Fußballklub Austria Wien verletzt das Recht von Fans auf Geheimhaltung personenbezogener Daten

Datenschutzbehörde rügt in einer Empfehlung die Weitergabe personenbezogener Daten an andere Bundesligavereine

Wien (OTS) - Im Februar 2014 hat Fußball-Fan Dr. Alexander Christian, der seit vielen Jahren Heim- und Auswärtsspiele der Austria besucht, Hausverbot in der Generali-Arena bekommen. Begründung von Seiten des Fußballklubs gab es keine, dem daraufhin erhobenen Vorwurf der Willkür widersprach die Austria nicht. Ein bundesweites Stadionverbot bei der Österreichischen Fußball-Bundesliga wurde nicht beantragt, hierfür hätte man einen Grund benötigt (zB Raufhandel, Pyrotechnik).

Kurz nach Verhängung des Hausverbotes fanden Auswärtsspiele in Graz und bei der Admira statt. In Graz war der treue Anhänger der Austria schon im Stadion und wurde dann von einem Ordner "hinausgeworfen", in der Südstadt wurde er erst gar nicht hineingelassen. "Die Begründung war unfassbar. Beide Male sagte mir ein Ordner, dass das Hausverbot "übernommen" wurde. Die Austria hatte wohl meine Daten weitergegeben." zeigt sich Christian entsetzt, zumal auch etliche andere Fans hiervon betroffen waren. Alexander Christian informierte die Datenschutzbehörde, da es keine Rechtsgrundlage für diese Weitergabe gibt. Dadurch kommt ein örtliches Hausverbot in seiner Wirkung einem bundesweiten Stadionverbot gleich - mit dem entscheidenden Unterschied allerdings, dass das Verfahren bei Verhängung eines Stadionverbots mit rechtsstaatlichen Elementen (zB rechtliches Gehör, Instanzenzug) ausgestaltet ist, während ein Hausverbot willkürlich verhängt werden kann. Bei der Verhandlung vor der Datenschutzbehörde stellte sich zudem heraus, dass die Austria die Hausverbotsliste nicht einmal beim Datenverarbeitungsregister angemeldet hatte (erst im März 2015 erfolgte die Eintragung), ebenso bedurfte es erst des Verfahrens, damit eine dem Datenschutzgesetz entsprechende vollständige Auskunft über die zum Hausverbot vorliegenden Daten seitens der Austria erfolgt.

"Besonders prekär ist, dass bei der Wiener Austria zahlreiche prominente Persönlichkeiten und Politiker im Kuratorium sitzen, unter anderem Mag. Albert Steinhauser, Justizsprecher der Grünen im Parlament. In den Medien lässt er stets verlautbaren, wie sehr er sich für das Thema Datenschutz einsetzt. Der vorliegende Fall scheint dem zu widersprechen.", so Christian abschließend.

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Dr. Alexander Christian
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