- 06.05.2015, 09:22:51
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Evangelische Kirche veröffentlicht Erklärung zu 70 Jahre Kriegsende
Schuldeingeständnis und Auftrag für die Zukunft
Utl.: Schuldeingeständnis und Auftrag für die Zukunft =
Wien (OTS) - "Nach dem Schrecken des Zweiten Weltkrieges ist es für
die Evangelische Kirche wichtig, auch 70 Jahre später nicht zu
vergessen und Lehren für die Zukunft zu ziehen", heißt es in einer
aktuellen Erklärung des Evangelischen Oberkirchenrats A. und H.B. in
Österreich im Gedenken an das Kriegsende. Vor 70 Jahren, am 8. Mai
1945, endete mit der Kapitulation der Wehrmacht der Zweite Weltkrieg.
In der Erklärung erinnert der evangelische Oberkirchenrat daran, dass
auch Österreicherinnen und Österreicher im Zweiten Weltkrieg zu
Täterinnen und Tätern wurden. Darüber hinaus wird einmal mehr
festgehalten, dass die Evangelische Kirche in dieser Zeit schwere
Schuld auf sich geladen habe. "Mit besonderer Scham erfüllt uns auch
70 Jahre nach Kriegsende das Versagen bzw. die Mittäterschaft
gegenüber Jüdinnen und Juden und gegenüber anderen Gruppen wie
Behinderten, Roma oder Homosexuellen, die alle als 'unwertes Leben'
angesehen und damit der Gefangenschaft oder dem Tod preisgegeben
wurden", heißt es in der Erklärung. Zwar habe es auch Widerstand von
evangelischer Seite gegeben, wie etwa durch Pfarrer Dietrich
Bonhoeffer oder den österreichischen Oberstleutnant Robert Bernardis.
Aber sie seien "eher die Ausnahme als die Regel" gewesen. Heute lehne
die Evangelische Kirche Krieg als Mittel der Konfliktlösung ab.
Vielmehr sehe sie ihren Auftrag darin, zu Versöhnung und
Verständigung zwischen Menschen und Gruppen beizutragen; den
jüdischen Geschwistern gegenüber habe die Kirche eine besondere
Verantwortung. Ihr Einsatz gelte heute aber auch Menschen auf der
Flucht, die Schutz vor Krieg und Verfolgung suchen. Kein politischer
Führer und keine Ideologie dürfe über Gott stehen, hält das
Leitungsgremium der Evangelischen Kirche fest und betont: "Nie wieder
soll sich die Kirche mit menschenverachtenden und todbringenden
Kräften verbünden, sondern die Würde jedes einzelnen Menschen
achten."
Der Wortlaut der von Bischof Michael Bünker und Landessuperintendent
Thomas Hennefeld gezeichneten Erklärung findet sich hier:
http://bit.ly/1FOQKVw
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