FSG-Katzian: Arbeitszeit fair verteilen!

Alle Kräfte bündeln, um Arbeitslosigkeit zu bekämpfen – AMS-Mittel nicht kürzen

Wien (OTS) - "Die Arbeitslosigkeit in Österreich erreicht traurige Rekordhöhen. Während immer mehr Menschen gar keine Arbeit haben oder unfreiwillig Teilzeit arbeiten und von ihrem Einkommen nicht leben können, arbeiten andere so viel, dass sie davon krank werden: Die österreichischen ArbeitnehmerInnen haben mit 41,8 Wochenstunden die zweitlängste Wochenarbeitszeit in der EU. Laut Arbeitsklimaindex der AK-OÖ arbeiteten 2014 bereits 34 Prozent der Beschäftigten in ihrer Freizeit, 17 Prozent im Urlaub und 14 Prozent sogar im Krankenstand. Alleine im Vorjahr wurden außerdem 270 Millionen Überstunden geleistet, jede fünfte davon sogar ohne Bezahlung. Das ist eine absurde Situation, die deutlich macht: Arbeit muss neu und fair verteilt werden", kommentiert Wolfgang Katzian, Vorsitzender der Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafterinnen (FSG) im ÖGB anlässlich des Tages der Arbeit.

Mit der Lohnsteuersenkung sei ein sehr wesentlicher Schritt gelungen, um die Kaufkraft der Menschen zu sichern, die Konjunktur zu beleben und Arbeitsplätze zu sichern, jetzt gehe es um weitere Maßnahmen, um den Arbeitsmarkt langfristig zu stabilisieren, meint Katzian weiter:
"Dazu gehört auch eine Verkürzung der Arbeitszeit. In einem ersten Schritt müssen Unternehmen, in den denen besonders viele Überstunden geleistet werden, dafür einen höheren Beitrag zur Arbeitslosenversicherung leisten: Ein Euro pro geleisteter Mehr- oder Überstunde könnte dazu einen wesentlichen Beitrag leisten. Wird Mehrarbeit nicht korrekt abgegolten, muss das konkrete Sanktionen zur Folge haben und zur Verdoppelung der ArbeitnehmerInnenansprüche führen. Der Mehrarbeitszuschlag für Teilzeitbeschäftigte ist ab der ersten tatsächlich geleisteten Stunde zu bezahlen. Außerdem ist das Urlaubsrecht so zu modernisieren, dass die sechste Urlaubswoche für alle ArbeitnehmerInnen erreichbar wird."

Die steigende Arbeitslosigkeit müsse mit allen Mitteln bekämpft werden, warnt Katzian außerdem erneut davor, die Mittel des Arbeitsmarktservices (AMS) für aktive Arbeitsmarktpolitik zu kürzen. Gerade in Zeiten des erhöhten Bedarfs brauchen die Betroffenen genauso wie die Beschäftigten beim AMS und die Anbieter von Schulungen und Kursen jede mögliche professionelle Unterstützung, also eine zielgerichtete, langfristig gesicherte Betreuung und keine Kürzungen, so Katzian abschließend: "Die sozialdemokratischen Werte, das Einstehen für eine soziale, gerechte und solidarische Gesellschaft, sind heute aktueller denn je - die Menschen müssen von ihrer Arbeit leben können. Dafür gilt es alle Kräfte zu bündeln, diese Verantwortung haben wir wahrzunehmen!"

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