- 29.04.2015, 11:00:55
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AKNÖ-Präsident Markus Wieser: „Wohnen muss in ganz Niederösterreich leistbar sein.“
Wien (OTS) - Leistbares Wohnen ist ein zentrales Anliegen der
Arbeiterkammer Niederösterreich. Um deshalb geeignete Wege zur
Sicherstellung eines ausreichenden und leistbaren Wohnungsangebotes
aufzuzeigen, wird ein breiter Diskussionsprozess gestartet.
Ausgangspunkt des Diskurses bildet eine Studie des Instituts für
Immobilien, Bauen und Wohnen GmbH (IIBW) unter der Leitung von
FH-Doz. Dr. Wolfgang Amann.
AKNÖ-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser spricht sich für
mehr Wohnraum in den Wachstumsregionen aus, also etwa den Bezirken
Wien-Umgebung, Gänserndorf, St. Pölten oder Mödling. Hier bestehe
Bedarf an mehrgeschossigen Wohnungen, begünstigt durch den Zuzug und
den dortigen Arbeitsplätzen. Dies werde eine Herausforderung für die
kommenden Jahre.
Ein zentrales Anliegen ist die soziale Treffsicherheit der
Wohnbauförderung. "Es muss sichergestellt werden, dass Wohnen
leistbar bleibt", sagt Wieser. Zur Sicherstellung ausreichender
Mittel fordert Wieser die Wiedereinführung der Zweckbindung der
Wohnbauförderung. Weitere Verbesserungspotenziale gäbe es auch für
einkommensschwache Haushalte. Denn die Einrechnung der Wohnbeihilfe
als Einkommensbestandteil bei der Bemessung der bedarfsorientierten
Mindestsicherung erschwert die Lage derer, die sich ohnehin in einer
schwierigen Situation befinden.
Regionale Unterschiede im Wohnbau und der Bevölkerungsstruktur
Niederösterreich verzeichnet im abgelaufenen Jahrzehnt ein
Bevölkerungswachstum ähnlich dem österreichischen Durchschnitt von
4,4 Prozent. Für das kommende Jahrzehnt werden 5,1 Prozent
prognostiziert, was gleichfalls dem österreichischen Durchschnitt
entspricht. Die regionalen Unterschiede sind allerdings enorm. Einige
Bezirke mit dem österreichweit stärksten Bevölkerungsrückgang liegen
ebenso in Niederösterreich (Gmünd, Waidhofen/Thaya, Zwettl,
Lilienfeld, Horn) wie einige mit besonders hohem Zuwachs
(Wien-Umgebung, Tulln, Korneuburg, Wiener Neustadt-Stadt,
Gänserndorf, Baden, Bruck/ Leitha, Mödling). Diese Situation gelte es
im Wohnbau besonders zu beachten.
2500 Wohnungen zu wenig
In Niederösterreich fehlen etwa 2500 Wohnungen, auf die nächsten fünf
Jahre gerechnet, wobei die Angebotslücken regional stark
unterschiedlich sind. Beeinflusst wird der Bedarf auch durch die
überdurchschnittliche Entwicklung der Haushaltszahlen in den Bezirken
Bruck/Leitha, Korneuburg, Mödling, Wiener Neustadt. Den größten
Bedarf (in absoluten Zahlen) haben die Bezirke Baden, Wien-Umgebung
und Mödling mit jeweils deutlich über 1000 zusätzlichen Wohnungen pro
Jahr (in absoluten Zahlen).
Große Unterschiede am Wohnungsmarkt und bei Bodenpreisen
Das Marktniveau privater Mieten liegt in Bezirken wie Waidhofen/Thaya
oder Horn mit unter 4 Euro/m2 (netto) bei der Hälfte der
Umlandbezirke Wiens. Noch größer sind die Unterschiede bei
Eigenheimen (Faktor 2,5 zwischen billigstem und teuerstem Bezirk),
Eigentumswohnungen (Faktor 3) und vor allem bei den Baugründen
(Faktor 15). Eigentumswohnungen kosten in den Umlandbezirken im
Durchschnitt heute so viel wie in den billigsten Bezirken innerhalb
der Stadtgrenzen Wiens. Dies trifft aber nicht auf Gemeinden wie
Mödling, Perchtoldsdorf oder Hinterbrühl zu, die in direktem
Wettbewerb mit den teuersten Lagen in Wien stehen.
Auch die Bodenpreise variieren in NÖ besonders stark. Während im
Waldviertel der Quadratmeterpreis bei rund 30 Euro pro Quadratmeter
liegt, sind es im Raum Mödling rund 400 Euro pro Quadratmeter.
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