und Ideen rund um das Haus der Geschichte, Weltmuseum, KHM, Tiefspeicher ÖNB bewegen mich zu einer Stellungnahme.
Nachdem das Volkskundemuseum Wien mit seiner großen europäischen Sammlung an Objekten und historischer Fotografie zwei Jahre lang Teil der Konzeption eines der größten Kulturmuseen Europas (Völkerkunde + Volkskunde) am Heldenplatz war, muss ich dazu etwas festhalten.

In der leider zunehmend schlechter werdenden Bausubstanz des Gartenpalais Schönborn, einer der frühesten Bauten Lukas von Hildebrandt´s in Wien, findet unter sehr begrenzten finanziellen Bedingungen progressiver Kultur- und Museumsbetrieb statt. Weiters werden über 200.000 Objekte nicht nur verwaltet, sondern ständig in den eigenen und internationalen Ausstellungsbetrieb eingeschleift. Viele Kulturinitiativen rund um den Bereich der Kulturwissenschaften, Film, Performance und Kunst docken an diesem Haus an, das heuer unter dem Motto "Museum für Alle" generell freien Eintritt gewährt. Es gibt Sponsoren, die es wichtig finden, das innovative Verständnis von Museum und Publikum, wie es hier gelebt wird, zu unterstützen und im gegebenen Fall den Eintritt nicht nur zu kompensieren sondern darüber hinaus zu fördern.
Außerdem gibt es spannende Entwicklungskonzepte für das Haus, die einerseits Kooperationen mit anderen Museen Wiens und der Universität Wien betreffen, andererseits die unmittelbare Umgebung aktiv einbeziehen. All das zusammen ist ein - wie wir meinen - entsprechend positiver Beitrag zum Kulturstandort Wien.

Das kulturelle Erbe, das hier in den Sammlungen verwahrt wird, ist international nicht nur bedeutend sondern auch nachgefragt. Es fällt uns zunehmend schwer, diese Sammlungen entsprechend zu erhalten -geschweige zu erweitern - und unser breites Angebot für das Publikum umzusetzen. Über die Jahre kommen wir mit Budgets für den Vollbetrieb eines Museums aus, um das andere Häuser knapp eine Ausstellung verwirklichen. Wir arbeiten hart daran, sowohl in der Stadt- als auch in der Bundespolitik Bewusstsein für diese Situation zu schaffen. Wir wurden und werden zwar immer unterstützt, aber eben nur auf einem Niveau, das uns bald nicht mehr den Betrieb dieser prospektiven Kulturinstitution ermöglicht.

Es braucht jetzt Maßnahmen, die an die Stellung des Museums vor dem Jahr 2000 anschließen. Damals war das Volkskundemuseum Wien Teil des Kulturberichtes des jeweiligen Kulturministeriums in der Gruppe der staatlichen Museen. Ende der 1980er / Anfang der 1990er Jahre wurde eine Sanierung des Gebäudes von Stadt und Bund durchgeführt, das Museum wurde neu konfiguriert. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, etwas zu unternehmen, um diesen prosperierenden Kulturbetrieb zu sichern.

Viele Grüße, Matthias Beitl
Direktor Volkskundemuseum Wien

www.volkskundemuseum.at

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Barbara Lipp
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