- 06.05.2015, 14:17:35
- /
- OTS0203 OTW0203
„Der Wert der Wissenschaft abseits des ökonomischen Nutzens“
Forschungsrat und UNIKO luden zur Veranstaltung „The Value of Science“
Utl.: Forschungsrat und UNIKO luden zur Veranstaltung „The Value of
Science“ =
Wien (OTS) - "Was ist der Wert von Wissenschaft? Wie und in welchen
Lebensbereichen wirken wissenschaftliche und künstlerische Forschung,
wenn wir über die rein ökonomische Wertschöpfung und kurzfristige
Verwertbarkeit hinausgehen? Braucht es zur Bewertung Impact-Faktoren
oder langfristige Narrative?" - Diese und ähnliche Fragen werden
heute von einer hochkarätigen ExpertInnenrunde im Rahmen der
Veranstaltung "The Value of science - Vom Wert der Wissenschaft"
diskutiert.
Zur Rolle der Universitäten in dieser Frage erklärte Heinrich
Schmidinger, Präsident der Österreichischen Universitätenkonferenz
(uniko):
"Die Universitäten bringen in wirtschaftlicher, kultureller und
sozialer Hinsicht eine permanent hohe Wertschöpfung ein, ohne die
sich das gesellschaftliche Gefüge Österreichs weder aufrechterhalten
noch weiterentwickeln ließe. Diese von den Universitäten zunehmend
verlangte Wertschöpfung reicht weit über das hinaus, was Jahrhunderte
hindurch genügte - die Gewinnung von Erkenntnis sowie die Ausbildung
von Theologen, Philosophen, Juristen, Medizinern, Kosmologen etc.
Heute müssen sich die Investitionen, die seitens der öffentlichen
oder auch privaten Hand für Universitäten getätigt werden, "lohnen".
Selbst die damit verbundene Wertschöpfung reduziert sich nicht auf
den ökonomischen Nutzen - der gesellschaftliche Auftrag ist breiter.
Wenn Forschung und Innovation als Schlüssel für jede
Zukunftsstrategie eines Landes gelten, und zugleich in den
Universitäten die Hauptpfeiler von Forschung und Innovation erkannt
werden, lässt sich eine Schlussfolgerung ziehen: Eine
Wissensgesellschaft, die immer auch eine Wissenschaftsgesellschaft
sein muss, ist ohne Universitäten nicht realistisch. Die
Universitäten sind der mit Abstand größte Think Tank des Landes -
ein Wert, der bisher noch zu wenig gewürdigt wird."
Peter Skalicky, stellvertretender Vorsitzender des Rates für
Forschung und Technologieentwicklung (RFTE), wies in seinen
Begrüßungsworten darauf hin, dass "die Antwort auf die Frage nach dem
Wert der Wissenschaft sich im Laufe der Zeit im Spannungsfeld
zwischen dem absichtslosen Erkenntnisgewinn der
Grundlagenwissenschaften und der angewandten Wissenschaften, die zur
Lösung der Probleme der Gesellschaft beitragen sollen, verändert und
entwickelt hat. In diesem Zusammenhang ist die Frage nach der
Bringschuld der Wissenschaft und der Holschuld der Gesellschaft hoch
relevant. Die Diskussion zeigt zudem wieder einmal, dass diese Frage
in unterschiedlichen Kulturkreisen auch unterschiedlich gesehen und
beantwortet wird. Fest steht jedoch, dass der Wert der Wissenschaft
für die Innovation - dem Zauberwort des 21. Jahrhunderts - auf jeden
Fall auf dem Fundament der Grundlagenwissenschaft beruht."
Als Key-Note-Speakerin hatten der Forschungsrat und die uniko die
US-amerikanische Ökonomin Paula Stephan von der Georgia State
University. In ihrem Vortrag untersuchte Stephan die Beziehung
zwischen wissenschaftlicher Forschung und Wirtschaftswachstum
einerseits und den Methoden, die zur Feststellung dieser Beziehung
verwendet werden (z.B. Ökonometrische Modellierungen), andererseits.
Sie zeigte zudem, dass, obwohl der Zusammenhang zwischen öffentlicher
Forschungsfinanzierung und Wirtschaftswachstum unbestritten ist, es
gleichzeitig schwierig ist, die genaue Rendite von öffentlicher
Forschungsfinanzierung zu messen, da die Verzögerungen zwischen
Forschung und Wachstum sehr lang sein können. Eine weitere
Herausforderung besteht für Stephan darin, der Versuchung einer
Mittelkonzentration auf die angewandte Forschung auf Kosten von
Investitionen in die Grundlagenforschung zu widerstehen, würde dies
doch bedeuten, "die Gans zu töten, die goldene Eier legt."
Im Anschluss diskutierten Univ.-Prof. Dr. David F.J. Campbell
(Universität für angewandte Kunst und Alpen-Adria-Universität
Klagenfurt), Univ.-Prof.in Dr.in Ulrike Felt (Institut für
Wissenschafts- und Technikforschung, Universität Wien), Dr.in
Elisabeth Freismuth (Rektorin der Universität für Musik und
darstellende Kunst Graz) und Prof.in Dr.in Gi-Eun Kim (Seokeong
Universität Seoul und Mitglied im Rat für Forschung und
Technologieentwicklung) die Thesen von Professorin Stephan sowie
eigene Ansichten und Erfahrungen.
Kurzbiografie von Paula Stephan:
Professorin Paula Stephan ist Professorin für Ökonomie an der Georgia
State University, wissenschaftliche Mitarbeiterin am National Bureau
of Economic Research und Fellow der American Association for the
Advancement of Science. Ihre Forschungsinteressen konzentrieren sich
auf Wissenschaftskarrieren und den Prozess, wie Wissen über
institutionelle Grenzen hinweg in der Wirtschaft ankommt. Im Jahr
2012 wurde Stephan von "Science Careers" zur "Person des Jahres"
gewählt. Ihr Buch "How Economics Shapes Science" wurde 2012 von
Harvard University Press veröffentlicht und in mehrere Sprachen,
darunter Koreanisch und Chinesisch, übersetzt.
Link: http://www2.gsu.edu/ ecopes/
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NEF






