AKNÖ-Präsident Markus Wieser: „Wohnen muss in ganz Niederösterreich leistbar sein.“

Wien (OTS) - Leistbares Wohnen ist ein zentrales Anliegen der Arbeiterkammer Niederösterreich. Um deshalb geeignete Wege zur Sicherstellung eines ausreichenden und leistbaren Wohnungsangebotes aufzuzeigen, wird ein breiter Diskussionsprozess gestartet. Ausgangspunkt des Diskurses bildet eine Studie des Instituts für Immobilien, Bauen und Wohnen GmbH (IIBW) unter der Leitung von FH-Doz. Dr. Wolfgang Amann.

AKNÖ-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser spricht sich für mehr Wohnraum in den Wachstumsregionen aus, also etwa den Bezirken Wien-Umgebung, Gänserndorf, St. Pölten oder Mödling. Hier bestehe Bedarf an mehrgeschossigen Wohnungen, begünstigt durch den Zuzug und den dortigen Arbeitsplätzen. Dies werde eine Herausforderung für die kommenden Jahre.

Ein zentrales Anliegen ist die soziale Treffsicherheit der Wohnbauförderung. "Es muss sichergestellt werden, dass Wohnen leistbar bleibt", sagt Wieser. Zur Sicherstellung ausreichender Mittel fordert Wieser die Wiedereinführung der Zweckbindung der Wohnbauförderung. Weitere Verbesserungspotenziale gäbe es auch für einkommensschwache Haushalte. Denn die Einrechnung der Wohnbeihilfe als Einkommensbestandteil bei der Bemessung der bedarfsorientierten Mindestsicherung erschwert die Lage derer, die sich ohnehin in einer schwierigen Situation befinden.

Regionale Unterschiede im Wohnbau und der Bevölkerungsstruktur

Niederösterreich verzeichnet im abgelaufenen Jahrzehnt ein Bevölkerungswachstum ähnlich dem österreichischen Durchschnitt von 4,4 Prozent. Für das kommende Jahrzehnt werden 5,1 Prozent prognostiziert, was gleichfalls dem österreichischen Durchschnitt entspricht. Die regionalen Unterschiede sind allerdings enorm. Einige Bezirke mit dem österreichweit stärksten Bevölkerungsrückgang liegen ebenso in Niederösterreich (Gmünd, Waidhofen/Thaya, Zwettl, Lilienfeld, Horn) wie einige mit besonders hohem Zuwachs (Wien-Umgebung, Tulln, Korneuburg, Wiener Neustadt-Stadt, Gänserndorf, Baden, Bruck/ Leitha, Mödling). Diese Situation gelte es im Wohnbau besonders zu beachten.

2500 Wohnungen zu wenig

In Niederösterreich fehlen etwa 2500 Wohnungen, auf die nächsten fünf Jahre gerechnet, wobei die Angebotslücken regional stark unterschiedlich sind. Beeinflusst wird der Bedarf auch durch die überdurchschnittliche Entwicklung der Haushaltszahlen in den Bezirken Bruck/Leitha, Korneuburg, Mödling, Wiener Neustadt. Den größten Bedarf (in absoluten Zahlen) haben die Bezirke Baden, Wien-Umgebung und Mödling mit jeweils deutlich über 1000 zusätzlichen Wohnungen pro Jahr (in absoluten Zahlen).

Große Unterschiede am Wohnungsmarkt und bei Bodenpreisen

Das Marktniveau privater Mieten liegt in Bezirken wie Waidhofen/Thaya oder Horn mit unter 4 Euro/m2 (netto) bei der Hälfte der Umlandbezirke Wiens. Noch größer sind die Unterschiede bei Eigenheimen (Faktor 2,5 zwischen billigstem und teuerstem Bezirk), Eigentumswohnungen (Faktor 3) und vor allem bei den Baugründen (Faktor 15). Eigentumswohnungen kosten in den Umlandbezirken im Durchschnitt heute so viel wie in den billigsten Bezirken innerhalb der Stadtgrenzen Wiens. Dies trifft aber nicht auf Gemeinden wie Mödling, Perchtoldsdorf oder Hinterbrühl zu, die in direktem Wettbewerb mit den teuersten Lagen in Wien stehen.

Auch die Bodenpreise variieren in NÖ besonders stark. Während im Waldviertel der Quadratmeterpreis bei rund 30 Euro pro Quadratmeter liegt, sind es im Raum Mödling rund 400 Euro pro Quadratmeter.

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